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46 Kommentare

  1. Johanna Sumster

    Liebe Pia,

    das kenne ich alles als Mutter von drei Kindern mit sehr ähnlichem Altersabstand auch. Mir hat mal eine Psychologin den Tipp gegeben, die Kinder als „Konsequenz“ nicht aufs Zimmer zu schicken, sondern an einen anderen Ort (bei uns die Treppe). Grund ist wohl, dass die Assoziation Zimmer positiv bleiben soll, also als immer währender, sicherer Zufluchtsort. Fand ich irgendwie sehr einleuchtend.

    Bei uns daher folgendes Szenario, alles basierend auf dem Tipp der Psychologin: Chaosszene am Tisch, einer schreit – eine Ermahnung – wer nicht hört, muss sich leider auf die Treppe setzen – nach ca. 2 Minuten schaue ich dann, ob „Beruhigung“ eingekehrt ist (der „Störer“ darf nicht von selbst kommen). Falls alles ok, darf er sich entschuldigen, und zwar nicht nur bei den Eltern, sondern auch bei den Geschwistern, die er ja auch terrorisiert hat. Das klappt alles wirklich super – und hat dazu geführt, dass wir einen super-Abendbrotstisch haben …

    LG Johanna

    PS – großes Lob für Dein Blog!

    • Ich persönlich halte von der „stillen Treppe“ nichts. Zumal sie bei uns vom Esstisch aus einsehbar ist und das nicht genug räumliche Abgrenzung ist. Ich hab die Erfahrung gemacht, dass die Wortwahl ganz entscheidend ist. Ich schicke niemanden weg, weil er „ungehorsam“ war, sondern damit er eine Auszeit nehmen kann, die er ja offensichtlich braucht, sonst wäre er nicht so aufgekratzt/wütend/krawallig etc. Die Kinder gehen inzwischen sogar von selber in ihre Zimmer, wenn sie Ruhe suchen. Ich würde behaupten, dass das ihre absoluten Sicherheitsanker sind.

  2. Clara

    Hallo liebe Pia,
    ich empfinde Ihre Tischregeln nicht als zu streng. Ich bin Erzieherin und erlebe jeden Tag aufs neue, dass eben diese Tischregeln, die Sie aufgezählt haben, bei den meisten Kindern zu Hause keine oder wenig Bedeutung haben. Ich fühle mich bei jeder Mahlzeit genau so, wie Sie es beschreiben. Bei 16 – 20 Kindern ist man eigentlich die ganze Zeit damit beschäftigt, jemdanden zu ermahnen sich bitte nicht auf den Tisch zu legen und die Ellenbogen vom selbigen zu nehmen. Ich möchte gar nicht davon anfangen wie es ist, wenn ein Kind mal nicht da war. Wir beginnen bei 0.
    Das ist sehr anstrengend und verursacht oft Kopfschmerzen bei mir. Aber leider gehört es dazu. Wir haben leider keinen oder nur wenig Raum, Kinder an einen einzelnen Platz zu setzen, ansonsten wäre das sicher auch eine Option.
    Irgendwann beherrschen sie ( die Kinder) die Tischmanieren und es läuft alles ganz von selbst… Hoffentlich…

    Herzliche Grüße
    Clara

  3. Claudia

    Hi, ich hab auch 3 Kinder und ich kann so so SOO gut nachvollziehen was du schreibst und was dich dazu gebracht hat die neue Vorgehensweise zu etablieren.
    Ich finde deine Regeln gar nicht streng, das sind für mich ganz normale Tischmanieren.
    Bei uns ist nach einer Erinnerung Schluss mit lustig, dann müssen sie auch ins Zimmer, aus den gleichen Gründen wie du sie nennst.

  4. Jenny

    Ich finde die Regeln auch überhaupt nicht streng. Ich bin was das Essen belangt auch „pingelig“ ich mag es nicht wenn mit dem Essen rum gespielt und gematscht wird oder man mich anschmatzt… Das macht mich wirklich irre und ich achte auch bei meinem Sohn darauf ( 2 1/2) dass gewisse Dinge eingehalten werden. Das ständige ermahnen nervt mich auch sehr. Vielleicht sollte ich Ihre Idee mal versuchen :-) Danke für den tollen Artikel.

  5. Johanna Sumster

    Es ist keine „stille Treppe“, sondern nur eine Alternative (Ort) zum Zimmer – wo auch immer dieser Ort sich in den jeweiligen Räumen befindet. Sie ist auch keine „Bestrafung“, sondern eine Möglichkeit in Ruhe nachzudenken – das kann man – und das ist die zweite Begründung – an einem neutralen Ort besser als im Zimmer. Wenn das Kind sich nämlich mit dem eigenen Spielzeug etc ablenken kann, findet ein Nachdenken über die Situation wohl nicht statt. Reflektion ist wichtig in dieser Hinsicht – so habe ich mir es zumindest erklären lassen.

