Bis einer heult! • Schwächen? Perfektionismus!
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23. September 2014 | Pia Drießen

Schwächen? Perfektionismus!

Ich bin Perfektionist. Und ich nehme das nicht gerade als Stärke wahr.  Kleinste Ungenauigkeiten, Asymmetrien oder Fehler machen mich wahnsinnig. Da kann man mir 10 Mal sagen, dass das doch gar nicht so schlimm ist und nicht auffallen würde. Weil: wenn ich das weiß, dann sehe ich das auch. Und leider nur das. Es ist ein Fluch und der kostet mich schon lange viel Zeit und Nerven. 

Besonders schlimm finde ich es, wenn ich etwas mit ganz viel Liebe und Hingabe mache und es zum Schluss eben nicht perfekt – nach meiner Definition – ist. Aber! Ich übe mich in „drüber wegsehen“ und „hinnehmen“. Ehrlich wahr. Aber als ich gestern die neue Kuscheljacke für das Meedchen fertig genäht hatte, diese wendete, absteppte und dann den Reißverschluss schloss … da war mir dann doch ganz arg nach Heulen zumute. 

20140923_02Ich finde die Jacke wunderschön, aber wenn ich sie ansehe, dann sehe ich zuerst diesen Versatz der Brustbelege. Und das ärgert mich phänomenal. Das Meedchen stört sich natürlich überhaupt nicht daran, stürzte sich heute morgen voller Freude auf die Jacke und wollte sie sofort anziehen und auch nicht mehr ausziehen. Und natürlich werde ich sie die Jacke tragen lassen. Denn sie erfüllt ihren Zweck – wärmen -, sieht hübsch aus und macht mein Meedchen glücklich.

Im geöffneten Zustand sieht man den Fehler gar nicht. Und ich werde jetzt jeden Tag, an dem das Meedchen die Jacke trägt, ein bisschen mehr lernen, nicht den Fehler zu sehen sondern mich stattdessen einfach an der schönen Jacke freuen.

20140923_01

Sie werden jetzt vielleicht mit den Augen rollen und sich denken: die Miez hat nen Vogel. Nun ja, kann man so nennen. Aber das sollte auch nur ein Beispiel dafür sein, wie mich dieses Korinthenkackerichkeit selber nervt und stresst. Bei mir müssen auch alle Kaffeetassen mit dem Henkel nach rechts im Schrank stehen, Wäsche muss immer mit gleichfarbigen Klammern aufgehangen werden und Zahnputzbecher müssen immer in Reih und Glied stehen. Aber von Symmetrien und anderen Macken habe ich ja schon mal geschrieben.

Stoff: Elfenschwestern von Alles für Selbermacher
Schnitt: Lieblingsjackerl von FredvonSOHO

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Marketing- und Medienberaterin mit Schwerpunkt Social Media. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. G. / Sep 23 2014

    Mihihi, Perfektions-Miez : )

    Kenn isch, wär auch abgedreht. Vor allem weils kein zurück
    mehr gibt (oder nur schwer) wenn fertig genäht…
    ABER: Ich find Deinen Vorsatz gut Dich in drüberwegsehen zu üben.

    LG,
    G.

  2. anja fu / Sep 23 2014

    hallo liebe pia….das was du da so schreibst kenne ich zu gut von mir…ich bin da genau so wie du…ich kann dann auch nicht so gut mit um gehen…also kopf hoch und mach weiter so tolle sachen…bin so ein grosser fan von dir….ich wünsche dir einen schönen abend….liebe grüsse und dicke umarmung von mir …anja

  3. Evi / Sep 23 2014

    Diese – wie Sie es so schön nennen – Korinthenkackerichkeit, die ist mir auch zu gut bekannt. Man bezeichnet mich hier in Bayern gerne mal als Dipferlscheißer

  4. Sandra / Sep 23 2014

    Ja, man macht sich damit selbst das Leben schwer. Aber ja, mir wäre es genauso gegangen. Drüber-hinweg-sehen-üben ist ein guter Vorsatz. :)

  5. Svenja / Sep 23 2014

    oooh, ich kann es sooo gut nachempfinden… Ich unterschreibe den Text mal blind , bei mir ist es genauso!
    Aber Hut ab bei dem Vorsatz, darüber hinweg sehen zu wollen! Klappt bei mir leider – noch – nicht. Der Gedanke „das ist jetzt egal“ stresst mich fast mehr, als der Perfektionismus.

