Lernen wollen vs. Langeweile

(enthält *Amazon-Affiliate-Links)

Gestern habe ich auf Instagram ein kurzes Video davon gezeigt, wie Mimi mit ihrem Lies mal Heft arbeitet und inzwischen auch schon schwierigere Wörter wie Gemüse oder Giraffe selbstständig liest (anklicken, um Video abzuspielen):

Die kleine Gräte gibt Vollgas. Es ist so Zucker! ?

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Auch diesmal erhielt ich wieder Kommentare, dass ich aufpassen müsse, dass Mimi sich in der Schule nicht langweilt und dass es nicht gut sei, Schulmaterial bereits vor der Schule zu verwenden. Lies mal Hefte sind ja in vielen Grundschulen verbreitet und werden dort unterrichtsbegleitend als Selbstlernhefte eingesetzt.

Dazu muss man wissen: Die Lies mal Hefte 1-6* werden in der Regel von Klasse 1 bis 2 bearbeitet. Jeder in seinem Tempo. Alex hatte alle 6 in der 1. Klasse durch. Max hat nach dem 2. Heft aufgegeben und lieber richtige Bücher gelesen. So ist jedes Kind anders. Ich habe daher ganz bewusst eben nicht das 1. Lies mal Heft gekauft, sondern das Küken-Heft* – in unsere Fall in Großbuchstaben -, das eben genau die Lesefertigkeiten schult, die man zur Bearbeitung des Lies mal Heft 1 benötigt.

Zum Thema vorzeitiges Lesen lernen habe ich in zwischen eine gefestigte Meinung. Das war damals, als Alex vor der Einschulung stand, noch ganz anders. Da habe ich mir viele Sorgen darum gemacht, ob er sich in der Schule langweilen würde. Er konnte vor der Einschulung lesen und schrieb auch bereits nach Gehör. Gelangweilt hat er sich im 1. Schuljahr aber ganz und gar nicht. Da waren so viele aufregende neue Dinge, neue Menschen, ein neuer Tagesablauf, neue Herausforderungen auch im Sozial- und Lernverhalten. Der Unterricht wird offen und abwechslungsreich gestaltet. Es gibt sogenannte Freiarbeits- oder Lesestunden, in denen jedes Kind in seinem Tempo seine Selbstlernhefte bearbeiten oder in einem Buch seiner Wahl lesen kann.

Aus genau diesem Grund habe ich nicht eine Sekunde gezögert, als Mimi den Wunsch äußerte, das Lesen lernen zu wollen. Vielmehr habe ich darauf geachtet, dass sie es direkt so lernt, wie sie es nach dem Sommer auch in er Schule lernen würde. Sie übte mit einer Lauttabelle von Alex die Laute, die sie zum lesen braucht. Das ist in unserem Fall die Jandorf Lauttabelle. Max hat mit dem Tinto Buchstabenhaus* die Laute gelernt. Inhaltlich unterscheiden die sich aber kaum und bei Mimi kann es letztendlich diese oder jene werden.

Ich finde es viel wichtiger, dem Wunsch, etwas lernen zu wollen, nachzukommen, als ein lernwilliges Kind auszubremsen. Es mag Bereiche geben, in denen man sowas gut abfedern kann, in dem man alternatives Lernfutter anbietet. Aber beim Lesen geht es eben genau darum: sie wollte nicht Schach spielen, etwas über das Wetter erfahren oder Knobelaufgaben lösen. Sie wollte lesen können. Und das hat sie mit Hilfe der Lauttabelle ganz alleine und ohne großes Zutun unsererseits auch geschafft. Natürlich beantworte ich ihr Fragen, wenn sie welche hat. Auf der Lauttabelle wir das Ü zum Beispiel mit einem Überholverbotsschild erklärt. Dafür muss das Kind dann natürlich erstmal wissen, was ein Überholverbotsschild ist. Im Tinto Buchstabenhaus ist neben dem Ü ein Ü-Ei abgebildet. Das hätte sie sich vermutlich selber erschließen können.

Im Übrigen glaube ich deshalb trotzdem nicht, dass Mimi schlauer oder intelligenter ist, als andere 5-jährige. Auch glaube ich nicht, dass große Geschwister ausschlaggebend dafür sind, ob ein Kind frühzeitig lesen können will oder eben nicht. Alex hatte niemanden, dem er es hätte neiden oder abschauen können. Max wiederum hatte so ein Geschwisterkind, hat auch kurz Interesse gezeigt, dann aber bemerkt, dass Lesen lernen nur mit Eigeninitiative und Übung funktioniert und es dann doch lieber gelassen. Lesen hat er dann halt in der Schule gelernt, wie die meisten seiner Klassenkameraden auch.

