Bis einer heult! • Willkommen bei Miezens!
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19. Juni 2012 | Pia Drießen

Willkommen bei Miezens!

Wenn ich neue Menschen in unser Leben lasse, dann tue ich das mit viel Bedacht und Vorsicht. Wir sind eine inzwischen 5-köpfige Familie und auch wenn man immer denkt, ich würde unser Leben hier ja quasi öffentlich und live führen, so ist mir unsere Privatsphäre doch heilig.

Leute, die ich in unserem Alltag kennenlerne, lerne ich in aller Regel mit oder über die Kinder kennen. Oft kennen die Leute sogar zuerst meine Jungs, so zum Beispiel auch die Mama der großen Liebe vom Löwenmäulchen. Inzwischen sind wir Freundinnen. Sie weiß um unserer lautes und hektisches Familienleben und ich habe keine Hemmungen, sie in unser Haus zu lassen, wenn ein Wäschekorb im Wohnzimmer stehen oder die – wohlgemerkt offene – Küche nicht aufgeräumt ist.

Für neue Menschen, die ich zum Beispiel über das Internet kennenlerne, brauche in erster Linie ein richtig gutes Bauchgefühl, um sie in unser Haus zu lassen. Auch, weil ich da mal eine weniger schöne Erfahrung gemacht habe, als ich jemanden einlud, der sich dann wie in einem Museum umsah und alles ganz genau begutachtete. Blöd kommentiert hat sie unsere Einrichtung dann auch noch. Unangenehm. Seither bin ich da viel vorsichtiger geworden.

Zudem achte ich bei einem ersten Treffen darauf, dass die Jungs im Kindergarten sind. Insbesondere, wenn der Besuch selber keine oder nur ein Kind hat. Das meine ich überhaupt nicht böse, sondern in erster Linie ist das einfach die einzige Möglichkeit, dass man mal zwei gerade Sätze mit einander austauscht, ohne dass einer dazwischen quasselt, ein Glas umkippt, der kleine Bruder den Großen anschreit oder lautstarke Bobby Car Rennen um den Esstisch veranstaltet werden, an dem man mit dem Besuch sitzt. Wir wohnen ja auch nicht gerade auf Schloss Windsor, wenn sie verstehen. Ich denke, Kinderlose oder ein-Kind-Mütter kann das ganz schön schockieren, was hier so Alltag ist. Wenn man es nicht gewohnt ist, ist es auch einfach wahnsinnig anstrengend, die Lautstärke, die hier oft völlig normal ist, zu ertragen, geschweige denn dabei einen klaren Gedanken zu fassen oder ein stringentes Gespräch zu führen.

Was ich aber eigentlich schreiben wollte und wie ich jetzt darauf kam: mit jedem Kind bin ich lockerer und entspannter geworden, was unseren Haushalt und das Empfangen von Besuch betrifft. Von dem Gedanken und der Vorstellung in einem Möbelkatalog-artigen Haus zu leben, so wie das manch andere Blogger mit mehrere Kindern tatsächlich zu tun scheinen (was man so anhand von Fotos beurteilen und sich zusammenreimen kann), habe ich mich lange verabschiedet. Für uns ist das einfach total unrealistisch. Dafür tue ich einfach zu viele andere Dinge neben dem Haushalt. Schreiben zum Beispiel. Für Kunden, fürs Blog, für mich. Bei uns stehen immer mindestens 3 Paar Schuhe im Flur, neben dem vollen Schuhregal der Kinder. Und meistens auch ein Wäschekorb mit gefalteter oder noch zu faltender Wäsche im Wohnzimmer. Sind die Kinder zuhause liegt der Inhalt mindestens einer Spielzeugkiste im kompletten Erdgeschoss verstreut herum. Es ist immer so ein bisschen chaotisch und ganz besonders, wenn die Jungs daheim sind … und wenn‘s erst seit 5 Minuten ist.

Ich sprach heute mit Claudia über die neu gewonnene Gelassenheit.  Ich bin mir sicher, dass hier wieder mehr Struktur rein kommt, wenn die Kinder ein wenig größer sind und nicht mehr alles fallen lassen, wo sie gehen oder stehen. So in 5 bis 10 Jahren etwa.

