Ausflug in die Vergangenheit

In den Tag hinein zu leben ist zwar ganz wunderbar, aber manchmal sind ein paar Pläne auch nicht verkehrt. Und so beschlossen Steffi und ich gestern Abend noch, heute in das Freilichtmuseum Kommern zu fahren. Das Wetter war trocken und warm gemeldet. Ideal also, für eine ganztägige Entdeckungstour durch die die Vergangenheit.

Den Kindern verriet ich bis zur Ankunft nicht, wohin ich sie entführen würde. Auch dass Steffi und die Mädels mitkommen würden erzählte ich ihnen erst, als wir bereits angekommen waren. Große Freude und Jubel auf allen Seiten.

Direkt hinter dem Eingang zum Freilichtmuseum liegt ein sehr schöner großer Spielplatz. Taktisch ein bisschen unklug, da man die Kinder dort kaum noch weg bekommt.

Wir lockten sie dann mit dem Versprechen, im Tante Emma Lädchen jedem eine Tüte mit Naschkram zu kaufen, weiter in den Park hinein.

Das Tante Emma Lädchen ist wirklich sehr urig. Leider habe ich es versäumt auch von innen Fotos zu machen, aber an eine Außenaufnahme habe ich gedacht.

Storck Riesen (die Karamell Riesen von damals!), Himbeer Bonbons, Zuckerperlenketten und Fruchkracher wanderten in die Tüten der Kinder, bevor es dann weiter ging.

Am Eingang hatten wir uns einen Bollerwagen geliehen, in dem wir überwiegend die Rucksäcke und zwischendurch auch mal das ein oder andere Kind transportierten.

Wir trödelten also so über das riesen Gelände, huschten in das eine oder andere Gebäude und bogen dann zu meinem aktuellen Lieblingsplatz im LVR Kommern ab: Der Marktplatz Rheinland. Damals. In den 70er/80er Jahren.

Vermutlich gefallen mir der kleine Straßenzug und die dort aufgebauten Häuser so gut, weil sie mich ganz stark an meine eigene Kindheit erinnern.

So eine Küche hatten wir auch. In Spinatgrün!“ oder „Genau so einen Schrank und solche Sofas standen bei meiner Oma!“ Die Kinder können sich das gar nicht mehr vorstellen. Aber für mich ist das alles noch total real und so, als wäre es erst gestern gewesen. Telefonzellen und Polizei-Notrufsäulen. Unsere Kinder kennen das gar nicht mehr. Umso schöner, dass man ihnen auf diesem Wege noch ein wenig der eigenen Kindheitserinnerungen zeigen kann.

Wir aßen dann in der typisch 70er Jahre Gaststätte zu Mittag. Alex hatte einen Räuber Hotzenplotz Teller – Rostbratwürstchen, Kartoffelstampf und Erbsen und Möhrchen – und ich einen deftigen Linseneintopf. Ich war lange nicht mehr so satt. Da war es nur gut, dass wir noch eine große Runde vor uns hatten.

Das war ein ganz bitter nötiger Verdauungsspaziergang. Auch wenn Mimi bereits über schmerzende Beine klagte. Sie ist allerdings auch das lauf-faulste, meiner drei Kinder.

Neben dem Marktplatz Rheinland befindet sich auch ein alter Bunker, den Alex mit großem Interesse begutachtete. Überhaupt war Alex diesmal sehr interessiert an allen möglichen geschichtlichen Infos rund um die Bauten. Max lauschte mehreren Audio-Vorträgen von Flüchtlingen und Heimkehrer nach dem 2. Weltkrieg und möchte nun gerne noch mehr über diese Zeit wissen.

Alex war von den Nissenhütten sehr fasziniert und hörte ganz aufmerksam den Erzählungen von Zeitzeugen, die nach ihrer Rückkehr in die Heimat in solchen Hütten lebten, zu. Auf dem obigen Bild erfährt er gerade alles über Vorräte und Lebensmittel, die in dieser Zeit zur Verfügung standen.