Was ich aber weiß: Kinder sind alle unterschiedlich. Ob in ihren Interessen, ihrem Lerntempo oder in ihrer Lern- und Arbeitsweise. Alex, zum Beispiel, ist absoluter Autodidakt, den Gruppenarbeit total ausbremst und demotiviert. Er reißt daher gerne das Zepter an sich, denkt schnell und will alles alleine machen. Max ist Beobachtungslerner, der eine Fertigkeit am schnellsten durch das Beobachten anderer erlernt. Während Alex sich auf das Wesentliche konzentriert und sehr differenziert denkt, merkt sich Max einfach alles und kann dann mit einem wahren Feuerwerk an Informationen, Fakten und schmückenden Nebensächlichkeiten glänzen. Sie sind vollkommen gegensätzlich und dennoch beide echt kluge und witzige Jungs.

Mit eben diesem Wissen im Hinterkopf, begegne ich nun auch mit Mimis Wissensdrang. Ich möchte nichts weniger, als ihr den Spaß und die Freude am Lernen noch vor Schulstart zu nehmen. Darum entscheidet sie alleine über das Tempo, über das Wann und das Was. Ich frage sie nie, ob sie nochmal in ihren Heften üben mag. Das muss von ihr selber kommen. Mal macht sie jeden Tag etwas darin, mal liegen die Hefte ein paar Wochen unberührt auf ihrem Schreibtisch. Alles ist okay. Jetzt ist das noch okay. Spätestens wenn im Sommer die Schule beginnt hat sie diese Wahlfreiheit leider nicht mehr. Warum also jetzt auf die Bremse treten, wenn Mimi doch so unerbittlich Gas geben will?

Wie immer gibt dieser Text meine Meinung und Erfahrung wieder. Eine Meinung, die sich auch aus meinen eigenen Erfahrung heraus entwickelt hat. Ich erhebe keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Nehmen Sie daher mit, was für Sie passt und lassen Sie den Rest einfach hier.

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Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
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46 Gedanken zu „Lernen wollen vs. Langeweile

  1. Danke, dass du darüber berichtest. Ich habe mich gestern gefragt, wie es für meinen Sohn in der Schule wird. Er kann ziemlich gut lesen, schreibt auch nach Gehör und rechnet. Der soziale Aspekt wird die größte Herausforderung, da er kein Gruppenmensch ist. Ich hoffe, dass die Lehrer ihn nicht zu sehr ausbremsen. Bei uns gibt es zwar auch die Lies-Mal-Hefte und Indianer-Hefte, aber wenig Zeit für individuelle Dinge.

  2. Autodidakt. Danke. Dieses Wort beschreibt alles, was ich grad umständlich in einer Mail formuliert habe ?
    Bin ich selber in ganz vielen Dingen, hatte es aber irgendwie nicht mit meinem Kind in Verbindung gebracht…#biancasiehtdenwaldvorlauterbäumennicht

  3. Genau meine Meinung. Nr 1 hat in der ersten Klasse Lesen gelernt und Rechnen auch. Toben war vorher halt wichtiger. Nr 2 ist 5 Jahre alt und bei den kleinen Buchstaben und bearbeitet diverse Lesehefte, schreibt nach Lauttabelle von Nr 1 und spielt die Rechenspiele der 1. Klasse. Gibt noch so viel Neues in der Schule, da kommt garantiert keine Langeweile auf. Mal sehen, wofür sich Nr 3 dann entscheiden wird?

  4. Fühle mich gerade etwas angesprochen. ? Jedenfalls finde ich es ganz richtig und wichtig, die Kinder in ihren Interessen und Wissensdurst zu unterstützen! Ausbremsen ist keine Option. Ich prangere dagegen unser Schulsystem an, was – zumindest in unserer Grundschule- kleinen interessierten Forschern und Entdeckern die Lust an Wissen nimmt. Das finde ich schade.