Seit der Geburt des Meedchens lernte ich übrigens zwei Internetmenschin in meinem Haus kennen. Und es war toll. Mein Bauchgefühl war aber auch ein ganz wunderbares und beide Damen sind ganz wundervolle Menschen. Ich hab mich sehr gefreut, dass ich den Mut gefunden habe, ihnen die Türe zu öffnen. Das nächste Mal lasse ich dann auch meine Rabaukenjungs auf sie los … mal sehen, ob sie danach noch mal wieder kommen *hihi*

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Ramona / Jun 19 2012

    In 5 Jahren ist aber ein sehr idealistischer Zeitraum..hehe. Die Tochter ist 10 und verbreitet noch immer das meiste Chaos von uns 5en.

  2. Sabrina / Jun 19 2012

    Ich musste bei der Beschreibung echt schmunzeln, grad das eine Ein-Kind-mutti das nicht gewohnt sein könnte. Nun denk ich, bin ich die einzige mit so einen lauten Wirbelwind, der die Wohnung in nur 5 Minuten in ein Spielparadies verwandelt?
    Ich finde trubel toll, spielende Kinder, Tobende hach. Mal sehn wann ich die erste Bloggerin + Kind in meine kleine Welt hier lasse, den schritt hab ich mich noch nicht getraut.

  3. sabrina / Jun 19 2012

    Ich hab auch eine Freundin, die immer alles super ordentlich hat. Mir persönlich wäre das zu anstrengend. Gestern zum Bsp. hatte ich 5 Kinder hier – 3 5 Jährige und 2 – 2 Jährige, warum um alles in der Welt soll ich vorher saugen??? 10 min. später hat irgendein Kind mind. 1 Salzstange atomisiert. Ich bin eh ein wenig chaotischer veranlagt…. es sind Kinder in diesem/unseren Haushalt und das sieht man eben auch… und das ist auch gut so…. :-)

  4. MamaWunderlich / Jun 19 2012

    Na wunderbar das es nicht nur bei dir NICHT so aussieht wie in einem Möbelkatalog. Zoe holt immer ALLLLES aus dem Kizi ins Wohnzi. Inzwischen sehe ich das auch gelassener – auch dank des guten zuredens durch meinen Liebsten. „Wir wohnen doch nicht in einer Puppenstube Eve!“
    Wie Recht er doch hat !!!!!!!!!!

  5. Gini / Jun 19 2012

    Liebe MamaMiez,

    wie Recht Du wieder einmal mit deinem Beitrag hast. Ich liebe es Deinen Blog zu lesen und Du bist mir sehr sympatisch!

    Liebe Grüße an Dich und Deine Familie!

  6. pjaupe / Jun 19 2012

    <3
    (Du hast "wundervoll" geschrieben, ich hab's genau gelesen!)

  7. Ansku / Jun 19 2012

    Kleine Zwischenbemerkung: Ich habe keine Kinder. Dennoch war ich schon bei vielen Bloggern, Bloggern mit 0. 1. 2. 3 und sogar 4 Kindern. Auch mir als kinderlosem Menschen ist durchaus bewusst, dass Kinder laut sind, dass Kinder mal schreien und dass Kinder gerne BobbyCar fahren. Wenn ich also in einen Haushalt mit vielen Kindern gehe, dann kann ich mich vorher darauf einstellen, dass es laut wird und dass bei BobbyCar-Rennen um den Esstisch vielleicht eben doch kein so gemütliches Gespräch aufkommen wird. Von daher fand ich bisher noch keinen von all diesen vielen Besuchen unangenehm oder abschreckend. Sicher geht das nicht allen kinderlosen Menschen so, ich habe ja auch schon in Krippen und KiTas gearbeitet, aber auch in meinem Umfeld kenne ich zumindest niemanden, der Kinderlärm als schlimm empfinden würde. Ich finde es ein bisschen schade, dass alle kinderlosen immer über einen Kamm geschert werden und als vollkommen unflexibel und voller Unverständnis dargestellt werden. Auf die Menschen kommt es an, und manchmal auch auf die Situation.