  6. Angela / Sep 23 2014

    Einerseits sage ich: tolle Jacke … Egal …. Fällt doch gar nicht auf … Und andrerseits ticke ich gleich !!! Ich hasse Asymmetrie

  7. Eva / Sep 23 2014

    Die Jacke ist der Hit!
    Was soll denn damit sein, ich kann gar keinen Fehler sehen?!
    Lg Eva (hat einen schmaleren linken Fuß, überhaupt, kein Mensch ist komplett symmetrisch. Aber es nützt ja nix, das zu erklären. Aber dennoch ist jeder Mensch ein perfektes Meisterwerk! So wie diese Jacke! )

  8. Katharina / Sep 23 2014

    Natürlich zeigen die Henkel im Schrank nach rechts!

    Nachteil: frau freut sich nicht mehr, wenn mann überraschend die spülmaschine ausräumt, sondern ist den ganzen Tag von falsch stehenden Tassen aus dem Konzept gebracht ;-) fast zumindest

    Die Jacke ist supertoll!!

  9. Sonja / Sep 23 2014

    Ui, so ne Jacke hab ich auch grad (fast) fertig.
    Und genau dasselbe Problem. Okay, bei mir ists noch deutlicher zu sehen.
    Hab den einen Reißverschluss halb abgetrennt, um ihn (vielleicht) noch symmetrischer hinzubekommen.
    Dann dacht‘ ich auch, ich könnte damit leben lernen.
    So unvollendet liegt sie da seit Tagen.
    Mal sehn, wohin der Weg des Annehmens :-) mich noch führt.

    Ist und bleibt n Lebensthema, gell!

    Derweil dreh‘ ich mal die Henkel der Tassen auf links.

    Aber wenn dann ALLE !!! :-)

  10. lizzy / Sep 23 2014

    um es evtl doch noch perfekt (schön ist sie ja schon ) zu machen :
    den gelben „absatz“ einfach aus stoff nen bissel dicker machen und so drüber nähen das es danach gleich hoch ist ;-)

  11. ELKE / Sep 23 2014

    ach Mama Miez, ich kann Dich sooooooooo gut verstehen. Statt stolz darauf zu sein, was für eine tollr Jacke du genäht hast, ärgerst du dich jeden Tag mal mehr, mal weniger über diesen Fehler. Aber immerhin stellst Du dich schon mal der Aufgabe. Bei mir ist es so, dass ich nicht mal anfang, weil ich immer denke, andere maches as eh vieeeel besser als ich und mich damit selber ausbremse. Aber auch ich arbeite daran!

  12. Malte / Sep 23 2014

    In der Schrift „Lobster“ gibt es verschiedene Glyphen für einen Buchstaben, je nach dem, ob es in der Mitte oder am Ende des Worts steht. Für das ü gibt es aber kein Abschluß-Glyph.
    Um nun „Menü“ korrekt schreiben zu können, habe ich also ein u-Abschluß-Glyph mit einem Trema übereinander gelegt — natürlich nicht, ohne das punktgenau mit dem ü-Glyph zu vergleichen.
    Hätte vermutlich keiner unserer Hochzeitsgäste gemerkt. Aber ICH wollte es halt perfekt haben.
    Um nur mal EIN Beispiel zu nennen…

    • Mama Miez / Sep 23 2014

      AN MEIN HERZ!

      • Malte / Sep 24 2014

        Für die Leser, für die die obigen Ausführungen böhmische Dörfer sind:

        Was ich meine, sieht man bei dem „h“ ziemlich genau in der Mitte der Seite
        http://www.impallari.com/lobster/

        (Von Pia wusste ich ja, dass sie weiß, wovon ich rede)

    • Steffi / Sep 24 2014

      Oh mein Gott, Du bist wie ich!!! :-)

  13. Katharina / Sep 23 2014

    Und wenn Du Dich nicht an der Jacke freuen kannst, dann schau Deine Tochter an statt die Jacke und freue Dich über IHRE Freude!

  14. Conny Wittmann / Sep 23 2014

    Ach wie schön, es gibt noch mehr Verrückte ;-) Meine Freunde grinsen sich immer einen wenn sie zB sehen dass die IKEA-Kinderteller nur in Regenbogensortierung ins Regal dürfen… Viele Grüße an alle Perfectionistas!

