Bis einer heult! • 4 Monate Miezmeedchen
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24. September 2012 | Pia Drießen

4 Monate Miezmeedchen

Mein kleines Meedchen,

heute bist Du Sage und Schreibe 4 Monate alt. Ganz genau.

Der letzte Monat verging wie im Fluge. Du hast von heute auf morgen begonnen Dich zielgerichtet auf den Bauch zu drehe, den Kopf gehoben, die Arme aufgestützt und Dich mit einem „Was’n hier los?“-Blick umgesehen, dass ich Dich vor Liebe hätte auffressen können. Seither tust Du das jeden Tag. Du ziehst Spielsachen an Dich heran, um sie zu betatschen, anzulutschen und sie mit Deinen Kieferchen zu bearbeiten. Denn das Zahnen ist weiterhin ein Thema. Zwar ist Deine Unruhe besser geworden seit Du Gegenstände gezielt in den Mund stecken und Dir dadurch Linderung verschaffen kannst, aber das Sabbern ist nach wie vor deutlich Zeichen dafür, dass es im Kiefer arbeitet.

Wenn Deine Brüder oder deren Freunde um Dich herum spielen bist Du glücklich. Du beobachtest sie alle ganz genau, wie sie herumspringen, jauchzen und kichern. Dann lachst Du mit. Wenn dann noch jemand Dir seine ganze Aufmerksamkeit schenkt und mit Dir herum schäkert, dann schenkst Du ihm im Gegenzug ein entwaffnendes Lächeln, das über Dein ganzes Gesicht erstrahlt.

Du lachst mit den Augen, so wie der kleine große Bruder. Dieses kleine Funkeln und Blitzen und im nächsten Moment hast Du bereits mein Herz erreicht und löst diese euphorische Freunde in mir aus. Du bist so toll!

Stillen ist uns beiden inzwischen so in Fleisch und Blut übergegangen, dass wir das irgendwie so nebenbei machen. Am Ende des Tages weiß ich jedenfalls gar nicht mehr so genau, wie oft oder gar wann und wo wir gestillt haben. Seit mir das das erste Mal bewusst wurde, haben wir nun konkrete Kuschelstunden, die nur uns beiden gehören. Meist sind das zwei Stunden um die Mittagszeit, die wir eng aneinander gekuschelt auf dem Sofa verbringen, ein bisschen flirten und ich Dich küsse und streichle. Und natürlich liegen wir nach wie vor jede Nacht eng aneinander gekuschelt im Bett und schlafen.

Du bist eine kleine Penntüte. Zwischen 19.00 und 19.30 Uhr gehst Du ins Bett, wirst gut gestillt und schläfst danach schnell ein. Erstaunlicherweise schläfst Du nur tagsüber beim Sillen ein. Und Du weinst so gut wie nie, wenn ich Dich ins Bett lege. Manchmal spielst Du noch ein bisschen vor Dich hin, rollst Dich auf den Bauch und zurück, zuppelst an Deiner Bettmaus und schläfst mit ihr im Arm ein.

Wir sind ein so unglaublich gutes Team, dass ich Dich ganz ohne Sorge und Bauchweh meinen liebsten Freunden in den Arm drücken kann. Die Tragen Dich dann ein wenig herum und ich kann mich derweil um Deine großen Brüder ein wenig intensiver kümmern. Wenn Du mich dann vorbei huschen siehst, zum Beispiel auf dem Herbstfest im Kindergarten am Wochenende, dann grinst Du mich breit an, ich grinse zurück, drück‘ Dir ein feuchtes Küsschen auf und wusle weiter. Das ist okay. Du weißt ja, dass ich wieder komme und nie ohne Dich gehen würde. Dein Vertrauen macht mich sehr stolz.

Inzwischen warst Du schon öfters mit Papa allein daheim. Das klappt meist sehr gut, manchmal bringst Du ihn aber auch so aus der Ruhe, dass er mich anrufen muss, weil Du ihn auffrisst, wie er sagt. Komischerweise willst Du dann aber nie trinken, wenn ich angerast komme. War dann wohl doch nur Sehnsucht nach Mama *chichi* Abends kann man Dich hingegen ganz bedenkenlos mit ihm oder Oma Miez alleine lassen. Dann schläfst Du tief und fest und bemerkst meist gar nicht, dass ich nicht zuhause bin.

Aktuell trägst Du Kleidergröße 68 und Windelgröße 3. Du fährst nach wie vor eher ungerne Auto, sitzt für Dein Leben gern in der Trage, möchtest aber mindestens eine Stunde am Tag Dich völlig frei bewegen dürfen. Wenn die Jungs nicht da sind, rollst und kullerst Du über den Wohnzimmerboden. Zu Deiner eigenen Sicherheit spielst Du in ihrer Anwesenheit meist in Deinem Laufstall.

