Ich hab ja keine Ahnung!

Auch wenn ich die letzten Tage und Wochen keine Muse hatte ins Internet zu schreiben, so hatte ich doch jede Menge Zeit zum lesen. Ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, dass mir so mancher Tweet auf Twitter oder auch verlinkter Beitrag auf Facebook nicht dann und wann den Puls in die Höhe treiben würde.

Ich bin großer Fan von „Leben und Leben lassen“ weshalb ich selten bis gar nicht Dinge kommentiere, die eben meinen Puls erhöhen. Aber nur weil man etwas unausgesprochen bzw. unausgeschrieben lässt, bedeutet es ja nicht, dass man sich keine Gedanken dazu macht und sich eine eigene Meinung bildet. Manche Themen … echt jetzt. Da fällt es mir auch heute noch sehr schwer nicht sarkastisch darauf zu reagieren. Gerade beim Thema Erziehung (oder eben nicht. Stichwort Unerzogen) geht mir das ganz häufig so. Ich störe mich weder daran, dass jemand so oder so (nicht) erzieht. Sei’s drum. Es sind seine/ihre Kinder und mir kann herzlich egal sein, was die zu Hause tun. Was mich aber regelmäßig stört sind die Oberbegriffe, die immer den Anschein erwecken, es gäbe eine Art Leitfaden, nachdem gehandelt bzw. (nicht) erzogen wird. In den letzten Jahren war das der Begriff Attachment Parenting (bindungsorientierte/bedürfnisorientierte Erziehung). Viele von den Dingen, die unter Attachment Parenting fallen, machen wir genau so. Andere nicht. Ich käme trotzdem nie auf die Idee meinem Erziehungsstil einen Namen zu geben, den ich dann womöglich noch in meine Twitter-Bio als „über mich“ packe.

Wir legen zum Beispiel großen Wert auf gesellschaftliche Umgangsformen, weil wir eben nicht in einer Höhle weit weg von der Zivilisation leben, sondern in einer Gesellschaft. Ob nun in der Kita, der Schule, dem Sportverein. Unsere Kinder betreten jeden Tag verschiedene gesellschaftliche Gruppierungen, in denen sie sich zurecht finden müssen. Dem entgegen steht die Förderung der Individualität, der freien Meinungsbildung und auch der Entscheidungsfreiheit. Zum Thema Genderpopender schrieb ich hier und hier ja vor ein paar Wochen schon mal. Das eine schließt das andere nicht aus. Man kann selbstbewusste und meinungsstarke Kinder erziehen, die sich trotzdem in der Gesellschaft zurecht finden, ohne in ihrer eigenen Persönlichkeit beschnitten zu werden.

Ich weiß, Sie wollen konkrete Beispiele. Also bitte: So las ich jüngst, dass man sich an zu vielen Regeln im Kindergarten störte. Es ging um das Verhalten beim Essen, wenn ich mich recht entsinne. Man stelle sich 25+ Kinder beim Essen vor, ganz ohne Regeln. Es ist sau laut, es wird gebrüllt, geredet, gesungen, das Essen klebt auf dem Tisch, der Erde und vermutlich an der Hälfte der Kinder. „Ein Paradies der freien Persönlichkeitsentfaltung“ mag da der ein oder andere jauchzen. Der Verantwortliche für eben diese 25+ Kinder wollte vermutlich aber nur ein Bruchteil von Ihnen sein.

Es ist ein Unterschied, ob man mit ein oder zwei Kindern am heimichen Esstisch sitzt, diese mit den Händen im Stehen essen und dabei lautstark singen lässt oder ob das 25+ Kinder gleichzeitig tun. Vom hygienischen Aspekt mal ganz abgesehen. Da kann mir jemand drölfmal mit der Argumentation „Aber mein Kind braucht/will das so und wenn ich es zu einem anderen Verhalten maßregle ist das ein Eingriff in seine Persönlichkeitsentwicklung“ kommen. In dem Zusammenhang las ich auch von „psychischer Gewalt“ gegen das Kind, wenn ich ihm meinen Willen (mit geschlossenem Mund kauen, nicht um den Tisch rennen und nicht mit den Händen essen) aufzwinge. Was man nicht alles falsch machen kann.