Auf unserem Rückweg kamen wir dann durch die Baugruppe Eifel, in der wir wie jedes Mal ein Foto von jedem Kind in der alten Hundehütte machen mussten. In der alten Backstube bekamen die Kinder dann noch ein Stück süßes Gebäck, im alten Steinofen gebacken, geschenkt.

Und weil wir den Kindern zu Beginn natürlich auch versprochen hatten, nochmal auf den Spielplatz zu gehen, taten wir genau das.

 

Eine ganze Stunde schaukelten, kletterten und bauten die Kinder im Gebüsch Höhlen, während wir Mütter noch den frischen Streuselkuchen verdauten, den wir uns zu guter Letzt beim Eifel-Bäcker auch noch gegönnt hatten. Börbs.

Um 18 Uhr begaben wir uns nach 6 Stunden im Freilichtmuseum dann Richtung Ausgang. Sechs Stunden, die wie Nichts verflogen waren und uns allen sehr viel Spaß gemacht haben.

Abschließend durfte jedes Kind noch mal einen Blick in die Weite der Eifel werfen.

Das LVR-Freilichtmuseum Kommern ist wirklich immer einen Besuch wert. Wir sind mindestens einmal im Jahr dort zu Besuch. Kinder bis 18 Jahren kommen kostenlos in das Museum. Erwachsene zahlen 7,50 Euro. Ein absolut toller Ausflugstipp nicht nur für die Sommerferien!

Wir hatten heute jedenfalls wieder einmal einen wunderschönen Tag dort. Die Kinder lauschten im Auto auf der Rückfahrt ganz selig einer Drei ??? Folgen und gingen Zuhause ohne große Diskussion in ihre Betten. Es ist sogar schon verdächtig still da oben.

Das gute Leben, ne?

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Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
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18 Gedanken zu „Ausflug in die Vergangenheit

  1. Ich habe als Kind in Kommern gelebt und immernoch sehr gute Erinnerungen Andys Freilichtmuseum . Für den nächsten Ausflug empfehle ich aber auch den Kommerner Tierpark. auch wirklich sehr schön und man kommt den Tieren echt nah

    Liebe Grüße Alexandra

  2. Bis 18 Jahre freier Eintritt, toll! Ist das bei euch bei vielen Attraktionen so? Bei uns ist meist ab 4 Jahren zu zahlen. Wenn ein großer Spielplatz dabei ist auch mal ab 2 und das krasseste, in einem Wild- und Erlebnispark ab EIN Jahr! Da schlief mein kleiner bei so was manchmal durchgehend im Tragetuch!

  3. Wer regelmäßig in Kommern ist, oder sich mindestens einmal pro Jahr nach Kommern und ins Freilichtmuseum Lindlar oder das LVR Museum in Bonn begibt, dem lege ich die LVR-Museumskarte ans Herz. (http://www.lvr.de/de/nav_main/kultur/berdasdezernat_1/museumskarte/museumskarte_1.jsp) Wir haben die Karte seit Jahren und sie lohnt sich wirklich immer, vor allem wenn man dann auch die anderen Schauplätze entdeckt, so gibt es in Euskirchen ein sehenswertes Industriemuseum (Tuchweberei) und der Archäologische Park Xanten ist ebenfalls inklusive.

  4. Ich liiiiiiebe Ihren Blog und habe durch das Lesen wirklich schon sehr profitiert!!!
    Das Nähen begonnen, wundebare Buchtipps (Kennst du Peterson und Findus?!), Bastelideen, Rezepte und einfach tolle Inspirationen, wie kann ich mit Problemen umgehen. Und Ihre ehrliche Schilderungen dazu!
    Fantastisch! Dankeschön!

      1. Also so lange könnte ich nicht pausieren. Hast du nicht Bedenken, dass du da nur schwer wieder reinkommst bzw. nimmst du jetzt nicht wieder zu ? Wenn ich sehe, was ihr alles futtert, da wäre ich ständig am Zunehmen.

  5. Liebe Pia,

    ich lese Deinen Blog täglich und erkenne vieles von unserem Familienleben in eurem wieder. Nun vermisse ich schon seit einigen Tagen Deine Beiträge – bestimmt ist alles in Ordnung und Du hast Dir nur eine Blogpause genommen, oder?

    Liebe Grüße, Mareile

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