  15. Stefanie / Sep 24 2014

    ich bin zwar selber nicht so perfektionistisch, kann aber durchaus verstehen dass es einem sofort ins Auge fällt und man nur noch den eigenen „Fehler“ sieht. Außerdem muss da niemand drüber lachen. Ich glaube jeder Mensch hat und braucht gewisse Rituale die das Leben in festen Bahnen halten. Bei manchen ist das eben ausgeprägter als bei anderen. Und wenn ich auch nur ansatzweise Talent zum Nähen hätte wäre ich vermutlich ähnlich ettäuscht.

  16. Christine / Sep 24 2014

    Kenne ich. Mein Mann zieht mich damit regelmäßig auf, wenn Besuch kommt und sowas schiefgegangenes lobt-er lässt sie dann den Fehler suchen, der mir natürlich sofort ins Auge springt. Meine Oma sagte mir mal was tolles, das mir hilft: im Orient macht man absichtlich Fehler z. B. bei Teppichknüpfen, denn nur Allah ist vollkommen!

  17. Sarah / Sep 24 2014

    Das kenne ich auch- leider. Wenn an der Mütze/Leggings/… der Streifenverlauf nicht ineinander übergeht mache ich das neu.

    Wenn es dich sehr arg stört: mach doch eine kleine Aplikation drüber. Dann sieht mann das nicht mehr so. Vielleich eine der Elfen? Oder eine schöne Blume? Oder symetrisch: je eine Elfenschwester auf jeder Seite des Reißverschlusses? Mir hilft das schonmal. :)

    Liebe Grüße Sarah

  18. Katharina / Sep 24 2014

    Ach, Perfektionismus? Ich habe einige ähnliche „Macken“ und dachte immer eher, dass ich da einfach ein bisschen zwanghaft bin. Das mit den Wäscheklammern z.B. hab ich auch und ich habe auch eine zeitsparende Lösung gefunden: Ich habe drei Packungen Holzklammern gekauft, die alle die gleiche Farbe haben.
    Wenn ich einkaufen gehe, nehme ich den Wagen immer aus der längsten Schlange und stecke ihn nach dem Einkauf dann in die kürzeste, damit es irgendwann mal ordentlich ist. Bekloppt oder?
    Ich finde sowas nicht schlimm und es schafft bei mir Verständnis für meine Klientinnen die zum Teil viel schlimmere Macken/Zwänge/Spleens haben.
    Solange es das Leben nicht wirklich beeinträchtigt, kann sowas auch duchaus liebenswert sein.
    Dass du dich nun über die Jacke ärgerst ist natürlich doof, aber wenn man in etwas soviel Arbeit Zeit gesteckt hat, durchaus verständlich!

    Liebe Grüße, Katharina

  19. maikind / Sep 24 2014

    Oh weh, was kommt mir das bekannt vor… Habe gerade eine Tunika für meine Tochter genäht und einen winzigen Fehler beim Annähen des Halsbündchens gemacht und nun bilde ich mir ein, dass sich die komplette obere Partie deswegen krum und schief ist. Sonst ist das Teil echt toll geworden, aber ich sehe nur den verzogenen Hals. *bekloppt*

  20. Danny / Sep 24 2014

    Liebe Pia,
    du bist nicht allein!! Ich kann dich sooo gut verstehen. Während meiner Ausbildung zur Werbekauffrau hab ich eine Messe organisiert. Hinterher haben mich meine Chefs über den grünen Klee gelobt und ich konnte nur sehen was alles nicht, oder falsch gelaufen ist. Und so ist es auch im Alltag mit vielen vielen Dingen!!
    Aber ich glaube wirklich man kann es lernen seine Fehler anzunehmen. Wir üben das einfach ganz fleißig!
    Drücke dir die Daumen

    Alles Liebe
    Danny

  21. Mela Kunterbunt / Sep 24 2014

    Kenn ich. ..ich sortiere im Kellnerjob die Saftgläser mit dem Emblem nach vorne um, sämtliche Tassen mit dem Henkel nach rechts und Milchkännchen, Kerzenständer und Co in akurater Reihe auf dem Regal ;-)

    Aber das Jäckchen ist super schön…trotz kleinem Makel

  22. Maxine / Sep 24 2014

    Jo.

    In der Besteckschublade Löffel in der Löffelchenstellung. Und nicht nur die: Gabeln, Espressopaddel und Eislöffel.