    • Mama Miez / Jun 19 2012

      Das finde ich jetzt nicht fair, weil ich extra geschrieben habe, dass ich das überhaupt nicht böse meine. Ich schere auch niemanden bzw. alle über einen Kamm. Ich glaube einfach, dass man sich nicht wirklich kennen lernen kann, wenn so ein Trubel herrscht und zumindest ein bisschen Unterhalten sollte man sich bei einem ersten Kennenlernen schön können. Das hat für mich auch was mit Interesse am Gegenüber zu tun. Und mit Rücksicht.
      Wenn wir dann wissen, ob wir uns sympathisch sind und man mal „eine Wellenlänge“ hat, dann kann auch das Chaos in Form der Jungs über uns herein brechen.

      • fishly / Jun 20 2012

        Ich persönlich mache immer wieder die Erfahrung, dass zwar mein (auch kinderloses) Gegenüber das Gewusel und den Geräuschpegel ausblenden kann, ich selbst aber kaum zusammenhängende Gedanken formulieren kann, wenn hier mehr als ein Kind herumwuselt. Zum Kennenlernen würde ich auch nie mehr als eines dabei haben wollen.
        Die Gelassenheit die Wohnung betreffend ist ja himmlich, geradezu beneidenswert. Ich räume selbst dann alles ordentlich auf, wenn ich alleine hier bin. Chaos aushalten können muss man erst lernen und dazu ist bei mir die kritische Anzahl Kinder wohl noch nicht erreicht.

      • Natalia / Jun 21 2012

        Ich glaube, du hast Ansku nicht verstanden. Sie meinte das, denke ich, auch nicht böse. Es war nur eine Erklärung, dass es auch für sie, als nicht Mutter, einen Besuch bei einer Familie bei Kindern nicht schlimm wäre, denn sie weißt, wie es mit Kindern so zu geht.

        LG

  8. Neumama / Jun 19 2012

    Hihihi. Ich bin auch 1kindmutter, aber,alter Schwede, der is laut ;) als eine Freundin von mir schwanger war und meine Laberbacke grad 6 Monate alt, hat sie auch sowas gesagt wie: man, an den Geräuschpegel muss man sich ja erst gewöhnen!
    Weil er immer gebrabbelt, gequietscht, geweint oder gekichert hat. Die schick ich mal bei euch vorbei, buha!

  9. WollibosWelt / Jun 19 2012

    Ich musste doch sehr schmunzeln bei Deiner Beschreibung. Volle Wäschekörbe im Wohnzimmer, Schuh-Parade im Flur, Spielzeug überall. Genauso sieht’s hier auch immer aus, wenn wir nicht gerade Besuch erwarten ;-) Und ich bin sehr froh zu lesen, dass es offensichtlich nicht (nur) an meinem Chaos-Naturell liegt, sondern wohl doch (auch) an der Kinderschar. ;-)

  10. Arizona / Jun 20 2012

    Liebe MamaMiez,

    ich danke dir für den Beitrag, als unser Sohn vor 1,5 Jahren auf die Welt kam, hatte ich auch noch den Anspruch, dass es hier trotz Kind immer super ordentlich zu sein hat, tja, das legte sich bald, ich sage immer gleich schon, hier sieht es aus wie nach einem Bombenanschlag.
    Ich verkrieche mich gerade in meinem Büro, weil es momentan der ordentlichste Raum ist, gehe ich in den Wohnbereich trifft mich der Schlag. Mit 2 Kindern mag ich mir das gar nicht ausmalen ;)

    Da muss unser Besuch aber durch, ich habe auch keine Lust, 10 Mal am Tag den Sauger zu schwingen oder jeden Duplostein aufzusammeln.

    LG!