  5. Ich finde es toll, wie du es machst! Nienieniemals bremsen, so sehe ich das auch. Ich konnte mir vier fließend lesen und schreiben, auch dank hohem IQ. Ich bin die Älteste, mit Geschwistern hatte es bei mir also auch keinen Zusammenhang.
    Noch heute bin ich meinen Eltern unendlich dankbar, dass mein Wissensdurst stets gestillt wurde. Ich glaube, das Gegenteil wäre für mich schädlich gewesen.
    Langeweile in der Schule hatte ich nie (was natürlich auch an meinen tollen Lehrerinnen und Lehrern lag).
    Viele liebe Grüße und den Kids viel Spaß beim Lernen, jedem auf seine Weise!

  6. Ich glaube aber auch das es einfach das los der Jüngsten ist. Man schaut bei den älteren ab. Meine Schwester war sogar noch weiter, da sie eben 5 Jahre jünger ist als ich und 2 Jahre Jünger als mein Bruder. Sie las mit 3 schon! Aber da wurde sie vond er Kita ausgebremmst, bücher wurden weggenommen und meine Eltern bekamen auf, das sie das Kind doch bitte ablenken, wenn wir großen Hausaufgaben machen -.-“

    Da find ich das einfach besser, wie das heute gehandhabt wird, vorschulhefte und eben individuell. ausbremsen führt eher dazu, das das kind sich dann ind er schule gar nimmer anstrengt. keine lust hat, es durfte ja vorher net lernen warum jetzt. So wars bei ihr. Nullbock was sich bis zum ende der schulbildung zog :/

    Bei euch istes genau so richtig wie ihr macht <3

  7. Das es ein *Küken-Heft* gibt wußte ich bis zu Deiner Antwort gar nicht ;) Ich hab meine Kinder auch das lernen lassen,was sie gerne wollten.Nur wenn es gar nicht mehr spielen sondern nur noch lernen wollte,hab ich die 4. Tochter doch ein wenig gebremst.In der Schule dachte ich ok,wenn sie schon soweit ist,besorge ich die folgenden *Lies mal Hefte* und wurde da dann aber von der Lehrerin gebremst….Ich habe der Tochter dann anderes Material gegeben und sie konnte sich in ihrer Wissbegierigkeit austoben.Jeder,wie er mag und es für seine Kinder,als RICHTIG empfindet !! :)

  8. Dem letzten Absatz ist einfach nichts mehr hinzuzufügen.
    Ich habe bisher nur still mitgelesen und ich finde es furchtbar, dass immer wieder eigentlich fremde Menschen, die über die Texte hier und in den sozialen Netzwerken ja auch nur einen kleinen Einblick in Ihr Leben bekommen, so wahnsinnig viele „gut gemeinte“ Ratschläge von sich geben, dass Sie sich genötigt fühlen sich rechtfertigen zu müssen. Dazu fällt mir nur ein:
    Der Weg zur Hölle ist gepflastert mit guten Absichten.
    Sie sind die Expertin für Ihre Kinder, Sie als ihre Mutter kennen sie am Besten und machen sich ja durchaus viele Gedanken was das Beste für die Drei ist.
    Sie machen das schon. Im Übrigen finde ich Ihre Meinung zum Lernen bzw. Lernen wollen ganz wunderbar und vernünftig. Alles andere würde Mimi nur die Freude am Lernen nehmen.
    Alles Gute weiterhin.

  9. Als ich auf Ihren Blog bei Facebook stieß setzten Sie gerade das Laufgitter wegen Mimi runter. Jetzt kommt das kleine, große Mädchen in die Schule. Die Zeit fliegt…!

  10. ich sehe das nur als vorteil. da kommt so viel neues, auch emotional anstrengendes. trotz Bemühungen kommt am ende des tages am ehesten das Lesen üben zu kurz bei uns bei der hausaufgabenmenge, weil es auch wahnsinnig anstrengend am anfang ist. und unseren lehrer/innen darf man ruhig auch was zutrauen. hier gibt es sehr wohl individuelle Hausübungen und auch im Unterricht ist keinem kind langweilig

