Jetzt hat das Kind einen Namen

Erinnern Sie sich noch wie ich hier rumgeheult habe, weil ich so dermaßen erschöpft bin? Seit Monaten? Also ich war dann jetzt mal beim Arzt und siehe da: es gibt einen Grund, der nicht einfach nur einem stressigen Alltag geschuldet ist. Ich habe ein chronisches Erschöpfungssyndrom (CFS), wohl ausgelöst durch einen starken Infektionsverlauf des Eppstein-Barr-Virus. Nach sehr langem und umfangreichen Aufklärungsgespräch durch meine Ärzte ist es für mich in erster Linie sehr super zu wissen, woher diese anhaltende Erschöpfung kommt und dass es nicht die Schilddrüse ist, die mich so ausbremst. So richtig dagegen tun kann man nichts. Also jedenfalls nicht in klassischer Behandlungsform. Das ist jetzt weniger gut. Aber man kann dem Körper quasi antrainieren, weniger schnell erschöpft zu sein. Dafür werde ich nach dem Urlaub wieder regelmäßiger Laufen gehen (müssen), mir kleine, aber regelmäßige Auszeiten gönnen (müssen) und aktives Entspannen erlernen (müssen).

Natürlich fielen in dem Gespräch auch Worte wie Achtsamkeit, Selbstfürsorge und der schöne Satz „Machen sie mal Urlaub.“ Pause. „Ohne Kinder.“ Mit Blick auf Mimi, die Beine baumelnd auf einem Stuhl neben mir saß, lachten wir dann beide.

Es ist jetzt nicht ganz einfach sich zwischen Alltag entschleunigen und der Erschöpfung hingeben zu bewegen. Auf der einen Seite soll ich kürzer treten, auf meinen Körper hören und mehr Pausen machen. Auf der anderen soll ich aktiver werden, mehr Ausdauer aufbauen und durch strukturierten Alltag wieder mehr an meine normale Leistungsfähigkeit heran kommen. Das wird … spannend.

Diese Woche genießen wir jedenfalls erstmal die Ferien. Ich stehe jeden Tag um 7 Uhr auf, frühstücke mit Mimi und bringe sie dann in den Kindergarten. Noch zwei Mal. Dann war es das mit der behüteten Kindergartenzeit.

Jeden Tag dauert das Verabschieden ein bisschen länger. Mimi spürt, dass sich da ganz bald etwas sehr ändern wird. Und ich will auch noch nicht gehen. Hach, seufz.

Daheim frühstücke ich nochmal mit den Jungs (Kaffee geht immer) und setze mich dann an meine Arbeit. Am Nachmittag lümmeln wir alle rum oder machen komische Zeug. Heute sind wir zum Beispiel erst ein Eis essen gegangen und danach in die SB-Waschstraße gefahren, damit die Kinder mein Auto waschen konnten. *gnihihi*

So richtig sauber ist es zwar immer noch nicht, aber dafür kann man jetzt wenigstens nicht mehr darauf schreiben *ähäm*

Die kommenden Tage werde ich dann wohl anfangen Taschen und Koffer zu packen, denn ganz bald ruft das Meer. Der Haus- und Katzensitter ist eingewiesen und wir sind alle so voller Vorfreude, dass wir es kaum erwarten können. Für mehr Entspannung und so. Meer Entspannung, quasi.

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Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
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13 Gedanken zu „Jetzt hat das Kind einen Namen

  1. Eine Diagnose ist ja zum Glück auch immer etwas beruhigender. Weiterhin gute Besserung 🍀. Dann mal los mit der Achtsamkeit und so 🤭…. wenn das mal so einfach wäre…..
    Liebe Grüße aus dem Ruhrgebiet
    Manuela

    1. Ja, die Jungs beschäftigen sich gut, wenn ich daheim arbeite. Sie kennen das ja und es ist ja auch nur der Vormittag. Wobei ich in den Ferien auch nur verkürzt vormittags und dafür mehr abends arbeite.