    Wichtig ist ja nur, dass es für die jeweilige Familie funktioniert. Und wenn es das mit Deiner Methode tut, ist es ja wunderbar!

  6. Klingt spannend.

    Essen macht hier auch keinen Spaß.
    Aber: meine Kinder (explizit die Große natürlich (so alt wie das Löwenmaul)) lassen sich nicht auf ihr Zimmer oder sonstwohin schicken!
    Sie geht einfach nicht. Sie schreit dann.
    Wir haben sie auch mal rausgetragen. Die schreit dann wie am Spieß, gebärdet sich wie toll und kommt eh zurück. Man müsste sie anbinden damit sie fern bleibt. So ist es hier bei Allem. Ich kann gar nicht konsequent sein, weil die Kinder einfach auch auf sowas nicht reagieren. Keine strengen Worte, kein Schreien, nix was sie beeindruckt.

    Was macht man da?

    • Claudia

      Wir bleiben dann beim bockenden Kind und wenn es schreit, tobt und saChen rumschmeißt dann tut es das eben, da greifen wir nur ein oder kommentieren, wenn es anderen weh tut oder Dinge von anderen zerstört.
      Wir sagen ggf mal sowas wie „lass es raus, es ist in Ordnung wütend zu sein aber an den Tisch darfst du erst wieder wenn du dich entsprechend benehmen kannst.“ Bieten auch immer wieder an das Kind zu umarmen, wenn es das möchte, denn oft ist das Geschrei auch Ausdruck purer Hilflosigkeit gegenüber den übermächtigen bestimmern (eltern).
      Wenn ich allein bin mit den Kids dann ist für mich halt das essen erstmal beendet, dann stelle ich den Teller vom bockenden Kind weg, bzw schütte das essen weg und sorge dafür das es wirklich erst wieder zurückkommt wenn es sich h beruhigt hat.
      es ist halt die frage wie wichtig es einem ist und ob man dafür auch ein paar mal auf essen verzichtet und bereit ist auch mal ne weile Geschrei und z.b. gebissen werden aushält.

  7. Dani

    Also wirklich, liebe Pia!

    Ich hätte jetzt wirklich von dir erwartet, dass du erst einmal eine Transaktionsanalyse durchführst. Mit dem Spargel hättest du dann eine Timeline auf dem Essenstisch ziehen können, um besser zu visualisieren an welchem Punkt die Stimmung gekippt ist. In Gruppenarbeit am Metaplan hättet ihr dann auf dem Schinken noch Mindmapping für zukünftige Verhaltensregeln gemacht. Und ganz wichtig: Zum Schluss noch ein kurzes Blitzlicht mit den Kartoffeln, einfach dem nächsten Gesprächspartner zu werfen und der gibt in einem Satz seine momentane Stimmungslage wieder.

    Scherz beiseite ^^ Ich finde es gut das du Regeln aufstellst. Und ich finde es sowas von dämlich, dass sich Eltern dafür rechtfertigen müssen das sie überhaupt welche haben. Und warum sie gerade jetzt so reagieren. Und warum so und nicht anders. Und warum nicht alles breit diskutiert wird. Und nicht erst einmal ein Bild gemalt und den Namen getanzt. Und, und, und.

    Diese strikten Regeln gab es bei mir in der Kindheit auch, und es ist trotzdem etwas aus mir geworden und ich habe auch keine emotionalen Bindungsprobleme zu meinen Eltern. Obwohl ich das in BaWü tatsächlich mal gefragt wurde ob ich Bindungsprobleme habe, weil ich damals noch zu DDR Zeiten so früh in die Krippe gekommen bin. Ich dachte ich fall gleich rückwärts vom Stuhl, aber das ist eine andere Geschichte.

    Das mit diesem „heute lass ich es drei mal durchgehen, morgen nur zwei Mal, am Freitag weil Freitag ist fünf Mal“ bringt mE wenig Pluspunkte, weil die Kinder dann auch nicht wissen woran sie sind. Drei Mal durchgehen lassen ist ja schon fast ein „ich darfs ja doch“ ^^

    Deine Meinung und Durchsetzung finde ich gut und es schont eure Nerven! Nützt ja noch weniger wenn die Kinder zwar machen können was sie wollen am Abendbrotstisch, aber die Eltern danach fertig mit der Welt sind.

