Miezhaus – Renovierungstagebuch Tag 4 & 5

Auch wenn ich Ihnen gestern nichts von der Renovierungsfront berichtet habe, so waren wir doch nicht untätig. Viel eher raffte mich gegen Nachmittag plötzlich auftretendes hohes Fieber nieder, weshalb ich weder Energie noch Lust zum Bloggen hatte. Dafür dann heute im Doppelpack.

Der gestrige Tag bestand mal wieder aus viel Tapeteabkratzen. Nachdem sich die Idee, im Meedchen-Zimmer nur die Bordüre zu entfernen, als Kackidee entpuppt hatte, kratzen der Mann und ich einfach mal die komplette Raufaser von der Wand. Inklusive 4 Schichten Tapete und 2 Schickten Farbe im Bereich der Bordüre. War jetzt nix, wo ich „Hurra!“ geschrien hätte, ging aber dank der eher aggressiven Methode („Nass, die Wand muss nass sein!„) doch besser, als die sagenumwobene rote Wand im Wohnzimmer. Außerdem testete ich in den Zimmern der Jungs noch wie viele Anstriche nötig sind, um die farbigen Wände wieder weiß zu bekommen. Es werden wohl, dank Qualitäts-Malerfarbe, zwei Anstriche nötig sein, um selbst das grelle Pink schön weiß zu decken.

Das Abkleben des Löwenmauls-Zimmers dauerte allein 30 Minuten. Eine der Arbeiten, die ich am meisten hasse. Aber immerhin ist es jetzt Streichbereit. Hinzu kamen gestern noch viele Kleinarbeiten, wie z.B. das Zuspachteln von Bohrlöchern. Sehr sehr vielen Bohrlöchern. Und ich habe versucht, die Türblätter der Kinderzimmer mit Waschbenzin zu reinigen. Ich sag mal so: Aufkleber auf Papier: super! Aufkleber auf Türen und Möbel: NO GO! Ich werde wohl oder übel zu härteren Mitteln greifen müssen, um die ganzen Kleberückstände von den weißen Türen zu bekommen.

Gegen Mittag schwoll meine Nase zu, mein Husten wurde immer schlimmer (auch dank des Putz- und Mörtelstaubs, der durchs Haus fliegt) und mein Kopf nahm gefühlt den Umfang eines Riesenkürbis an. Mir schwante nix Gutes. Ich holte am Nachmittag die Kinder vom Kindergarten und brachte die Jungs noch zu einem Freund zum Spielen, während der Mann wieder ins Haus fuhr. Gemeinsam mit dem Meedchen verbrachte ich 2 Stunden mit Haushalt daheim, bevor wir wieder aufbrachen, um die Brüder einzusammeln. Nachdem ich das Abendessen kredenzt hatte raffte es mich dahin. Von einer Sekunde auf die andere hohes Fieber, Schüttelfrost und k.o.-Gefühl. Also die Kinder schnell ins Bett sortiert und mich zum Sterben aufs Sofa gelegt. Nachdem auch der Mann heimgekommen war zog ich recht schnell ins Bett um. Das war so gegen 20:30 Uhr. Die Nacht schwitzte und zitterte ich durch. Mir graute es jetzt schon vor dem heutigen Tag, denn ausfallen ist nicht! Wir haben nur noch diese wenigen Tage und wir müssen fertig werden. 

Zum Glück ging es mir heute morgen dann schon um einiges besser. Die Nase war wieder frei, das Fieber verklungen und der Kopf wieder fast auf normale Größe geschrumpft. Ich nahm vorsorglich eine Paracetamol, räumte das Haus soweit auf, dass die Hauselfe Störungsfrei ihren Aufgaben nachkommen konnte und fuhr dann wieder auf die Baustelle.

Von 9:30 Uhr bis 15:30 Uhr schafften wir heute gefühlt nicht viel, aber unterm Strich doch eine Menge: Tapezieren von 2/3 des Meedchenzimmers (Raufaser), Tapezieren der Küchenwand (Vliestapete), an der die Küchenzeile stehen wird, Reparatur des angesägten Rollokastens in der Küche (da hat mal ein Hängeschrank nicht ganz hin gepasst und kurzerhand wurde ein Stück aus dem Rollokasten ausgesägt) und weitere Bohrlöcher zuspachteln. Erwähnte ich schon die raue Menge an Bohrlöchern? Unbelievable! 

