Immer anders als erwartet

Mehr Programm für größere Bettschwere. Sagen Sie. Also gut. In meinem Hometown – also dort, wo ich 22 Jahre meines Lebens verbracht habe – gibt es ein Schwimmbad, das unser Dorfschwimmbad um Längen schlägt. Mehrere Becken, Rutschen, Außenbereich. Kurze Absprache mit der Schwesternfamilie und die Zusage der großen Nichte, dass sie uns ins Schwimmbad begleiten würde. Da inzwischen alle drei Kinder schwimmen können wäre das zwar nicht unbedingt nötig, dafür aber sicher spaßiger und unterhaltsamer. Besonders für mich.

Doch, oh Wunder, das kleine Grätenkind erklärt mir: „Nö, ich will nicht ins Schwimmbad!“

Wait, what? Ausgerechnet die Gräte, die sonst am liebsten im Schwimmbad einziehen würde? Nun, sie war nicht vom Gegenteil zu überzeugen und erklärte mir mit Nachdruck, dass sie es doof fände sich da umziehen zu müssen. Auch die Möglichkeit von Einzelkabinen konnte sie nicht umstimmen. Da könnte ja immer noch einer drunter durch gucken. Okay?!

Vermutlich hätte ich ihr in der Vergangenheit und bei 40°C Außentemperatur dieses eine Mal nicht vorschlagen sollen, den nassen Badeanzug nach dem Schwimmen einfach anzulassen. Sowas kommt bei 23°C Außentemperatur dann wie ein Bumerang auf einen zurück.

Also lud ich das Grätenkind bei meiner Schwester ab und fuhr dann mit den Jungs sowie Nichte Hanni-Bunny und Neffe Chipsohr (Spitznamen bleiben, da könne die dreimal volljährig sein!) ins Schwimmbad.

Das Mittelkind war wie ein wildgewordenen Eichhörnchen unterwegs. Also wie ein Eichhörnchen, das Wasser mag. Wasser, WASSER, WASSER!!! Hier, da, überall. Spritz, platsch, tauch. Noch vor wenigen Wochen wäre er nie ohne meine direkte Nähe in eine Wassertiefe gestiegen, in der er nicht stehen kann. Jetzt scheint alles egal, was mich natürlich sehr freut.

Diverse Wasserstrudel, Tauchgänge, Sprünge sowie große und kleine Wasserrutschen später dachte ich dann an sowas wie Essen. Immerhin hatten wir noch kein Mittagessen und das Mittelkind hatte lediglich eine trockene Schreibe Toastbrot gefrühstückt. Generell isst er momentan so gut wie gar nichts. Also auch mengentechnisch eher nix bis gar nix. Da kann man mit den tollsten Dingen um die Ecke kommen.

Und während wir Großen uns zwei große Portion Pommes teilen, inhaliert das Mittelkind eine ganze Bratwurst und eine große Portion Pommes alleine. Ich glaube, das hat der noch nie zuvor geschafft und sowas kann dann wohl auch einfach nur Schwimmbad.

Nach dem Schwimmbadbesuch futterten wir im Garten der Schwesternfamilie noch leckeren Käsekuchen, während die Gräte mit Seifenblasen spielte und in gewohnter Manier ihre Brüder anpflaumte, wenn diese auch mal an die Seifenblasen wollten.

Auf der Rückfahrt am Abend jammert es dann tatsächlich wieder von der Rückbank: „Ich hab so großen Hunger!“ Und ich denke mit nur so: Du? Jetzt? Nach der Bratwurst und den Pommes? Schon wieder?

Aber wir wollen das mal nicht hinterfragen und so zwirbelt sich das Kind zuhause noch 3 Bockwürsten in die dünne Figur. Vermutlich reicht ihm das jetzt auch wieder für eine Woche, in der er dann wieder nur an drei Nudeln und einer halben Scheibe Toastbrot lutscht.

Das mit dem Schlafen war dann aber doch irgendwie wie gehabt. Lange Einschlafphase, dafür aber nur gefühlt 5 Mal wach geworden. Ist immerhin schon eine kleine Verbesserung. Da ist auf jeden Fall noch Potential nach oben.

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Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
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6 Gedanken zu „Immer anders als erwartet

  1. Oooooooooh, DeBütt! Da will ich auch demnächst mit den Kids hin, ist von uns nur ein Katzensprung und ich war da als Kind auch schon ☺️

    Wie schafft ihr es, mit der Seifenblasenpistole so viele Blasen zu machen? Wir haben exakt das selbe Modell (aus vermutlich demselben Discounter) und es ist total ernüchternd hier ?

  2. Bei uns gibt es beim Essen nur zwei Extreme: „Essen wie ein Scheunendrescher ständig und immer“ oder „Ich habe keinen Hunger – nie – auf nix“. Wenn Phase 1 ist, kann ich schonmal Klamotten in der nächsten Größe besorgen, denn darauf folgt immer das unglaubliche und völlig überraschende 5cm-Über-Nacht-Wachstum… Und dann folgt Phase 2. Solang, bis irgendwann wieder Phase 1 eintritt. Dazwischen gibt es irgendwie nix :)

  3. Wenn sich schon länger so ein schlechtes Schlafmuster etabliert hat braucht es ein bisschen Zeit, das wieder in Ordnung zu bringen. Bei mir hat es drei Tage Schlafkompression gebraucht (in denen ich die Zeit im Bett auf 6 Stunden begrenzt habe) bis der Schlafdruck so groß war, dass ich schnell eingeschlafen und in der Nacht nur noch 1 Mal wach geworden bin.

    Also dranbleiben! Wünsche gutes Gelingen.

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