    Liebe Grüße
    Dani

    • Ana

      Hallo Dani,

      noch immer kichernd: Großartiger Kommentar! Das werden wir bei unserem nächsten Spargelessen unbedingt ausprobieren müssen. Auf die erstaunten Gesichter unsere kleinen Tischrüpel bin ich schon soo gespannt. ;-)

      Ich tippe mal auf folgende Reaktionen: Der Große wird es sehr unangenehm finden und frustriert weinen, weil man das ja eigentlich nicht macht. Der mittlere ist schwer begeistert und quietschvergnügt und wir müssen ihm die nächsten fünf Wochen qualvoll wieder antrainieren, dass man mit dem Essen nicht spielt bzw. es als Erziehungshilfe nutzt. Der Kleine lacht wie immer einfach mal mit, fragt sich jedoch insgeheim, was daran so lustig sein soll – mit dem Essen spielt er ja schließlich bei jeder sich bietenden Gelegenheit.

      Übrigens: Als „ehemaliges DDR-Kind“ mit jahrzehntelangen Wohnsitzen in den älteren Bundesländern kenne ich die Gespräche um die emotionalen Bindungsprobleme zu meinen Eltern ebenfalls – beim ersten Mal bin ich in Lachen ausgebrochen, weil ich es so absurd fand. Aber das ist wirklich ernst gemeint … Auch bemerkenswert fand ich den Kommentar einer Psychologin, welche meinte, dass ALLE Ostdeutschen IMMER so negativ wären. Das wäre noch ein Überbleibsel aus jener Zeit, als man sich ausgeliefert und hilflos fühlte usw. Yeap, steckt in unseren Genen (und bei uns auch noch bei beiden Elternteilen, da ist wirklich nix zu machen). Wenn ich mir unsere Kinder so ansehe, die meckern schon öfters, sind hin und wieder frustriert und viel zu selten einfach dankbar. ;-) Und ich dachte, das wäre entwicklungsbedingt und ginge vorbei … Muss vielleicht doch noch einmal an meiner negativen Einstellung arbeiten …

      Liebe Grüße
      Ana

  8. Katrin

    Deine Regel ist nicht streng, sondern nennt man konsequente Erziehung. Das ist sicherlich oft auch anstrengend durchzuziehen, aber hat nachhaltige Wirkung! Ich kann da Lieder von singen mit unserem Großen! Tischmanieren ist ein absolutes Streitfeld bei uns.
    Wir hatten die Regel mit dem „ins eigene Zimmer gehen“ auch. Hat gut funktioniert! Jetzt sind wir auf zweimonatiger Elternzeit-Reise durch Amerika mit einem Camper, da gehts schlecht mit der Regel. Daher: bei der dritten Ermahnung gibt’s keine Gute-Nacht-Geschichte.
    Da kann sich der Große überlegen, ob und wie oft er Quatsch am Tisch macht. Jaja, jetzt kommt der Einwand, dass eine Gute-Nacht-Geschichte doch wichtig für die Literacy ist. Aber ihm werden tagsüber ausreichend Bücher vorgelesen… Die Regel fruchtet bisher wunderbar – und am Tisch geht’s gesittet für alle zu! Wenn Kindern etwas wichtig ist (wie die Gute-Nacht-Geschichte für den Großen), hat eine Konsequenz Bedeutung. Und was ich in dem Zusammenhang auch wichtig finde: Wenn es gut funktioniert, loben und ein Schmankerl rausgeben!
    Liebe Grüße aus dem sonnigen Florida!

  9. AleXXblume

    Bei und läuft es ähnlich. Und FrauPN, bitte lass dich nicht von deinen Kindern terrorisieren! Wir haben ebenfalls sehr „selbstbewusste“ als dickköpfige Kinder. Bei und wird vor die Haustür gestellt. da kommen Sie nicht rein, ob sie wollen oder nicht. Und sie haben es sehr schnell begriffen, dass Toben und Brüllen die Auszeit nur verlängert.
    Außerdem habe ich die unglaublich tolle Erfahrung gemacht, dass, ziehst du diese Regel wirklich absolut konsequent durch, du von der Auszeit kaum mehr Gebrauch machen musst. Die Kids können sich nämlich durchaus benehmen…. ;-)

    • Frau R

      Die Haustür? Echt? Und die Nachbarn??? Ich weiß, die sollten einen nicht schrecken, aber unsere Haustür ist direkt am Bürgersteig/Straße…. Unsere Große lässt sich nämlich auch nicht nach oben schicken…

    • Dazu kenne ich eine hübsche Geschichte eines Bekannten. Der stellte seinen Sohn auch vor die Haustür. Nach 5 Minuten klingelte es und ein Mann von Jugendamt stand davor. Er war bei den Nachbarn privat zu Besuch und wollte mal fragen, was das denn solle. Da gabs extra PULS für den Vater oben drauf.