Baden ist immer noch heiß geliebt von Dir. Dann gluckst und kicherst Du, plantscht mit den Füßen im Wasser und genießt es, eingeseift und mit einem weichen Tuch abgewaschen zu werden. Ich föhne Dich trocken und massiere Dich mit Lavendelöl. Dabei fixiert Dein Blick mich immer ganz genau, schaut was meine Hände tun und wie sie von oben nach unten wandern. Meist ist Dein Blick zum Schluss hin glasig und hängt in der Ferne. Danach schläfst Du immer besonders gut.

Dein Blick verfolgt mein Essen bereits sehr aufmerksam. Ich warte derzeit noch auf den Moment, in dem Du den Mund dabei öffnen wirst und mir so signalisierst, dass Du auch mal kosten willst. Dann wird es Zeit für Fingerfood. Deine Brüder haben Dir allerdings schon Butterkeks, Laugenbrezel und – Highlight – Lolly zum Probieren angeboten. Zum Glück habe ich das immer rechtzeitig bemerkt.

Vergangene Woche hast Du Dich das erste Mal selber in den Sitz gezogen. Wieder ein Zeichen dafür, dass Du es eilig hast voran zu kommen und vermutlich Deinen Brüdern hinterher zu toben. Aber ich bin auch weiterhin ängstlich, dass Du zu schnell mobil wirst. Lass Dir Zeit. Bitte. Und bleib noch einen kurzen Moment mein kleines Baby.

Ich weiß inzwischen, dass es schmerzen kann, wenn die kleinen Babys groß und selbstständig werden. Dass es wehtun kann, wenn man das erste Mal abgelehnt wird, wenn man erleben muss wie das eigene Kind seine eigenen Erfahrungen in Sachen Ablehnung durch Fremde erfährt und wie ihm das Kuscheln mit Mama immer weniger wichtig wird. So bleibt noch, mein kleines zartes Meedchen. Bleib noch ein wenig mein Baby, drückt Dich an mich, fordere meine Nähe und Aufmerksamkeit. Lass uns gemeinsam dahin wachsen, wo wir hingehören. Schritt für Schritt. Atemzug um Atmenzug.

Ich liebe Dich so sehr, kleiner Mensch. Deine unglaublicher Ausstrahlung und Dein Charme sind so liebenswürdig und bezaubernd. Und Du bist so wunder-wunderschön! Optisch mehr großer großer Bruder und charakterlich mehr großer kleiner Bruder. Die perfekte Mischung.

Dein Duft. Deine kleine Hand auf einer Haut. Deine Augen und Dein Mund wie sie mich anlachen. Ich habe nicht genug Worte um meine Empfindungen für Dich angemessen auszudrücken.

Meine süße kleine Tochter, 4 Monate bist Du nun bei uns. Erst! Und keine Sekunde möchte ich Dich mehr missen.

Deine Mama 

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Nadine / Sep 24 2012

    Wie immer zu Tränen rührend! <3 Kleines Miezmeedchen, nur das Beste für Dich zum 4monatigen <3

  2. Mama Schlaflos / Sep 24 2012

    *schnief*

    Sehr schön geschrieben. Mein kleines Mädchen ist zwei Wochen jünger, meine Jungs fast im gleichen Alter (etwas älter) wie deine – schön sich hier so oft wieder zuerkennen.

  3. MamaMia / Sep 24 2012

    Wie wunderschön… Bezaubernde Worte für ein bezauberndes Wesen.
    Alles gute für die kleine Maus weiterhin und weiterhin eine so schöne und intensive Zeit.
    GLG, MamaMia

  4. LittleMinx / Sep 24 2012

    Das liest sich so herzerwärmend…
    Diese Babyerfahrungen würde ich auch gerne nochmal machen. *^_^*

  5. lottapauline / Sep 24 2012

    Hach wie süss, so schön geschrieben. So ein tolles Team. Macht weiter so.

  6. Pumucklchen / Sep 24 2012

    waah ich weine.
    Vor allem der letzte Absatz .. Ablehnung & wachsen, mir geht es genauso. :)

  7. blumenpost / Sep 24 2012

    Erst seit ich selbst ein Baby habe, interessieren mich die Monatsberichte von anderen. Umso spannender jetzt zu lesen wie andere kleine Babys so sind. :)

    Tolles kleines Miezmeedchen!

  8. olja / Sep 24 2012

    sooooooo toll geschrieben……
    das ist mama – L I E B E !

  9. Tati / Sep 24 2012

    Es ist wirklich unglaublich, wie die Zeit vergeht!

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