A’schnase

36 Kommentare in den letzten 24 Stunden. Auf einen an sich Inhaltslosen Beitrag. Sie machen mir Angst.

Im Moment ist mir so ein bisschen nach Tagebuchbloggen, aber ich fürchte fast, am Ende des Tages habe ich damit nur mein Glucken-Image gepflegt. Was ich heute, an einem ganz normalen Tag, getan habe? Ich habe genäht. Ich habe den Nachmittag auf dem Spielplatz verbracht und ich habe „La Le Lu“ gesungen. Am Ende des Tages sitze ich mit einer fettigen 4-Käse-Pizza vorm Fernseher, trinke Cola direkt aus der PET-Flasche, telefoniere mit meinem Mann und bin glücklich.

Wissen Sie, der Mann arbeitet inzwischen 300 Kilometer von unserem Zuhause entfernt und ist nur  am Wochenende da. Das haben wir uns nicht ganz freiwillig so ausgesucht. Freiwillig war nur meine Entscheidung, mit den Kindern vorerst hier, in unserer vertrauten Umgebung, in der Nähe meiner Familie zu bleiben. Nach nun 7 Monaten Wochenendfamilie weiß ich aber, dass alles Vertraute nicht ausreicht, um das Fehlen des Herzmenschen aufzufangen. Weder bei mir, noch bei den Kindern. Also wollen wir über kurz oder lang dem Mann folgen.

Bis dahin telefonieren wir. Die Kinder führen regelmäßige Videocalls mit dem Papa und sind mit 4 und fast 3 schon wahre Smartphoneprofies, wenns darum geht, dem Papa zu erzählen, dass es schon wieder Eis zum Nachtisch gab und die Mama im Auto wieder ganz laut mit den anderen Autofahrern geschimpft hat. „A’schnase hat die gesagt, Papa. GANZ LAUT!“ Der große Beebie ist sehr Regelverliebt, müssen Sie wissen. Sehr. Und da werde ich auch schon mal zu Recht gewiesen, wenn ich mich nicht benehmen kann. „Nee, Mama. Das sagt man nich. Das ist nicht nett!“

Wären doch ein paar Menschen mehr auf diesem Planete wie der große Beebie und ein paar weniger wie Arschnasen. Die Welt wäre ein bisschen besser.

Print Friendly, PDF & Email
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
Beitrag erstellt 4471

6 Gedanken zu „A’schnase

  1. Ach Sie machen doch schon die Welt aktiv besser! Sie haben ja den großen Baby reingesetzt!!!! Und wenn zwei und drei mal soweit sind …
    Kopf hoch- das mit der Fernbeziehung kenn ich auch.
    Nur meine Babys waren da schon größer. Und ist auch nicht der Papa der Babys, nur von seinem Baby der Papa- welches da aber auch durch musste.
    Wir leben das bis heute, für uns ist das ganz ok. (für mich, weil ich in der homebase wohne, für ihn weniger weil er im Studentenheim lebt und immer fahren muss- tauschen wollte ich auch nicht mit ihm)
    Aber Sie finden bestimmt ein würdiges Nest da wo der Mann jetzt ist!
    Wenn die Kinder noch klein sind geht das mit dem Umsiedeln aber noch flugs. Wenn die erst mal in der Schule sind fällt es einem noch schwerer. Und Sie finden doch bestimmt gaaaanz schnell überall neue Freunde. Sie sind doch keine Aschnase. Hihi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Beginne damit, deinen Suchbegriff oben einzugeben und drücke Enter für die Suche. Drücke ESC, um abzubrechen.

Zurück nach oben