      Ich persönlich würde meine Kinder jetzt nicht vors Haus stellen. Ich weiß aber auch, dass sie dann panisch reagieren würden, weil sie ihre sichere Zone gegen ihren Willen verlassen müssen. Da sind Kinder aber ja auch unterschiedlich.

      • Frau R

        Das ist ja auch ne hübsche Geschichte! ;)

        Oh Hilfe, es ist einfach nicht leicht und auch immer in den Nuancen anders. Wenn ich aber ganz ehrlich bin, dann finde ich meine Süßen ganz gut gelungen. Auch wenn sie ab und zu echt frech sind. Wenn es drauf ankommt, können sie sich benehmen und dass ist, wie ich finde, doch das Wichtigste!!

  10. Tanja

    Guten Morgen liebe Pia,

    ich kann euer Genervtsein so nachvollziehen.
    Meine 3 Stiefkinder haben ähnliche Altersabstände. Und es war auch am Anfang immer ein Kampf. Da es daheim aus Zeitgründen quasi null gemeinsame Mahlzeiten gab, haben wir bei uns bei fast Null angefangen. Allerdings bringt endloses Ermahnen genau… NIX. Also gab es auch klare Konsequenzen, wie jetzt bei euch. Und die 3 jungen Damen haben ganz fix begriffen, das es ziemlich blöde ist, allein essen zu müssen. Und außerdem war eine ganz klare Regel: bevor man sich an den Esstisch setzt, werden die Haare zurückgebunden. 3 Mädels mit langen Haaren ohne Pferdeschwanz…. Nääääääää. Vorher Händewaschen war natürlich auch blöd. Und als sie älter wurden gab es noch die klare Regel: Handy bleibt weg vom Tisch! Ansonsten das typische Mütter-Mantra: es ist nur eine Phase…
    Aber auch mein Fazit: sofortige Konsequenz bringt mehr als zig mal ermahnen.

    Ich halte die Daumen das es sich nun beim Essen entspannt.
    Liebe Grüße
    Tanja

  11. Oh, du sprichst mir aus der Seele. Was habe ich in den letzten Jahren gelitten beim Essen. Das ständige Gemeckere, das furchtbare Benehmen. Mittlerweile haben wir es im Griff und die Kinder essen meist manierlich…vielleicht einfach weil sie älter geworden sind oder ich Ihnen klar gemacht habe, dass sie vielleicht besser aus einer Schüssel vom Boden essen wie der Hund, da sie genauso „fressen“ würden wie ein Tier….;-)…Lg, Anne

  12. maike

    Hallo Pia,

    danke und danke das ich lesen durfte das es bei euch auch genauso am Tisch läuft wie bei uns…
    Ich hasse mittlerweile das Essen, es ist teilweise eine echt qual. Wir reden und reden immer und es ändert sich nichts. Leider bin ich selber abends immer echt müde, da mein Mann nur am WE daheim ist. Und da fällt es mir schon sehr schwer da hart durchzugreifen und die Kraft aufzuwenden das endlich mal durchzuziehen. Wenn wir jedoch nur mit einem Kind essen dann ist alles super. Isst allerdings das zweite Kind auch mit dann ist es wirklich nicht schön am Tisch.

    Dein Post hat mir nun doch nochmal gezeigt das man es wirklich durchziehen muss. Ich werde es nun ab heute nochmal probieren. Mir ist klar das es nicht sofort funktioniert sondern auch seine Zeit braucht.

    LG
    Maike

  13. Jutta

    Bei meine beiden „Kleinen“, jetzt 20 und 17 Jahre, haben wir auch sehr viel Wert auf Manieren im Allgemeinen und speziell am Tisch gelegt. Dies zahlt sich aus! Mir graut`s wenn ich ältere Kinder oder Erwachsene beim Essen zusehen muss, die von Tischmanieren keinen Schimmer haben, weil sie es wohl einfach nicht gelernt haben.
    Auf jeden Fall sind Sie auf dem richtigen Weg!