  11. Liebe Pia, vielen lieben Dank für diesen Text. Er spricht mir aus der Seele. Ich spreche da sowohl als Mutter – ebenfalls einer fünfjährigen Tochter, die bereits liest – als auch als Grundschullehrerin.
    In die erste Klasse kommen so viele Kinder mit unterschiedlichen Fähigkeiten, Persönlichkeiten, Stärken und Interessen. Es ist immer spannend, die Kinder kennenzulernen und zu sehen, welche „Pakete“ sie mitbringen. Dass Kinder ohne Grundvoraussetzungen in die Schule kommen, davon geht heute keiner mehr aus. Wir als Lehrer – und dabei spreche ich im Namen vieler Kollegen und Kolleginnen – sind gewappnet, um mit der Unterschiedlichkeit umzugehen.
    Ich selbst freue mich immer darüber, wenn ein Kind in die Schule kommt, das bereits erste Fähigkeiten im Lesen oder Rechnen hat. Das zeigt doch, wie wiss- und lernbegierig das Kind ist und dass es sich auf die Schule freut. Was will man als Lehrerin mehr?
    Trotzdem bilde ich mir ein, dass ich auch diesem Kind das ein oder andere beibringen kann… ohne, dass es sich langweilen muss!

  12. Das sehe ich ebenso. Ich als Lehrerin freue mich sehr über starke Schülerinnen und Schüler u d füttere sie gegen Unterforderung mit Extramsterial. Ansonsten ist es für die neuen Erstis trotz allem aufregend und die Anstrengungen des sozialen Lernens und sich Zurechtfindens um Schulsystem, muss erstmal gemeistert werden. Ist doch toll, wenn dann dafür genug Kraftreserven übrig sind. Kinder die lernen wollen, soll man nicht bremsen.

  13. Liebe Pia,
    ich bin total froh, wenn Sie solche Bilder/Videos Posten, mein Sohn ist auch 5, aber in seinem Kindergarten besteht Vorschularbeit aus Drachen basteln und Zoobesuchen und bis 10 zählen üben. Und das reicht ihm NICHT, er will mehr und so bekomme ich immer mal neue Ideen.

    Bei meinem älteren Sohn war es ähnlich, doch wir haben uns damals beeindrucken lassen und seinen Lernwillen vor der Schule ausgebremst und nur anderes Futter angeboten, das war ein Fehler, der sich dann als Lernblockade zurückgemeldet hat.

    Viele Grüße Stephie

  14. Das sehe ich wie du. Beide Töchter konnten vor der Schule lesen. Die große Tochter sogar noch vieles mehr, obwohl sie die Jüngste war. Ich habe es immer als Vorteil empfunden. Keine der beiden hat sich gelangweilt. Da gab es ja noch viele andere Dinge zum Lernen.
    Du machst es genau richtig.

  15. Ich denke, wenn ein Kind den Drang verspürt etwas Neues lernen zu wollen, dann tut es das auch ganz von allein. Wenn man das ausbremst, kann das vielleicht sogar nach hinten losgehen. Ein Kind aus dem Bekanntenkreis hat sich, ohne Zutun der Eltern, das Lesen und Schreiben selbst beigebracht. Einfach anhand eines Tiptoi-Buches über Buchstaben. Das Kind liest und schreibt besser als mein Kind in der 1.Klasse. In dem Fall könnte man schon denken, da wird’s langweilig, aber wie du schon geschrieben hast, gibt es in der Schule noch so viel mehr zu lernen.
    Ich würde mir wünschen, mein Sohn würde von allein mal was lernen wollen, aber das Interesse hat er nicht. Seine große Schwester ist da auch ganz anders. Sie ist so gut in der Schule, daß er davon regelrecht erschlagen ist. Diese Heftchen kannte ich bisher nicht, erscheinen mir aber gut geeignet um das Lesenlernen zu unterstützen.

  16. Ich hab fließend gelesen als ich in die 1. Klasse kam und habe mich trotzdem nicht gelangweilt und das obwohl damals in der Vorschule noch keine Buchstaben geübt wurden, inzwischen wird das gemacht zumindest hier in Bayern also können dann alle schon ein Bisschen lesen. Weiß nicht wie das bei euch ist..?

  17. Ist doch vollkommen okay so! Hier hat der Große vor der Schule gar kein Interesse an sowas gezeigt, er konnte maximal seinen Namen schreiben und glaub mal, DAS fanden viele andere Mütter auch total bedenklich ? Jetzt in der 3. Klasse schreibt er und liest ein Buch nach dem anderen. Die Kleine kommt auch dieses Jahr zur Schule und ist etwas mehr interessiert, aber bei weitem nicht so, wie Mimi. Auch komplett okay so! In ein paar Jahren fragt eh keiner mehr danach. Ich konnte angeblich auch vor der Schule lesen, soll es mir selbst beigebracht haben und erinnere mich selbst nicht mehr dran ?