Am Nachmittag hatten wir (Elternbeirat, dem der Mann und ich beide angehören) einen Termin im Kindergarten, der sich etwas zog. Während der Mann nochmal ins Haus fuhr, versorgte ich die Kinder daheim und steckte alle 3 müde ins Bett. Anschließend habe ich mich an die finale Küchenplanung begeben. Es nützt ja nix. Irgendwann muss das erledigt sein. Ich bin schon ganz stolz, dass ich mich vorgestern Abend dazu überwand, die Elektrogeräte zu bestellen. Entschieden haben wir uns für einen AEG Backofen der MaxiKlasse und einen vollintegrierbaren Geschirrspüler von Siemens. Da ich unbedingt ein Induktionskochfeld haben wollte, noch dazu ein extra breites, damit ich z.B. endlich problemlos mit 2 großen Pfannen zeitgleich hantieren kann, fiel unsere Wahl auf das AEG Induktion DirectTouch mit 76cm Breite. Tatsächlich war letzteres dann auch die erste Post, die wir an unsere neue Anschrift geliefert bekamen. Heute. Das allein motivierte mich die oben genannte Küchenplanung endlich abzuschließen. Ich lasse gleich den Mann nochmal drüber gucken, aber sollte ich keine gröberen Denkfehler drin haben, sollte es genau so umzusetzen sein. Ahhhh, ich freu mich!

20150303_01

Morgen wird die restliche Küche und der Rest von Meedchenzimmer tapeziert. Und, so Gott will, das Wohnzimmer oder eines der Jungszimmer gestrichen. 

Und für den nicht passenden Kleiderschrank haben wir inzwischen auch eine adäquate Lösung: da es ein Pax-Schrank ist, werden wir einfach einen niedrigeren Korpus und neue Türen kaufen und die Inneneinrichtung wieder verwenden. Entweder wir verkaufen die alten Korpusse und Türen, oder nutzen sie in einem anderen Raum. Da muss ich noch mal in mich gehen. 

Ach ja, es wird. Langsam, aber es wird.

Print Friendly, PDF & Email
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
Beitrag erstellt 4480

25 Gedanken zu „Miezhaus – Renovierungstagebuch Tag 4 & 5

  1. Also ich finde das ja unglaublich was Ihr schafft. Hut ab.

    Wir sind bei sowas immer so tranig.
    Als wir von einer 2-Zimmer-Wohnung in eine 3-Zimmer-Wohnung umzogen, ohne das wir irgendwas renovieren mussten, hat es über ein Jahr gedauert bis wir alle Kisten ausgepackt hatten. Und da hatten wir nur 1 Kind (kurz danach 2)

    Es ist toll was Ihr schafft. Meinen Respekt.

    Weiterhin gutes Gelingen.
    Das Glücksgefühl beim endgültigen Einzug wird bombastisch sein!

    LG

    Tina

  2. Orangenreiniger von prowin löst Aufkleber in Sekundenschnelle….

    Fleissig nähen Pass auf dich auf….
    Ein schönes Haus nützt nix wenn der Bewohner dann renovierungsbedürftig ist

  3. Liebe Pia,
    für die Aufkleber kann ich Orangenreiniger empfehlen. Der ist super und löst echt gut den Kleber. Ich habe damit mal ein ganzes Hochbett von Aufklebern befreit und auch sonst bisher nur gute Erfahrungen gemacht mit hartnäckigsten Klebrigkeiten.
    liebe Grüße
    Patricia

  4. Huiiii fleißig! Kleberreste lösen geht mit Öl und dann mit Spüliwasser abwaschen oder (etwas rabiater) mit Spiritus, wobei der dann auch Lack von den Möbeln löst…

  5. huhu,

    was kommt den hinten ins eck ? wäre es nicht besser die Arbeitsplatte bis zur Wand weiterzu ziehen dann hättest du mehr Stellfläche :) Ansonsten sieht das gut aus. Ich liebe diese Küchenplaner daher nur meine Anmerkungen.

    Viele Grüsse,
    Juliane

  6. Hallo!

    Habe auch sofort an Orangenreiniger gedacht, als ich das von den Aufklebern gelesen habe. Hier mal der Linke zu dem den ich benutze (darf man hier in den Kommentaren verlinken?): http://www.amazon.de/Orange-Solvent-Reinigungsl%C3%B6sung-PET-Flasche/dp/B00850WRY4/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1425425987&sr=8-2&keywords=orange+solvent
    Ist echt ein Wunderzeug auf allen Oberflächen (man kriegt damit sogar Harz sowie alle möglichen „Baustellenklebrichkeiten“ von den Fingern!)

    Liebe Grüße und viel Spaß beim renovieren
    Kathi

  7. Guten Morgen Pia,

    Solltest du noch weitere Tipps gebrauchen können – hier meiner :P
    Aufkleber und vor allem die fiesen Kleberreste lassen sich super mit stinknormalem Öl (Oliven-, Raps-, Sonnenblumenöl) und nem Schwamm abbekommen. Das geht wie von Zauberhand. Danach alles mir einer Waschsodalösung (bitte Handschuhe anziehen) abwaschen, dann ist der Fettfilm weg und das wirkt sogar gleich leicht desinfizierend.

