Stänkerpopänker.

Was ich an diesem Blog immer sehr gemocht habe: hier hatte ich genug Arsch in der Hose auch virtuell so rotzig und direkt zu sein, wie ich es nun mal bin. In einem mir bekannten Umfeld. Das ist andernorts, in diesem Internetz, nicht so.

Die Muddibloggerwelt ist mit eine der Schlimmsten, kann ich Ihnen sagen. Soviel Missgunst, Häme, Neid, Klugschiss und Selbstzweifel geballt auf einem Haufen. Es ist zum davon Laufen. Und doch hänge ich da mit drin, irgendwie, seit einiger Zeit.

Hier ist das so: ich blogge etwas, das wird Kommentiert. Oder nicht. Punkt.

Dort ist das so: es wird gebloggt über Thema [insert beliebiges Muddithema here] und 5 Leute erzählen erst mal wie sie es machen würden / gemacht haben, 5 geben einen Ratschlag wie man es besser machen könnte (natürlich so, wie sie es gemacht haben) und 5 fragen, wieso man glaubt, der aufgewiesene Weg sei der Richtige und wieso man immer alles besser wissen wolle.

Ich krieg da ziemlich Puls! Dieses enorm hohe Sendebewusstsein, dass mancher mit sich bringt, nervt in der Summe. Und das sage ich, als Bloggerin, die gerne mit ihren Lesern interagiert.

Hier käme auch nie ein Leser auf die Idee, meinen „Stil“ zu bewerten. Locker, Ernsthaft, Rotzig, Einfühlsam, etc. blabla. Wie die Texte kommen, so kommen sie.

Dort liest man: früher warst Du nicht so nüchtern, ernsthaft, trocken, rotzig, distanziert. Es ist beinahe so, als wären all die Leser, die ihre Meinung äußern müssen, „gute Freunde“ oder „nahe Bekannte“. Wie eine Mutti, die man jeden Mittwochnachmittag mit ihren Gören aufm Spielplatz trifft. Wenn die nach einem halben Jahr zu mir sagen würde „Früher haste mehr gelacht!“, dann wäre das schon ziemlich direkt und einen Hauch indiskret. Aber die da im Internet? Kennen die einen?

Ratschläge, wo nicht drum gebeten wurde, soweit das Scrollrad scrollen kann!

Hier ist das so: ich blogge etwas, und man setzt sich mehr oder weniger ernsthaft mit dem Inhalt auseinander.
Dort ist es so: man bloggt, und wird erst mal bewertet, beratschlagt, kritisiert.

Und dann fragt noch einer ernsthaft, wieso man nicht mehr so locker-rotzig wie am Anfang schreiben würde?!

Es nützt alles nicht. Ich rege mich auf, mal lauter, mal leiser, und hänge dann doch mitten drin, in dieser Muddibloggerwelt.

Aber schön, dass ich Sie hier hab. Sie habe das doch vermisst, mein Stänkern.

Nachtrag:
Liebe Muddisblogleser, die Ihr nun hier diskutieren wollt, wie ich das wohl meine und ob das nicht ungerecht ist und undankbar und … HIER ist mein Egoversum. Hier diskutiere ich gar nichts. Und was falsch verstanden werden will, darf gerne falsch verstanden bleiben.

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Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
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23 Gedanken zu „Stänkerpopänker.

  1. Ich finde Ihren Stil in diesem Beitrag ein wenig zu rücksichtsvoll. Ich persönlich bin ja für das Direkte und Konfrontative, damit habe ich super Erfahrungen gemacht und deshalb sollten Sie das auch unbedingt so umsetzen.

  2. Aus eigener Erfahrung kann ich ihnen empfehlen:
    Freuen Sie sich auf der anderen Seite darüber, dass Sie in der Muddibloggerwelt kein Mann sind ;) … und bleiben Sie wie sie sind und schreiben Sie so wie Ihnen grade ist. Schönschreiben kann ja jeder und ist langweilig.

  3. Stänkern ist gut. Weiter so ;)

    Wie sieht Ihrer Meinung nach die Richtige Interaktion der Leser auf Mamiblogs aus?
    Das sie ständig ungefragt Tipps beisteuern, ist mir persönlich selbst zu viel.

  4. Arschlecken denken und weiter machen wie bisher. Die Muddiwelt ist doch eine ganz andere. Wir haben wenigstens neben dem Muddi sein nicht gänzlichts vergessen das das Leben auch noch andere Facetten bietet. Wir sind nunmal wie wir sind. Wir selbst. Mir egal ob man das als Muddi darf. Pffft…
    Lass die ollen reden!

    Nochmal: WEITERMACHEN!

  5. Muhaha, die Muddis sind ja nicht nur im Bloggerversum so, sondern auch im Supermarkt, in der Spielgruppe, später in der Kita.. gut vorbereitet wird man schon im Geburtsvorbereitungskurs.

    Aber ich geb zu: Ich bin im Klugscheißen auch ´ne ganz Große. Aber das sag ich auch jedem gleich, der näher Kontakt zu mir pflegt. Wie so ein Warnhinweis auf Zigarettenschachteln.

    Vielleicht wächst sich sowas noch raus? :-)

  6. Ich freute mich gestern so, ihr Blog hier gefunden zu haben ! Schade, dass jene Thematik von „dort“ auch „hier“ trifft.
    Blättere nun ein wenig…
    Diese A***nasen und Plüschihasen
    Paul!
    LG

  7. Dieser hier, liebe Frau Pia, ist mein absoluter aller liebster Lieblingbeitrag von Ihnen!!!
    (Ich gehöre zu den Muddis die immer nur den Kopf schütteln, gerade heute über den Mützensuchpost…ich wundere mich und wundere mich und wundere mich und frage mich manchmal ob ich was anderes lese als andere oder ob bei mir vielleicht sogar was anderes da steht…! Und das fällt mir nicht nur da auf, sondern einfach überall….)

  8. …da kann ich mich der Frau Conny nur anschliessen.
    Schlimm…schade um die Nerven, als bräuchte man sich sonst um nix sorgen.
    Durchatmen, weitermachen ;)

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