Darüber hinaus rutschte mir die Tage ein Tweet über Ich und Du-Botschaften durch die Timeline. Den Inhalt bekomme ich nicht mehr ganz zusammen, aber es ging im Grunde darum, dass man unerwünschtes Verhalten nicht mit „Du tust jetzt das und das!“ sondern mit „Ich wünsche mir, dass du dieses oder jenes tust, weil …“ abstellt. Wenn man es schon nicht hin bekommt das unerwünschte Verhalten zu ignorieren, weil mal gerade im unerzogen Stil nicht-erzieht. Da wunderte ich mich jetzt schon, dass man dazu scheinbar ganze Bücher schreiben muss.

Ach Gott, wenn ich das hier so lese bekomme ich schon wieder Puls. Ich sehe schon die ersten Kommentare mit „Das hast Du falsch verstanden, dich nicht richtig eingelesen, das stimmt so aber nicht, da steckt viel mehr dahinter“ vor meinem geistigen Augen, was mich eben genau dahin führt, worauf ich eigentlich hinaus wollte:

Diese tausend Ratgeber und Erziehungsstile und neue Namen führen letztendlich nur dazu, dass der Großteil der Leser das Gefühl hat, alles falsch zu machen.

Wo sind die ganzen Artikel über das gute alte Bauchgefühl und die Erfahrungsberichte über Kacktage, die einem das Gefühl geben nicht alleine zu sein? Wie war das gleich mit dem sagenumwobenen Online-Clan? Zerfleischt wird sich an allen Ecken und Enden.

Um es mal ganz bewusst überspitzt auszudrücken: Du darfst nicht fluchen, nicht schreien, nicht weinen, nicht erziehen. Du bist am besten eine Maschine, die alles an sich abprallen lässt, dem Willen und Bedürfnis Deines Kindes die höchste Priorität zuordnet und sich nach 23 Uhr dann auf Twitter ausheult, wie scheiße doch Dein Tag war. Dann und nur dann darfst Du das Label des neusten und hippsten Erziehungskonzepts als Hashtag in deiner Twitter-Bio führen.

Ja, dieser Beitrag ist weder wissenschaftlich noch objektiv. Er ist bissig, sarkastisch und gibt ein Gefühl und eine Stimmung wieder, die diese Elternfilterblase aktuell im Internet transportiert. Wer daher nun den Drang verspürt mit mir ernsthaft über dieses oder jenes Erziehungskonzept zu diskutieren möge mir nachsehen, dass ich dazu nicht bereits bin. Nehmen Sie das hier einfach als Stimmungsbild. Wenn Sie mit Ihrem Erziehungsstil zufrieden sind ist doch alles super!

Zum Schluss noch ein ironisches Sinnbild unserer eigenen Erziehung. Bitte schön:

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Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
Beitrag erstellt 4504

75 Gedanken zu „Ich hab ja keine Ahnung!

  1. Ganz ehrlich und aus tiefstem Herzen…….DANKE!
    Und das ist weder ironisch noch sarkastisch gemeint!
    Als hättest du genau DIE Gedanken niedergeschrieben in deinem Beitrag, die mir gerade so oft durch den Kopf gehen.
    Dieses Elterndings is manchmal sooo anstrengend….aber nicht wegen der Kinder…?

  2. Aus diesem Grund habe ich irgendwann alle Erziehungsratgeber aka Elternleitfaden oder “ wie erziehe mein Kind richtig etc“ verschenkt oder verkauft. Pro Bauchgefühl. Pro jeder so wie er/ sie kann, möchte, mag ?

  3. Ja, ja und nochmal ja.
    Ich hab jahrelang in Kindergärten gearbeitet und hab hautnah erlebt wie sich die Situation in den letzten Jahren verändert hat. Alle Eltern wollen nur das Beste für ihre Kinder, aber bitte nur für ihre eigenen. Dieser doch recht egoistische Blick bringt nur leider in einer Gruppe mit 25 rein gar nix.
    Die beschriebene Essenssituation trifft es auf den Punkt.