  18. Nachtrag: ich glaube ja, dass viele andere Mütter, die das Lernen vor der Schule kritisieren, nur neidisch sind ? Weil eben das eigene Kind vielleicht kein Interesse hat. Auch eine Meinung, und zwar meine ?

  19. Guten Morgen!
    Ich möchte Dir bei Deinem Fazit unbedingt zustimmen.
    Unsere Kinder hatten alle 4 vor ihrer Einschulung Fähigkeiten, die je nach Kind zwischen schwerfälligem Wörter entziffern und völlig flüssigem Lesen lagen.
    Die Motivation, lesen zu lernen, kam immer vom Kind und wir haben dann weder gepusht, noch ausgebremst. Es gab Mini-Lük und schöne Bücher und wenn ein Kind Freude dran hat, soll es dem auch nachgehen dürfen.
    Man sollte schon auch den Grundschullehrern vertrauen, dass sie den Kindern genug andere Anreize geben können, wenn sie in Teilgebieten dem Klassendurchschnitt voraus sind. Die Erstklässler sind doch erfahrungsgemäß ohnehin eine in der Regel sehr inhomogene Gruppe, was den individuellen Entwicklungsstand betrifft.
    Da können die Lehrer meistens gut mit umgehen.
    Ich habe aus unserer Erfahrung heraus mit nun 4 Kindern in der Schule nirgendwo einen Nachteil darin erkennen können, dass sie als lesende Kinder eingeschult wurden. Im Gegenteil ist ein müheloser Start doch auch was richtig Feines!
    Wunderbar, dass Mimi Lust auf Buchstaben hat. Besser gehts doch nicht!

    Liebe Grüße!

  20. Hallo Pia,
    ich bin da voll und ganz bei dir. Ich habe selber drei Kinder, von denen eines bereits vor der Einschulung lesen konnte.
    Er hat es sich eigentlich selbst beigebracht indem er es sich bei seinem großen Bruder abgeschaut hat.
    Kinder kann man nicht ausbremsen und man sollte es auch nicht versuchen.
    Liebe Grüße

  21. Irgendwie führen diese Diskussionen nur die Eltern, oder? Die Kinder fragen sich untereinander doch eher selten, was oder ob sie überhaupt schon was vor der Schule können… Was ich mir allerdings alles von übereifrigen Mamas anhören musste, weil mein Großer vor der Einschulung gerade mal seinen Namen schrieb, ging auf keine Kuhhaut. (Ohne Sch… ich wurde nach seinem Können auf der Einschulung von 6!!! Müttern befragt.) Und schon beim ersten Elternabend haben sie aufgezählt, welche Bücher alle schon eigenständig gelesen wurden. ? Unglaublich viele hochbegabte, lerninteressierte Kinder in einer Klasse. ? Und nein, ich bin nicht neidisch (Caro ??) weil meine Jungs eher nur toben und spielen anstatt freiwillig zu rechnen und zu lesen. Aber wenn wir vielleicht die Kinder einfach nur machen lassen und uns nicht alles gegenseitig auf‘s Brot schmieren würden? Nur mal Simeon Vorschlag… Puh langer Text, sorry. ?

  22. Liebe Pia, als jahrelange Stille Leserin muss ich heute dich kommentieren- an dir ist eine Pädagogin verloren gegangen! Danke für die tollen Texte!

  23. Liebe Pia! Genau so sehe ich es auch: ist das Interesse an einem Thema da, sollte es auch beantwortet werden. Bei vielen anderen Themen gibt es da meistens auch Zustimmung – warum sind dann Lesen, Schreiben und Rechnen lernen der Schule vorbehalten?!
    Unsere Tochter wird im Mai 5 und liest mit großer Freude erste Worte in Großbuchstaben und wir Eltern sehen staunend und voller Freude zu.
    Lernen macht Spaß – gönnen wir unseren Kindern das Entdecken der Welt!

  24. Hier könnte der Große vor der Schule such schon etwas lesen und nach Gehör schreiben. Trotz des „Vorsprungs“ hat er sich nicht gelangweilt. Extra Lernhefte habe ich zwar für kein Kind gekauft, aber ich kann jetzt auch nichts schlimmes daran finden. Wenn es die Kinder selber einfordern? ?????

  25. . So isset.