  11. Monika / Jun 20 2012

    Ich musste lachen: „Ich bin mir sicher, dass hier wieder mehr Struktur rein kommt, wenn die Kinder ein wenig größer sind und nicht mehr alles fallen lassen, wo sie gehen oder stehen. So in 5 bis 10 Jahren etwa.“
    Gelassenheit tut gut.Dir selber und den Kindern auch. Was muss das für ein Stress sein, in einer Musterwohnung zu leben.Ich habe auch Gelassenheit gelernt und denke so lebt es sich entspannter ;-)

  12. Barbara / Jun 20 2012

    Aufräumen wenn die Jungs da sind – bei uns zwecklos.. wir räumen abends (gemeinsam) auf – je nach Zeitrahmen und nervlicher Verfassung und bei uns wird gelebt in der Wohnung vor allem auch im Wohnzimmer und das darf man sehen. Bei uns zu Hause war das Wohnzimmer heilig und nichts und niemand durfte da hinein. Jede Woche sortiere ich einmal das Wohnzimmergerümpel durch und räume wieder das in das Kinderzimmer, was unten zu viel ist. Wenn die Jungs aus dem Kindergarten kommen schleppen sie die Sachen, die sie gerade interessieren wieder nach unten :-D

    PS: Und ich habe diesbezüglich noch ein drittes Kind ( ca 1,68 cm groß und seines Zeichens der Vater der beiden Räuber)

  13. Sigrid / Jun 20 2012

    Diesen Artikel kann ich wieder einmal nur unterschreiben.
    Vom Möbelhauskatalog habe ich mich schon lange verabschiedet. Irgendwo habe ich mal einen schönen Spruch gelesen: (sinngemäß)
    Dieses Haus ist suber genug um gesund zu bleiben und dreckig genug um gesund zu bleiben.
    Leider bekomme ich ihn nicht mehr zusammen.
    Fürs Kennenlernen ziehe ich auch eine ruhige Minute ohne meine beiden Wirbelwinde vor.

  14. Smoew / Jun 20 2012

    Hach ?!

    (Ich war soooo gerne bei euch. Ihr seid eine so warme, herzliche, offene und lustige Familie, ich war wirklich sehr, sehr gerne bei euch!

    Und wir kommen auch ganz gewiss nochmal wieder, damit 3 kleine Jungs das Chaos perfekt machen, während wir die Mädchen anhimmeln, hm?)

  15. Ansku / Jun 20 2012

    Aha, dann habe ich das falsch gelesen, das tut mir Leid. Meine Erfahrung ist eben, dass ich eben schon öfters bei Leuten mit Kindern war und auch oft beim ersten Treffen die Kinder mit dabei waren. Natürlich ist es anstrengender so ins Gespräch zu kommen, aber im Großen und Ganzen hat es mich nicht gestört, weil mir die Situation durchaus bewusst war. Und meistens ergab sich schon irgendwann eine Gelegenheit in Ruhe ein paar Sätze zu wechseln. ;)

    Aber das mit dem Respekt ist natürlich sehr nett von Dir, ich hätte da nur das logistische Problem, dass zu den Zeiten wo die Jungs im Kindergarten sind, ich in der Arbeit bin, vermute ich zumindest mal. Kicher ;)))

    Liebe Grüsse!

  16. Mama06 / Jun 21 2012

    Hast du gut geschrieben, nur deine Zahlen sind doch sehr sehr idealistisch glaube ich :-)Vielleicht 15 Jahre das kann evt. hin kommen. Egal, Kinder sind Kinder und sie sind wunderbar.
    Man wir in der Tat gelassener und das ist auch gut so.

  17. FamilieKeks / Jun 23 2012

    ich finde toll das tu betonst, das Dir dein Privatleben such wichtig und heilig ist. Denn auch mir geht es so, das ich vob vielen Leuten geschrieben bekomme was das soll und warum ich das leben meines Kindes und das unserer Familie Preis gebe. Fuer mich ist das auch etwas ganz anderes.

    Was das Haus angeht. Ich habe einen Putzfimmel und muss es fuer mich aufgeraeumt haben. Aber wenn ich Freunde besuche bei denen es eher chaotischer ist finde ich das Auch keines Wegs schlimn.

    Dazu gibt es auch derzeit einen tollen Bericht in der aktuellen Eltern

    Lg

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