  4. ja, ich als „Neu-Mama“ mit einem 9 Monate alten Sohn bin eigentlich auch nur frustiert von all den Ratschlägen und so-musst-du-das-machen-sonst-schadest-du-ihm Gequake. Wie soll man da noch auf sein Bauchgefühl hören können und mögen, wenn alle Welt es besser weiß.
    Ratschläge sind auch Schläge.
    Und wenn es im Babykurs mal wieder über high-need Babys und attachment parenting geht, erzähle ich einfach, der Kleine hätte zum Frühstück Nutella vom Löffel bekommen. Dann ist Ruhe im Karton :P

  5. Boooaahhh jaa…
    Ich fand ja an dem Überbegriff „bindungsorientiert“ immer so ansprechend, dass das Wohlgefühl aller am System Familie beteiligten gemeint ist. Das widerspricht sich bei mir dann leider dem „unerzogen“, weil ich das alles was man so an Beispielen liest nervlich nicht ertrage, ich kriege oft schon juckende Ausschläge wenn ich diverse Erzählungen lese.. Das verkrafte ich nicht, wenn ich emotional stabil durch den Tag kommen soll, und wenn ich das nicht tue werden das meine Kinder ebenso spüren wie die „Bevormundungen“ hinsichtlich Esskultur o.Ä.

    Vieles finde ich ja durchaus ansprechend, aber die Gesamt-Haltung, die da rüberkommt wiederum entsetzlich ausschließend und restriktiv, mit eben kaum Raum für „bei uns läuft das so“, weil man praktisch alles aus irgendeinem Blickwinkel bemängeln könnte (und tut).

    Ich finde es auch unglaublich wichtig, den gesellschaftlich Aspekt anzusprechen, so wie du das anschneidest. Niemand hier existiert im sozialen Vakuum, auch Kinder nicht. Und aus wissenschaftlich-psychologischer Sicht ist das erschaffen einer Scheinrealität dann auch wieder mehr als fragwürdig…

    Nope, nichts für mich. Bei der nächsten Runde vielleicht. Danke fürs Gemotze. :-)

  6. Ich feier dich schon wieder. Danke.
    Ich als Tagesmutter bekomme diese Kinder dann und kann dann versuchen damit klar zu kommen. Oder eben nicht. Ich habe nämlich die Nase voll und höre auf. 3 Jährige die nicht ein minimum an Erziehung haben oder um es mit den Worten der einen Mutter zu sagen (Lehrerin am Gymnasium)“ich gebe mein unerzogenes Kind zur Tagesmutter und kümmer mich dann um die erzogenen Kinder, ????????????

  7. Früher war alles besser, so ganz ohne Internet… da gab es nur den Dorftratsch…
    Danke für den ehrlichen Beitrag. Genau dafür liebe ich deinen Blog!

  8. Meine Kinder sind zuhause furchtbar unerzogen, auswärts agieren sie aber meistens wunderbar erzogen. Ich muss irgendwas richtig gemacht haben. So ein bisschen. Na, Hauptsache sie sind gesellschaftsfähig ?

  9. Ach, ich find’s schade, weil mir AP (aus Büchern, Blogs, Tweets) geholfen hat, meinen eigenen Erziehungsstil zu finden. Dennoch übernehme ich nicht alles ungefragt. Dogmatismus ist gerade bei Erziehung (oder nicht, halt) fehl am Platz.

  10. Dieses Unerzogen-Dingens erschließt sich mir auch nicht so. Bedürfnisorientiert vom Grundsatz her schon. Auch wenn um Bindung so ein Bohei gemacht wird, dass es Mütter gibt, die glauben, nie eine echte Bindung zum Kind aufbauen zu können, weil sie einen Kaiserschnitt hatten und Kind nicht direkt auf der Brust hatten. Echt jetzt!
    Aber dieses Wertende gegenüber anderen Eltern (bzw. Müttern, die sind ja immer die Allerschlimmsten) find ich auch immer furchtbar. Als ob man alles falsch macht. Dieses „leben und leben lassen“ kommt der Gesellschaft ja seit Facebook völlig abhanden.

  11. Da bin ich echt bei dir, ich hab aber dennoch auch Mal im Blog seit Jahren keinen Senf zu diesen Themen Preis gegeben. Sonst bin ich net so.
    Du schriebst von ‚psychischer Gewalt“ und nanntes dann ziemlich lapidare Sachen. Die würde ich selbst nur als Ermahnungen sehen bzw normale Benimmregeln. Gewalt wäre es erst dann, wenn zB harte Strafen darauf folgen oder z.b. ‚3s wird nicht mit vollen Mund gegessen‘ führt zum gewaltsamen Mund zu halten, weil die Regel gebrochen würde.

    Regel brauchen wir für die Gesellschaft. Aber keinen gewaltsamen zwang.