    Kind1 konnte schon auf eigene Weise schreiben beim Schuleintritt, Kind 2 las mit 4 flüssig aus dem Stand und Kind 3, unser Grätenpendant schreibt und liest nun auch schon im Jahr vor der Schule. So what. Sie konnten es einfach so (Mann und ich auch) und das Jüngste Kind hat nun mal auch Input durch die Großen. Machste nix dran. Manche interessieren sich fürs Fußbballspielen oder Automarken, manche rechnen wie der Wind, andere schaffen Kunstwerke. Klar hilft das Lesenkönnen beim Schuleintritt schon sehr im fachlichen Bereich. Aber es bleiben das Ankommen in neuen Räumen mit neuen Menschen, lauter, voller Umgebung, andere Regeln, andere Zeiten, andere Abläufe und und und. Gegen Bauchschmerzen am Montagmorgen hilft das Lesenkönnen vor Schuleintritt leider auch nicht, das sehen Neider oft nicht.
    Ich freu mich für meine und deine Kinder und finde es gar nicht sooooo außergewöhnlich, schließlich beginnt in Deutschland die schulische Ausbildung ja vergleichsweise spät. Erstes Rechnen, Lesen und schreiben fängt im Ausland oft schon 1-2 Jahre früher an und die Kinder wollen und können es auch.

  26. Liebe Pia, ich sehe das absolut so wie du und fände es ein Unding, ein lernwilliges Kind auszubremsen oder gar Verbote auszusprechen.
    Ich selbst konnte auch lange vor Schulantritt lesen, habe mich aus deinen genannten Gründen jedoch keine Sekunde in der Schule gelangweilt.
    Im Gegenteil, ich fand es toll, etwas schon zu können und das hat mir einen selbstbewussten, einfachen Schulstart ermöglicht. Meine Kinder lasen und lesen auch gerne mit fünf Jahren, ich finds toll!

  27. Danke! ??
    Wie bei uns. Auch die Bedenken Außenstehender.
    Ich bin entspannt damit und würde mein wissbegieriges Kind, dass sich Lesen und Schreiben allein beibringt niemals aufhalten. Das „drum herum“ in der Schule wird schon noch spannend genug…

  28. Das wird gleich meine Leselektüre. Ich bin gespannt wie es sich die nächsten Jahre bei uns entwickelt. Meine Tochter wird im Juni 3 und sie begann schon sehr früh zu sprechen. Wurde in der Kita daher immer „unser Wunderkind“ genannt. Was ich einerseits auch immer blöd fand… ? Sie hat kurz vor dem 2. Geburtstag bis 10 gezählt und das ABC gesungen. Ich habe das Gefühl, dass sie sich einfach für jegliche Art von Kommunikation interessiert. Wenn das weiter so bleibt, kommt Schreiben und Lesen vermutlich auch noch vor der Schule. Ich lass mich überraschen.

  29. Hallo,

    meine Meinung auch. Ich bremse auch keinen Wissensdrang aus bei meinem Kind. Aber ich zwinge ihm auch nichts auf so im Stil “ jetzt wird aber gelernt.“ Und falls das Kind sich dann in der Schule langweilen sollte, gibt es sicherlich auch Wege, damit umzugehen. Aus Angst davor würde ich mein Kind sicher nicht bremsen.
    LG
    Lamasus

  30. Liebe Pia, auch wenn ich kinderlos bin und somit die „offizielle Berechtigung“ fehlt eine Erziehungsmeinung zu haben, finde ich die Einstellung genau richtig.
    Warum bremsen, wenn das Interesse da ist.
    Ich erinnere mich daran, dass ich auch schon im Kindergarten lesen und schreiben konnte und es mir nicht an Beschäftigung gefehlt hat. Die müde Phase kommt sicher zwischendurch. Warum dann nicht unterstützen, wenn das Kind Spaß daran hat. Es gibt so tolle Anfängerlesebücher. :)

  31. Sehe ich exakt genauso. M liest und schreibt auch und hat super großes Interesse daran. Ich finde das ziemlich spannend zu beobachten und gebe ihr auch den Input, den sie (von sich aus) fordert.

  32. Liebe Pia, braucht ihr bei euch nicht auch Grundschullehrer/innen? Du beobachtest die Lernentwicklung so genau, das liest sich schön und die Schulen brauchen solche Leute. Niht, dass du dich langweilen würdest. Verbuchs unter Kompliment. Lg, Heike

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