  14. Wir mussten neulich auch unseren Mitteleren (3) vom Abendessentisch entfernen. Er hatte einen hysterischen Anfall, weil die Panade des Fischstäbchens im Ketchup kleben blieb. Kennen wir ja alle… Tränen, roter Kopf, rumgeschmissene Gabel. Volles Programm. Der Grund dafür war eigentlich nur, dass er einen langen Tag ohne Mittagschlaf hatte. Nach ein paar Minuten bin ich hochgegangen, hab ihn getröstet (das ging vorher gar nicht, weil er so hysterisch war) und gefragt, ob er noch was essen wolle oder eine Milch trinken. Er wollte dann Milch und sofort ins Bett.

  15. luisa

    Kann das sein das du etwas genervt bist von (gut gemeinten) komentaren und verbesserungsvorschlägen deiner Leser?
    kann ich verstehen als normalo Mutter kriegt man ja auch schon oft genug zu hören was alles zur guten und richtigen Erziehung gehört….

    • Also nein, das kann ich so nicht sagen. Wenn immer wieder dieselben Ratschläge kommen (z.B. „Lies mal Jasper Juul“), dann kommt das schon vor. Aber wäre ich massiv genervt, dann müsste ich die Kommentarfunktion deaktivieren.

  16. Vollkommen in Ordnung so. Mein Sohn meinte heute auch, mich unterm Tisch treten zu müssen, weil er sich darüber ärgerte, dass ich ihn heute leider erst um 16 Uhr aus dem Kindergarten holen kann. Das Frühstück war für ihn beendet, aber sofort. Ich trete ihn schließlich auch nicht, ärgere mich aber am Tag bestimmt genau so oft über ihn, wie er sich über mich ;)

    Auch Tischregeln haben wir, und die sollen eingehalten werden. Bei uns ist es meistens das laute Genörgel und Geschrei, schlimm…

    Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass langes Ermahnen wesentlich weniger bringt, als eine sofort folgende Konsequenz. Und das mit dem „ins-Zimmer-schicken“ kann man ja gerne sehen, wie man will, wir machen es auch so.

    Ich muss aber auch zugeben, dass ich manchmal einfach nicht gut reagiere. Dann denke ich mir, ach, gib ihm/ihr doch noch eine Chance… Ich bin meistens mit den Kindern allein beim Essen. Dann fehlt mir manchmal einfach die Kraft, die Konsequenz, das auch durchzusetzen. Doof, ich weiß.

    Auf ruhige und entspannte Mahlzeiten :)

    Caro

  17. Anja

    Hallo Pia,

    Ich kenne das auch. Ganz normaler Zirkus. Hab es ähnlich gemacht wie du. Wichtig ist glaube ich nur, was du ihnen selber vorlebst und ihnen an pos. Werten vermittelst. Glaub mir bei Bedarf haben sie alles parat. Meine sind jetzt im jugendlichen Alter und einer schon 18 ( es wird nix besser, Pia ! ) da kommen dann schon mal so coole Sprüche wie “ lass krachen Amigos und dann gibt’s den fetten Pflichtrülpser“ oder einfach nur „Schuuulz“ …. ABER, wenn wir dann wo eingeladen sind oder mal nobel essen, dann geht alles auch mit besten Tischmanieren. Wird alles….und nur nicht aufregen…

    LG, Anja

  18. Judith

    „Dann darf derjenige sein Essen auf seinem Zimmer weiter essen.“

    Er ist dann also mit seinem Teller ins Zimmer? Oder ohne? Ich hätte Angst, dass mein Sohn ein Picknick in seinem Zimmer allemal interessanter findet als am Tisch sitzen bleiben zu müssen. Und seine kleine Schwester würde garantiert sofort mitgehen!

  19. Saskia

    Hallo Pia!

    Lange hab ich überlegt ob ich diesen Kommentar schreibe. Ich möchte dich oder euch nicht angreifen, aber vielleicht in einem Punkt zum Nachdenken anregen.

    Mir ist in diesem Artikel zum ersten Mal aufgefallen, dass du das Löwenmaul häufig mit „der Kurzen“ betitelst. Dass de Bezeichnungen „der Große“, „der Kurze“ und „die Kleine“ eine gute Möglichkeit bieten um die 3 in deinen Texten zu unterscheiden, verstehe ich. Ich unterstelle mal, dass du damit lediglich auf die Geburtsreihenfolge der 3 anspielst.
    Für mich persönlich ist vor allem die Bezeichnung „der Kurze“ problematisch.

    Sie weißt – auch wenn nicht beabsichtigt – auf die Körpergröße vom Löwenmaul hin. Seine Besonderheit in dieser Richtung ist für ihn in seinem Alter mit den viel größeren Gleichaltrigen (und dem wenig älteren aber wesentlich größeren Bruder) sicher ohnehin schwierig…da halte ich eine Synonym für ihn, das auch noch (unbeabsichtig) darauf hinweist, für problematisch.