    Zur Kita Situation wenn gemeinsam gegessen wird bin ich da voll bei dir. Bei uns war’s so das immer nur 2-4 Kinder gleichzeitig frühstücken. Fand ich auch ganz gut. Mit Essen rumrennen oder Märschen gab’s dennoch nicht.

    Ich finde immer noch das Bindungsorientiert nicht mit unerzogen gleich zu setzen ist. Wobei es da echt welche gibt die er perfektionieren und die Kids das auch gut annehmen ?

    Aber warum nicht einfach jeden machen lassen wie er es richtig hält. Keinen beleidigen (und sachlich bleiben wie du) was in letzter Zeit aber auf Twitter war, war nicht schön und da frag ich mich, wo die Erziehung bei den Müttern selber bleibt?

  12. Das mit den Ich- und Du-Botschaften hat unsere 2-jährige schon ganz gut drauf.
    Konkretes Beispiel? Bitte sehr:
    Kind zeigt ungewünschtes Verhalten (über das wir schon mehrfach gesprochen hatten).
    Ich: ‚Kind, ich möchte das nicht sehen!‘
    Kind: ‚Mama, dann halt Dir doch die Augen zu!‘

    (Und dann hat man plötzlich irgendwas ganz Dringendes in einem anderen Raum zu tun, damit das Kind die Lachtränen nicht sieht. ;-) )

  13. Dankeschön <3

    Den beste Tipp, welchen ich damals als Neumama mit Schreikind mal bekommen habe: "Hole dir Ratschläge und Meinungen, lies alle möglichen und unmöglichen Ratgeber und dann…wirf alles aus dem Fenster und hör verdammt nochmal auf dein Bauchgefühl."

  14. „… und sich nach 23 Uhr dann auf Twitter ausheult, wie scheiße doch Dein Tag war.“ Na immerhin um 23 Uhr. Das ist das was mich von der aktiven Teilnahme an diesem Internetding abhält. Um die Zeit bin ich ohnmächtig.

    Ansonsten habe ich ja von Ihnen gelernt: „Leben und leben lassen“ aber danke trotzdem für diesen Beitrag. Schön zu lesen dass es nicht nur meinen Puls in die Höhe treibt.

  15. OH Ja!!!!!!!!!! Recht hast DU! Ich stehe dazu, dass ich keine antiautoritäre Erziehung befürworte!
    Und weißt Du was: meine Kinder können das gut ab, sie kommen sehr gut in der Gesellschaft zurecht- zuhause lassen sie es natürlich auch mal krachen, aber damit kann ich sehr gut leben.

  16. Danke! Ich komme z.B. noch immer nicht drüber hinweg, dass die eine Unerzogensupermutti auf Instagram neulich von heut auf morgen verkündet hat, sie wär jetzt auch noch vegan, weil die armen Tiere und die haben ja auch Rechte… Und dann ihre Milch mit dem Kind in den Ausguss gekippt und den Käse in den Müll geworfen hat. Ähm ja.

  17. Cooler Beitrag! Ich empfinde es jedoch so, dass Du den hippsten „Erziehungsstil“ Dein Eigen nennen kannst, wenn man nach 23Uhr auf Twitter kundtut, dass die lieben Kleinen jetzt selbstbestimmt schlafen gegangen sind und man heute den Tag so ganz bei sich war und alle einfach nur sein durften und man jetzt noch ganz viel selfcare betreibt.

  18. DANKE! Einfach nur Danke.
    Als ich den Artikel gestern Abend las, wollte ich dir schon spontan Blumen schicken :D

    Ich hab schon ewig vor mal darüber zu schreiben, aber ich komm gerade nicht dazu. Und dein Artikel bringt es auf den Punkt! Sollte ich irgendwann mal dazu kommen darüber zu schreiben wie es hier im Hause läuft, dann werd ich den hier verlinken ?

    Ich weiß absolut nicht wieso man sich Erziehungstechnisch in ein bestimmtes Schema pressen möchte oder stur einem Leitfaden folgen will. Kinder sind doch individuell. Hier im Hause gibts weder Erziehungsratgeber, noch möchte (oder könnte!) ich unseren Erziehungsstil in irgendeiner Weise benennen. Wir haben sicher von allem etwas dabei. Aber halt individuell auf uns und unsere Kinder angepasst. Ich mach das eher nach Bauchgefühl und zum Teil auch danach, was ich früher bei mir total schlimm oder schrecklich fand und wo ich mir geschworen habe „Das vergisst du nie, das machst Du später bei deinen Kindern mal anders!“.