    Tassenhenkel auf rechts – wobei ich mich täglich daran störe, dass es unterschiedliche Kaffeebecher sind, die wir geschenkt bekommen oder als Reiseandenken mitgenommen haben, und diese nicht soldatisch aufgereiht werden können. Die Garfield-Tasse hat eine andere Höhe und einen anderen Durchmesser als der Guinessbecher oder die Moin-Tasse von der Nordsee und farblich sortieren geht gar nicht.

    Einen Tisch zu decken mit Geschirr, das nicht aufeinander abgestimmt ist, macht mich unruhig (oder Kerzen, die farblich nicht zu den Servietten passen).

    In der Sockenschublade liegen die weißen Socken rechts, die schwarzen in der Mitte und die bunten links.

    Ich hab’s jetzt nicht so mit Nähen oder Stricken, aber wehe die Sahntupfen auf der Schokotorte für Omas Geburtstag verrutschen…

  23. Kris / Sep 24 2014

    Hallo Pia
    Augen rollen?! Nein :) schmunzeln? Ja :D aber nicht über die ‚Macke‘ sondern darüber dass man selber merkt wie viele doch so ihre Macken haben. Mit Bechern, Wäsche geht es mir auch so. Socken müssen auch immer paarweise hängen. Meine Lebensgefährtin nennt mich Monk. Ich nehme es hin und versuche über meine Macken zu lachen, auch wenn ich mich oft genug über mich selbst ärger dass ich so bin. So ist es einfach. Schmunzle wir gemeinsam drüber! Ändern können wir es eh nicht mehr ;)

  24. maike / Sep 24 2014

    Oh das kenn ich. ich kann auch kein schiefes Bild angucken. Leider ist mein Mann ein Handwerker mit zwei linken Händen und es stört ihn auch nicht wenn man was schief ist *arrrggghhh*

  25. toffi / Sep 24 2014

    und der deckel vom topf muss richtig aufliegen und generell müssen die töpfe alle gleich ausgerichtet sein. legosteine sortiere ich gerne nach farbe und größe. und generell mache ich meinen mann wahnsinnig, wenn ich anfange seine hemden nach farbe zu sortieren. hach ja, ich kenn das.

  26. Sonja / Sep 24 2014

    1. Die gute Nachricht: Perfektionismus ist heilbar! Weiß ich aus eigener Erfahrung.
    2. Auch als Experfektionistin fällt mir dieser kleine „Fehler“ sofort ins Auge und würde mich ärgern, weil ich Ästhet bin, aber er würde mir keine Schweißperlen mehr auf die Stirn treiben.
    3. Stell dir mal vor, du würdest von jetzt auf gleich diese ganze Pingelsdrisserei lassen. Ich glaube, deine Mitmenschen würden dich immer noch genauso lieben.
    4. Aber gerade unsere Ecken und Kanten, eben das Unperfekte am Perfektseinwollen ist ja doch immer wieder eine gute Geschichte wert ^.-

  27. Kati / Sep 24 2014

    Liebe Pia,
    genau wie du und die vielen anderen, die sich hier schon bekannt haben, kann ich schwer über unperfekte Dinge hinwegsehen. Meine größte Macke: Ich ertrage es nicht, wenn Wäsche nicht akkurat aufgehängt wird. Socken müssen bei mir zwingend paarweise nebeneinander auf die Leine.

    Und auch ich nehme mir immer vor, mal etwas gelassener zu sein. Letztens hab ich mal einen sehr schönen Spruch gelesen, den ich mir in solchen Situationen jetzt sage:
    Done is better than perfect!

    Liebe Grüsse,
    Kati

  28. Hanna / Sep 25 2014

    Ach Pia – ich kenne (wie wahrscheinlich fast jeder) das Problem. Hab ich doch mal irgendwann gedacht: Machst du mal auf die Schnelle eine Krabbeldecke für den Kleinen. Schon wars darum geschehen, dass an einer Stelle die Quadrate nicht 100% aufeinander treffen. Was habe ich mich geärgert. Wenn sie heute benutzt wird, dann kommt da immer ein Spielzeug drauf, damit ich mir das nicht angucken muss – oder gleich die ganze Kiste. Da kann man ja fast sagen: Zum Glück kommt die Decke bald weg – wird ja eh nicht mehr wirklich gebraucht und wird bald auf den Dachboden verbannt :D

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