Bis einer heult! • Trömmelchen-(Toiletten)-Content
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4. März 2012 | Pia Drießen

Trömmelchen-(Toiletten)-Content

Eine Woche und 2 Tage nachdem der Quietschbeu äußerte, er wolle keine Windel mehr tragen, ist er seinem Ziel, eine Trommel zu besitzen, ein sehr großes Stück näher gekommen.

Leider erlebte der kleine Quietschbeu Mitte der Woche einen sehr schmerzhaften Einschnitt in seinem Plan, trocken sein zu wollen. Es ängstige ihn von der ersten Sekunde an, sein großes Geschäft auf der Toilette zu machen. Schon bevor das Thema Toilette überhaupt aufkam fiel es dem Quietschbeu nie leicht, einfach so los zu lassen. Er verzog sich in eine Ecke, drückte und ächzte und erbat sich absolute Ruhe. Ich bot ihm also an, sein großes Geschäft weiterhin in die Windel machen zu können, er müsse halt nur vorher Bescheid sagen.

Doch der Quietschbeu war so von dem möglichst raschen Besitz einer Trommel fasziniert, dass er es dann eben doch vorzog, nach drei oder sogar vier Tagen des Unterdrückens, sein großes Geschäft in die kleine Kindergartentoilette zu erledigen. Letztendlich schmerzte ihn das, inzwischen völlig entwässerte und somit hart wie Stein gewordene  Geschäft von der Größe eines Tennisballs sehr und er blutete sogar!

Als ich ihn an diesem Tag vom Kindergarten abholte, empfing er mich mit den Worten: „Mama, ich hab Aa in die Tolätte gemacht. Das mach ich nicht mehr. Das tut nur weh!“

Leider führte dieses schmerzhafte Erlebnis auch dazu, dass er in dessen Folge fünf Mal in die Hose Pipi machte, einfach aus Angst, wenn er aufs Klo gehen würde, käme auch wieder Aa.

Ich mischte ihm am Abend Movicol in sein Trinkwasser, um den Stuhl, den er zurückhielt, ein wenig aufzuweichen. Am Tag darauf ging er wieder wie gewohnt auf die Toilette und machte dort Pipi. Am Abend begann er erneut nervös herum zu tapsen und wusste nicht so richtig, wohin mit sich. Auch ging wieder ein bisschen Pipi in die Hose und ahnte schon, dass er erneut vor der Entscheidung stand, ob er das große Geschäft nun auf der Toilette oder in eine Windel verrichten sollte.

Am Tag hatte ich Windelhosen gekauft und versuchte nun einen Kompromiss mit ihm zu finden. Ich nannte die Hosen „Aa-Hosen“ und erklärte ihm, dass wenn er Groß müsse, er eine solche Hose anziehen könnte. Sollte er also fürs Geschäft mal länger brauchen, könne er immer noch die Hose zum Pipi machen runter und wieder hoch ziehen.

Letztendlich machte er dann in die Windelhose, die er aber unmittelbar danach ausziehen und wieder eine normale Unterhose anziehen wollte. Seither funktioniert das mit dem Pipi auf der Toilette machen wieder einwandfrei.

Ich hoffe nun, dass die Zeit und das neu gewonnene Vertrauen darin, dass er seine Körperausscheidungen selber in der Hand hat, für uns arbeitet und er so irgendwann ganz von allein auch das große Geschäft auf der Toilette verrichten wird.

Heute waren wir jedenfalls den ganzen Tag, von 11 Uhr an, unterwegs. Davon haben wir gute 3 Stunden im Auto verbracht, eine halbe Stunde in einem Krankenhaus und 4 Stunden auf einer Feier anlässlich eines 4. Geburtstags. Der Quietschbeu sagte von sich aus jedes Mal Bescheid, wenn er musste und ging auch vor den Abfahrten jedes Mal ohne Murren mit mir zur Toilette. Auch das Pipi machen auf großen Toiletten mit großen Löchern („Mama, halt mich fest. Ich fall da rein. Sonst.“) ist kein Problem mehr für ihn.

Ich bin sehr stolz und sehr überwältigt über die Entschlossenheit meines großen Sohnes.  

 

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Mama06 / Mrz 4 2012

    Ach ja man glaubt gar nicht wie schwer ist für ein Kind sein Aa ins Klo zu befördern. Du machst es genau richtig, auch wenn die Aa Windeln nicht lecker sind. Er wird es bald komplett drauf haben. Super macht der Quietschbeu das

  2. WollibosWelt / Mrz 4 2012

    Jetzt musste ich doch ein wenig schmunzeln über „das neu gewonnene Vertrauen darin, dass er seine Körperausscheidungen selber in der Hand hat“ (war wohl nicht so gemeint, wie es sich liest – eindeutig zweideutig ;-) ). Aber ansonsten ist Euer Vorgehen auf jeden Fall richtig und der Quietschbeu auf einem sehr guten Weg. Weiter so – das Trömmelchen ist in Sichtweite!

  3. Nathalie / Mrz 5 2012

    Unsere Kleine ist mittlerweile grösstenteils trocken, auch Nachts.
    Das ganze hat sich auch über ein paar Monate gezogen, mal besser, mal weniger gut geklappt.
    Den grössten Rückfall hatten wir hier wegen diesen Easy-Ups, die fannt sie so toll, dass sie andauernd eine Neue angezogen hat.
    Aber auch das ging vorbei.
    Vor ein paar Wochen wollte sie dann auch Nachts ohne Windel. Mein Mann auf Nachtschicht, am nächsten Tag sollte ich früh raus, die Aussicht Nachts das ganze Bett abzuziehen und ein nasses Kleinkind trocken zu legen, lockte mich nicht sehr. Besonders da das Schwesterlein mit im Zimmer lag. Nun gut, Nein sagen fannt ich aber auch doof…
    Also liess ich sie. Hab dann später noch nachgeschlagen wieviele Kinder rein statistisch dann schon Nachts trocken bleiben können. Urgs knapp 40%..
    Aber siehe da es hat geklappt… auf Anhieb. Die nächste Nacht dann wieder nicht, aber mittlerweile klappt es super.
    Ich denke das wird schon werden, dein Kleiner macht das toll! Und ein Erfolgserlebnis in Sachen „Aa machen“ wird das ganze sicher dann recht schnell regeln.
    Bei uns waren es übrigens die Gummibärchen die sehr motivierend waren :-)

  4. Frau Kleeblatt / Mrz 5 2012

    Ich bin richtig fasziniert vom QB, wie er das so von quasi null auf hundert durchzieht. Die Trommel scheint also wirklich ein richtig großer Anreiz für ihn zu sein. Da kannst du wirklich stolz auf deinen großen Jungen sein. Aber ich fürchte, du dich bald an ein trommelndes Kind gewöhnen müssen ;)

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  1. Töpfchen-Content « Ohana 2009
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