    Btw. „Erfahrungsbericht über Kacktage“ – mein letzter Blog über Kackzeiten die eben nicht so toll laufen, wurde peinlichst berührt von keinem kommentiert oder geliked. Ich weiß ja auch nicht, aber ich hab das Gefühl die Onlinewelt ver-instagramt so ein bisschen.
    So was will angeblich keiner lesen. Und wenn man mal schreibt, dass es mal Kacktage gibt, ist man direkt am jammern und soll sich nicht so anstellen: „Sieh doch nicht alles so negativ!“ (ähm hallo?) und dann wird sich von eben jenen Leuten ein paar Wochen später wieder beschwert, dass alle nur noch die positiven Zeiten zeigen und schreiben und das alles ja sooo gekünstelt sei. Was stimmt mit denen nicht?

  19. Ich verstehe das genau, was du meinst, und was die anderen meinen.
    Dennoch: es gibt fast keinen schlimmeren Ratgeber, als mein Bauchgefühl ( hier bei mir), denn dann mache ich unreflektiert dieselbe sch… wie meine Eltern.
    Dank diesem Bauchgefühl bin ich aber zum Glück aufgewacht und habe mir Hilfe geholt bei den Autoren des AP usw., die endlich nicht mehr raten Babys schreien zu lassen und Auszeiten einzusetzen und unerwünschtes Verhalten zu ignorieren. Mann muss ja nicht alles gutheißen, aber die Sicht aufs Kind als vollkommenes Menschlein, das respektiert gehört, hat mein Leben verändert. Lässt mich hoffen, dass meine Tochter als Erwachsene weiß, was sie wert ist und sich nicht mit Depressionen in egal welcher Form durchs Leben kämpfen muss.
    LG von einer langjährigen Mitleserin, die nur was von sich mitteilen wollte, ohne jemand in eine Schublade zu stecken.
    Martina

  20. Wie recht Du hast. Alles muss heutzutage eine Schublade haben die auch noch möglichst absolut ist. Auch wenn die Gemeinde es bei aufkommender Kritik anders darstellt, bzw wie Du schreibst so tut als hätte man es nicht richtig verstanden. Wenn es nur darum ginge Verständnis

  21. So… Ich halte es eigentlich mit Puls-orientierten Kommentaren wie Sie, bin beispielsweise häufig ganz und gar nicht Ihrer Meinung, was Sie dennoch nie zu lesen bekommen haben, denn… naja, jeder, wie er/sie mag und zudem entnehme ich Ihren Posts ebenso häufig, dass es Sie auch nur so semi interessiert, was andere über Sie denken und wünsche mir, ich wäre genau so.
    Und genau deshalb ist es mir heute ein Bedürfnis Ihren Beitrag mit einem Wort zu kommentieren: Danke.

    Daniela

  22. Fettes Danke.
    Nicht schreien, keine Regeln, kein Zucker, kein Salz, kein Fernsehen…Wahnsinn.
    Danke für diesen Beitrag. Et spricht mir ausm Hetz. <3

  23. Und unterschreibe den Satz „Leben und Leben lassen“
    Ich bin so müde ob all dieser Diskussionen. Seit ich selbst blogge werden im Wochentakt immer wieder die Säue durchs Dorf getrieben: Stillen, Familienbett, (un)erzogen und alles was Familien noch machen können. Oder eben nicht.
    Geht es wirklich noch um die Sache oder ist es die Aufmerksameit, die wichtig ist?
    I don’t know.

  24. Ich als Lehrerin mag keine unerzogenen Kinder. WEIL ES EINFACH NICHT GEHT. Diese Kinder, die keinerlei Einsicht in Notwendigkeiten haben, weil sie ihre Bedürftigkeit über alles stellen und keinen Blick für andere haben. Was soll daraus Positives erwachsen? Ich glaube ja, diese Eltern trauen ihren Kindern im Grunde nichts zu. Sich steuern/regulieren zu lernen scheint schon eine Zumutung zu sein. Traurig eigentlich.

  25. Na, Du hast Probleme…?
    Ich lese echt schon lange bei Dir, denn was ich hieran sehr mag, ist, daß bei all dem Sarkasmus und der Ironie es nie in Lästerei ausartet, wie z.B. bei der gehässigen Brüllen und Co.
    Nichts für Ungut. Nobody has to be perfect!