    ___________________
    Vielleicht kann ich meine Empfindlichkeit bei Bennenungen dieser Art mit meiner eigenen Geschichte erklären:
    Wenn ich unter Gleichaltrigen war, war ich (fast) immer die größte. Ich wurde über meine Körpergröße definiert und auf sie reduziert.
    Ich war „die Lange“.
    So war es in der Grundschule, beim Sport und auch bei der buckeligen Verwandtschaft. Ich hab es gehasst!

    Für andere Kinder hat meine Größe einen hervorragenden Angriffspunkt geboten, die entferne Verwandtschaft konnte sich mit Sprüchen wie „Wenn du weiter so wächst, findest du aber keinen Mann!“ nicht zurückhalten und von Fremden wurde ich ohnehin immer älter geschätzt und maßlos überschätzt.
    Damals hätte ich wohl alles dafür getan um auch mal so klein zu sein und so niedlich zu wirken wie andere Kinder in meinem Alter…
    Meine Größe wurde auch für mich selbst zum Problem.

    Diesen „Makel“ auch noch dauerhaft als Bezeichnung für mich hinterhergetragen zu bekommen war für mich grausam.

    Ich bin froh, dass „die Lange“ als Synonym für mich zumindest in meinem engsten Umfeld niemals existiert hat!
    ___________________

    Ich wünsche dem Löwenmaul sehr, dass er lernt selbstbewusst mit seiner Körpergröße umzugehen und sie nie zu seinem persönlichen Problem wird!

    Ansonsten wünsche ich euch natürlich angenehme Mahlzeiten in Zukunft.

    Viele Grüße
    Saskia

  20. So stehen am Ende doch Kinder und Erwachsene als Verlierer da…ich mag Dich ermutigen eine herzliche Essensatmosphäre zu schaffen und mit Deinen Kindern so umzugehen als wären sie ein guter Freund. Würdest Du diesen auch so beurteilen, reglementieren und bestrafen? Ich kenne solche Reaktionen von mir selbst auch, bin aber damit immer sehr unglücklich, genau wie meine Kinder auch. Es kann auch anders funktionieren. Es gilt zu schauen warum die Kids sich bei Tisch so verhalten und dafür Verantwortung zu übernehmen…nicht im Sinne ich bin Schuld aber im Sinne was kann ich ändern…denn wir Erwachsenen haben die Verantwortung für die Stimmung in der Familie, auch bei Tisch.

    • Leider schwingt in Deinem Kommentar der Vorwurf mit, wir würden keine herzliche Atmosphäre bei Tisch schaffen. Und dem muss ich hartnäckig widersprechen.

      Zudem sind meine Kinder nicht meine Freunde. Sondern meine Kinder, für die ich nicht nur im Augenblick Verantwortung trage, sondern auch, wenn sie ohne mich unterwegs sind und Mahlzeiten einnehmen.
      Meine Kinder erfahren so viel Verständnis, wie ich eben aufbringen kann. Irgendwann ist aber auch mal Schluss. Zumindest die Jungs sind durchaus in einem Alter, in dem sie das verstehen können.

    • Katharina

      Ich glaube nicht, dass Kinder immer als Freund der eigenen Eltern gesehen werden möchten, sondern sich auch abgrenzen und vor allem Grenzen austesten möchten. Und diese Grenzen sollten klar und einleuchtend sein, damit sie für das Kind berechenbar sind. Damit können sie in der Regel ganz gut umgehen. Es geht dabei ja nicht um Liebesentzug, sondern um gegenseitigen Respekt und, ja, auch Zuneigung.

  21. NinaV

    @Luisa,

    finde ich ganz interessant, was du sagst. Wenn nicht 100% Zustimmung, gibts gleich einen „auf den Deckel“ oder eine Rechtfertigung. Manchmal kann man halt auch unterschiedlicher Meinung sein. Wäre auch schade, wenn jeder gleich wäre – wie langweilig wäre dann die Welt. Die Größe, das zu ertragen, sollte jeder von uns haben.

    Nix für ungut.

    Nina

  22. Anke

    Huhu

    ich denke auch, irgendwann in einem bestimmten Alter sollte schon so was wie Benimm eintreten. Einem Kleinkind gesteht man das Manschen mit dem Essen ja zu – ist ja auch gut für die Wahrnehmung.