    Ihr seid echt so tapfer! Macht weiter so! Viel Erfolg und liebe Grüße
    Cathrin

  8. Hallo.

    Zum Aufkleber von weißen Türen entfernen, kann ich Hetterich und ein grobes Baumwolltuch empfehlen. Den Hetterich gibt es in der Apotheke.

    LG und viel Spaß dabei.

  9. Moin :)
    den Link zum Orangenreiniger von proWIN habe ich dir in FB als Link geschickt und dann fiel mir ein das diese Nachricht im Nirwana verschwindet, da wir nicht befreundet sind ;)
    Deshalb hier nochmal der Hinweis … irgendwo im Ordner sonstiges ist der Link zu finden *g*
    LG Antje

  10. Zum Kleberreste entfernen würde ich, wie Peggy, zum Föhn raten.
    Mit heftigem Schrubben und reiben kannst Du die Oberfläche der Türblätter anrauen, das bleibt dann auf ewig sichtbar.
    Mit dem Föhn haben wir ein Stück Marmorfensterbank, das an einer Lautsprecherbox mit doppelseitigem Klebeband befestigt war, nach vergeblichen Versuchen mit anderen Mitteln, sehr gut abbekommen.

  11. Hallo du,

    deine Küche sieht fast aus wie unsere. Wir haben bloß links in der Ecke noch Unterschränke. Die Arbeitsplatte darauf möchte ich nicht mehr missen.

    Maryme

  12. Falls das von den Anschlüssen geht, würde ich die Küche spiegelverkehrt planen: die hohen Schränke die bisher im Türsichtfeld stehen gegenüber stellen, wo bisher Herd/Spüle stehen und jene auf die gegenüberliegende Seite. Dann wäre das Türsichtfeld freier= müsste nicht auf den Schrankblock starren und es wäre kein „Loch“ in der Ecke zwischen Hochschrank und Fensterarbeitsfläche und mehr Arbeitsplatz durch vergrößerte Arbeitsplatte.

    Aber das ist nur eine Idee und natürlich Geschmacks- und Anschlusssache.

  13. Ist der freie Platz zwischen Spülbecken und Herd so schmal ? Besser den Platz rechts neben dem Herd reduzieren. Der Raum zwischen den beiden wird die Hauptarbeitsfläche werden.
    Und zweitens wird dort das schmutzige Geschirr für den Abwasch bereit gestellt.
    Ist jetzt eine der anderen Flächen als Vorbereitungsbereich vorgesehen, wird man bald von der Realität eingeholt werden.

  14. Hallo!

    Über die Haus-Renovierungsbeiträge freu ich mich jedes mal! Ich finde es so spannend zu sehen was man alles verändern kann und was ihr alles umsetzt. Zudem packt mich allmählich auch wieder die Lust selbst mehr Energie in die Suche eines Eigenheimes zu investieren, dass danach schreit, von uns geliebt, bewohnt und umgebaut zu werden. Ich wünsche ganz viel Kraft und keine Krankenausfälle – die bringen einen bei so einem Zeitlimit und Vorhaben ganz schön ins schwitzen!

    Alles Gute weiterhin!

    Mine

  15. Hallo Pia,
    die Kleberückstände von den Aufklebern bekommst du eventuell mit Spiritus gut weg.

    Gute Besserung und gutes gelingen!!
    Martin

  16. Großen Respekt vor dem Arbeitspensum, dass Ihr da gerade bewältigt. Bei Tapezierarbeiten habe ich bislang immer gekniffen und mir das nicht zugetraut.

    Die Perspektive der Küchenplanung erscheint aber auf den ersten Blick noch optimierungsbedürftig (sorry), so eine gefangene Ecke ohne Unterschrank wie links neben dem Fenster ist schwer zu nutzen und auch zu reinigen. Selbst wenn die Anschlüsse für Spüle und Backofen unverschieblich feststehen, geht da sicher noch was anders. Vielleicht guckt ja noch mal ein routinierter Küchenplaner drüber, bevor die Möbel bestellt werden…
    LG Anne

  17. Hallo liebe Mama Miez,
    Ich wünsche euch weiterhin viel Kraft und gute Nerven für euer Vorhaben!

    Wenn du magst, melde dich doch bitte mal bei mir bezüglich des PAX Kleiderschrankproblems. Ich kenne da jemanden, der zwei 75er Elemente in der niedrigen Höhe abgeben möchte!! :-)

    LG
    Nika von LittleTiger

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Beginne damit, deinen Suchbegriff oben einzugeben und drücke Enter für die Suche. Drücke ESC, um abzubrechen.

Zurück nach oben