  26. Jeder Jeck ist anders…
    Wenn ich mit Job, Mann, Haus, Hund und 3 Kindern überleben will, geht das nicht ohne Regeln. Auch nicht bei 3-jährigen. Und dennoch darf man sie mit Liebe überschütten, tragen, stillen, tralala.
    Man hat dann eben nur keinen hippen Begriff dafür…

  27. Danke, bei drei Kindern muss es einfach Regeln geben, sonst geht man unter. Ich nehme mir das Recht, die Kinder auch mal anzuschnauzen und darf auch schlechte Laune haben. ;)) Letztens habe ich meine Kinder übrigens dazu ermuntert sich zu wehren und andere (Rotz….) Kinder zu verhauen, die sie permanent verbal und körperlich angriffen- die Mutter stand daneben, ihre Kinder fingen immer wieder Streit an- und die Mutter hat es ignoriert, bzw. noch sehr frech behauptet ihre Söhne machten ja nichts…. Mein Großer Sohn (8) wurde von seiner kleinen Schwester (6) verteidigt, weil er sich bisher an die Regeln gehalten hat und andere Lösungen beim Streiten findet- was aber in diesem Fall ausweglos war.
    In der Schule und im Kindergarten gibt es übrigens sehr strenge Regeln die eingefordert werden, das bekommt den Kindern aber sehr gut. So lange es sich die Waage hält und die Kinder ihre Freiheiten haben, ist doch alles o.k.
    Lg
    P.S. Zur Genderdiskussion: meine Tochter hat auch zwei Brüder und liebt die alten coolen Shirts ihres Bruders oder geht als Ritter zum Karneval- Mädelssachen hat sie natürlich auch. Dafür ist der Kleine dann als rosa Fee verkleidet gegangen und fand es gut.

  28. Was ich bei diesem unerzogen-Konzept so unglaublich widersinnig finde, ist, dass den Eltern unglaublich wichtig ist, dass die Kinder machen können, was sie wollen, aber die Leute, die so (nicht) erziehen, brauchen dafür erstmal ein Konzeptbuch mit Regeln und empfehlen das dann auch gern anderen – warum dürfen die denn nicht machen, was sie wollen, wenn das doch die oberste Priorität ist, dass JEDER machen kann, was er will? Und: Wenn das, was mein Kind gerade tut, eindeutig gegen meine Werte und Vorstellungen ist, wieso darf ich das dem Kind dann nicht genauso vermitteln? Wieso ist dessen Willen alles und ich müsste mir quasi eine neue Persönlichkeit zulegen, weil ich es eben nicht toll finde, mit Essen im Mund rumzurennen, mit Sand zu werfen oderoderoder? Das mag für diese Eltern und dieses Kind in ihrem Zuhause ja funktionieren, aber spätestens wenn eine weitere Person dazu kommt, wird es meiner Meinung nach schwierig.
    Ich bin eigentlich auch eindeutig pro-Bauchgefühl – was ich allerdings jetzt hier gelesen habe, von Leuten, bei denen es die Eltern nicht gut gemacht haben und die es gern anderes machen würden, es aber ohne Hilfe nicht können, weil sie dann den gleichen schlimmen Mist machen würden… das gibt mir gerade einigen Input zum Drübernachdenken – danke dafür!

  29. jipieh

    sehe ich genauso

    habe einen 9 Jährigen erlebt, der sich in unterm dem Pulli des Vaters verkrochen hat ( der steckte auch im Pulli) und die Mutter mir dann deutlich zu verstehen gab, dass ihr Sohn seine Gefühle ausleben darf…. und sich grad nicht entschuldigen braucht, wenn er einen deutlich älteren Teenager Arschloch nennt.

    Da bin ich lieber Hashtag frei und freue mich über meine höflichen und freundlichen Kids.

    Ermutigen wir uns lieber:
    Bleib dran!
    Du achtest toll auf deine Kinder!
    Du bist gerade sehr klar und liebevoll geblieben. wow!

  30. Bin ich froh, dass ich die Erziehung meiner Mutter überlebt habe? und, dass ich bei meinen Kindern noch keine Blogs usw. hatte. Blieb mehr Zeit zum Spielen, Vorlesen, eben Zeit haben.

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