    Aber auch ich fand, irgendwas ist genug. Bei uns ist es wahrscheinlich genauso herzlich wie bei Euch, nehme ich jetzt mal nach allem, was ich so von Dir lese an – trotzdem wird hier seit einiger Zeit auch konsequent durchgegriffen. Vor allem, weil Sohnemann sehr sehr wählerisch beim Essen war, mittlerweile kann ich war schreiben. Ich habe anfangs extra gekocht, dann wurde mir das echt zu blöd.

    Wir haben dann vereinbart, 1 Essen, aber zumindest 1 Teil davon, was der Sohn mag. Ging und war ausreichend – alternativ eine Schnitte Brot.

    Bei Theater, ob Gemecker, Geschrei oder sonstigem, 1 Verwarnung – danach direkt ab aus dem Geschehen. Ungelogen, ich habe das ca. 3 Mal durchziehen müssen, danach war das Thema durch.

    Mittlerweile und damit hätte ich vor 1 Jahr wirklich nicht rechnen können, ist mein Kind Broccoli, Rindfleisch, Kartoffeln etc. Heute sogar einen Berliner, den hätte er vorher nie im Leben angerührt.

    Ich bin auch eher der Meinung, nicht ständig zu ermahnen, dazu fehlt mir auch der nötige Nerv. 1 x warnen und danach ab … läuft … geht deutlich schneller als anderes andere ….

    LG
    Anke

  23. Simone

    Hier auch 3 Kinder und ähnliche Situation beim Essen.
    Einer lauter als der andere, es war nicht auszuhalten!
    Wenn unsere Kinder auch sonst viele Freiheiten haben, beim Essen legen wir Wert auf Tischmanieren, sie durften auch nicht bis zum Kindergarteneintritt mit den Fingern manschen und mit allen „Sinnen genießen“.
    Wer sich nicht an die Regeln hält, geht in die Küche zum Essen, klappt hervorragend.

  24. Wow, ich persönlich finde es echt krass, was für ein Gewese du und viele Kommentatoren hier um das Essen bzw. die Tischmanieren machen. Versteht mich nicht falsch, ich möchte niemanden angreifen, ich bin nur erstaunt. Ich lege zwar auch Wert auf ein gewisses Maß, aber das fröhliche Miteinander ist mir 1000x wichtiger. Manieren lernen sie, wenn ich sie auch habe (Nachahmung und so).

    Gut, ich habe nur ein Kind, da ist das Chaos am Tisch noch überschaubar und ich gebe zu, dass es mich auch manchmal nervt, dass das Kind lieber mit der Gabel auf den Teller trommelt oder sich verkehrt herum auf ihren Stuhl setzt. Vielleicht bin ich da noch entspannt, weil sie erst 2 Jahre ist…

    …aber es war auch schon anders. Was haben wir da geredet und geschimpft. Spiel nicht mit dem Essen, halt doch mal still, leck nicht nur die Leberwurst vom Brot, Joghurt gibt es erst zum Nachtisch etc. Am Ende waren wir alle entnervt und es machte einfach keinen Spaß mehr. Dann las ich einen Artikel von Jesper Juul, darüber das man am Tisch nicht erziehen sollte. Da dachte ich, gut, noch entnervter können wir kaum werden, also versuchen wir es: uns a) nicht mehr an Krümels „schlechten“ Manieren zu stören und b) schon gar nichts dazu zu sagen.

    klar könnte sie immer noch keinen Knigge-Wettbewerb gewinnen, aber sie isst und ist seit dem viel ruhiger und auch wir sind viel entspannter. Vielleicht sind eure Ansprüche zu hoch oder nicht kindgerecht? Vielleicht findet ihr Kompromisse?

    Versucht es mal, ich wäre wirklich gespannt, was dabei rauskäme. Ah hier noch mal der Link zum Artikel:
    http://derstandard.at/1389858857441/Warum-waehrend-des-Essens-nicht-erzogen-werden-soll

    Ich finde halt persönlich Bestrafung für etwas, was die Kinder vielleicht noch gar nicht leisten können z.B. still sitzen (je nach Alter), schwierig. Und der Unterschied zwischen „stille Treppe“ und „das eigene Zimmer“ ist mir auch nicht klar. Zu beiden werden sie geschickt und damit bestraft…sie werden aus der sozialsten und interaktivsten Zeit des Tages ausgeschlossen.

    Ich bin gespannt, wie ich das sehe, wenn der Krümel älter ist und sich vielleicht noch Geschwister dazu gesellen. Bis dahin ist das meine Meinung ;)

    Liebe Grüße
    Julia

    • Claudia

      Es ist halt die frage ob bei drei hampelnden, schreienden, trommelnden Kindern die schmatzen, rülpsen und pupsgeräusche machen, die Mahlzeiten tatsächlich noch etwas entspanntes und sozial-kommunikatives haben ;)

      • Anke

        ist eher nicht von auszugehen …. ich schrieb ja schon weiter oben, im Kleinkindalter ist das alles ok, aber irgendwann sollte dann schon ein wenig drauf geachtet werden…. Jesper Juul ist gut … freundliche Führung statt Korrektur, Anweisung etc. – klar, gib dem Kind einen anderen Namen und es liest sich toller, obwohl es im Grunde dasselbe ist ….

        Ehrlich gesagt, ich kann nicht feststellen, das meiner durch Anweisungen weniger gern ist – eher im Gegenteil. Und ich kann ihn in jedes Restaurant ohne Probleme mitnehmen. Er ist da keines der Kinder, die – sorry, aber nervt mich wirklich dort -, mit ihrem Besteck auf allem rumtrommeln usw.

        Man mag mich da altmodisch nennen, aber unser darf wirklich viel, aber beim Essen leg ich Wert auf Benimm. Und wenn das nicht klappt, muss auch mal eine Auszeit her, die – nebenbei bemerkt -, bisher auch keine sichtbaren Schäden hinterlassen hat ….

  25. Cstim

    Beeindruckend, dass schon das eine Mal Ausprobieren der Regel-Durchsetzung so positive Folgen für alle zusammen hat. Das ist doch mal was schönes.

    Ansonsten würde ich noch die Anregung beisteuern, dass man die Angewöhnung der neuen Regeln ja vielleicht noch mit einem positiven Wettbewerb unterstützen könnte: Stempel oder Pünktchen o.ä. für Wohlverhalten, zumindest für einen begrenzten Zeitraum, bis es dann bei allen eingeübt ist. Wenn der Zettel mit den Pünktchen dann voll ist, gibts die Belohnung und danach braucht man den Anreiz nicht mehr zusätzlich.

  26. @NinaV
    Aber man kann doch trotzdem etwas erwidern. Wenn ich mit Freunden am Tisch sitze und jemand sagt etwas über mich/zu mir, mit dem ich nicht einverstanden bin, senke ich ja auch nicht das Haupt und schweige, sondern ich sage:“ja, aber ich mache das so, weil…“ Oder:“ich finde richtig, dass…“
    Das ist doch normales Dialog-Verhalten oder Diskussion. Deswegen verachtet man die Meinung des Anderen ja nicht. In der Politik nennt man das Demokratie. Abgesehen davon findet das Gespräch in Pias „Wohnzimmer“ (Blog) statt, da kann sie erwidern was sie will.
    Finde ich.
    Grüße

  27. NinaV

    @Neumama: absolut richtig. Aber: Der Ton macht die Musik. Und der hat (leider) halt oft einen „beleidigt-genervten“ Unterton. Wenn ich mal in Deinem Bild bleibe – eine Diskussion unter Erwachsenen läuft so nicht ab – und zwar auch dann nicht, wenn ich sie zu mir nach Hause einlade (wenn ich das nicht will, lade ich sie eben auch nicht ein, oder nur eine bestimmte Gruppe oder wie auch immer). Finde ich jedenfalls. Aber auch da mögen die Meinungen auseinander gehen. Zur Sache selbst – wenn nun etwas auf einmal gut läuft, kann man sich schon mit Wohlwollen die Meinung anderer anhören, die sich vielleicht schon länger mit der Thematik auseinandersetzen … weißt Du, darum geht es mir: Dem anderen Wohlwollen entgegenzubringen. Das fehlt mir persönlich an Pias Antworten manchmal, vielleicht, weil sie sich angegriffen fühlt oder aus welchen Gründen auch immer. Oder vielleicht weil sie schon zu oft angegriffen wurde. Keine Ahnung. Ist im Grunde genommen auch egal. Es zählt, wie immer bei solchen Dingen, allein der Empfängerhorizont – hier: des Lesers.

    Aber: jeder so, wie er mag. Und abgesehen von den Antworten, die Pia manchmal (vom Tonfall, nicht inhaltlich) gibt, gefällt der Blog mir ausgesprochen gut.

    • Internet ist schnelllebig und meine Antwort sind meist kurz und prägnant. Mir da fehlendes Wohlwollen der Meinungen anderer gegenüber zu unterstellen finde ich etwas weit hergeholt. Immerhin plädiere ich selber immer wieder dafür, jedem seine Meinung zu lassen. Den „Tonfall“ hört im Internet auch nur der Empfänger, wie Du schon richtig schreibst. Insofern kann ich Dein Empfinden leider nicht nachfühlen/nachvollziehen.

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