  2. Liebe Pia – ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie einen schönen Urlaub und gute Erholung (und freue mich auf Fotos von Kindern, Meer und Strand – aber: bloß kein Stress). Und ich wünsche Ihnen sehr, dass Sie einen Weg finden, mit Ihrer Erschöpfung umzugehen. Natürlich ist es unbefriedigend, dass es da keine Heilmethode à la „Mach-das-und-das-und -dann-ist-es-in-ein-paar-Wochen-weg“ gibt. Und sich einerseits „aufraffen“, wenn man müde ist und andererseits Ruhepausen zwangsweise einzulegen, wenn man eh schon meint, dass man wegen der Müdigkeit alles mögliche nicht schafft, ist schwierig. Wahrscheinlich helfen Ihnen Ihre Lauferfahrungen von vor einem Jahr im Moment auch nicht wirklich. Damals waren Sie ja super im Training. Wenn man da mal raus ist (aus dem Training und der sportlichen Routine), dann fragt man sich, wie man das je geschafft hat und erinnert sich nur noch daran, was anstrengend war – und das motiviert nicht. So sind jedenfalls meine Erfahrungen. Wahrscheinlich muss man es langsam angehen – die Freude am Laufen kommt dann mit dem Laufen wieder. Oder mit Anleitung. Ich weiß: über Kuren wird viel Negatives gesagt. Meine Kollegin hat mehrere Mutter-und-Kind Kuren hinter sich und hat sehr positiv berichtet: als ihre Kinder groß genug waren, um ein eigenes Programm mitzumachen und sie dann wirklich Zeit für sich hatte, um allein an Laufrunden, Yoga und Vorträgen pp. teilzunehmen, hat es ihr viel gebracht. Wahrscheinlich käme für Sie nur eine solche Kur infrage (mit Kindern), weil Familie ohne Sie für drei oder vier Wochen nicht zu organisieren ist. – Genießen Sie erst einmal Ihren Urlaub und ich hoffe, dass Sie einen guten Weg finden.
    LG Dagmar

  3. Hätte ich meinen Kommentar vor ein paar Wochen vielleicht doch nicht wieder löschen sollen? Ich hatte das im Januar/Februar ganz massiv, totale Erschöpfung, Fatigue-Syndrom. Morgens aufstehen, drei Brotdosen machen und erstmal aufs Sofa sinken und wegdösen, weil Null Energie mehr da war. Den Vormittag verschlafen (ganz ohne Gedankenkarussell, weil einfach zu müde dafür, immerhin), den Nachmittag mit den Kindern irgendwie rumbringen und abends um acht vor ihnen einschlafen. Bei mir wurde die Sache durch ein Geschwister von Eppstein-Barr ausgelöst, nennt sich Cytomegalie, gehört auch zu den Herpes-Viren und werde ich auch nicht wieder los. :-/ Aufgrund der Schwere der Müdigkeit (und weil ich einen tollen Hausarzt habe, der mich zügig an einen guten Internisten überwies) musste ich nicht lange auf die Diagnose warten. Geblieben ist ein Hang zu Nesselsucht. Gekommen ist ein bereits erwachsener Hund, damit ich auch wirklich täglich raus gehe und mir Zeit für mich nehme. Das klappt sehr gut. Von daher kann ich das Vorhaben mit den Laufrunden nur empfehlen.

  4. Hallo Pia,

    mich würde sehr interessieren, wie der Arzt die Diagnose gestellt hat, mit Bluttests oder ähnlichem? Wie wird so etwas festgestellt? Ich rätsel nämlich schon seit langem wegen einer andauernden Erschöpfung und die Schilddrüse ist es nicht…
    Gute Besserung und einen tollen Urlaub.

    1. Hallo Laura,
      es ist ein großes Blutbild mit einem speziellen Viren-Test nötig. Dabei wird auf Antikörper bestimmter Viren geprüft. Bei mir sind die Antikörper des EBV extrem hoch.
      Liebe Grüße,
      Pia

  5. Hallo Pia, ich habe mich gut 6 Jahre mit ähnlicher Erschöpfung und vielen unterschiedlichen körperlichen Beschwerden herumgequält, bis ich auch erfahren habe, das ein chronischer EBV dafür verantwortlich ist. Mir hat eine Heilpraktikerin sehr weitergeholfen, durch Aufbau des Darms, Vitaminen und einer speziellen Behandlungsmethode. Wenn Du an mehr Infos interessiert bist, melde Dich gerne per Email. Vielleicht gibt es ja jemanden in Deiner Nähe, der Dir ähnlich helfen kann. Mit geht es jetzt in Summe schon viel besser als noch vor einem Jahr. Und ich muss sagen, allein das Wissen darum, was mir so Probleme gemacht hat, hat schon enorm weitergeholfen. Viele liebe Grüße, Steffi

  6. Hallo, fahren Sie wieder nach Zeeland? Wir waren letzte Woche dort und dass nur, weil Sie im letzten Jahr so begeistert davon berichtet haben. Wir fanden es dort auch wunderschön und eine Woche war leider viel zu kurz. Ihnen gute Besserung und einen schönen Urlaub. LG

    1. Hallo Sonja,
      das freut mich riesig, dass ihr unserem Tipp gefolgt seid. Zeeland ist WUNDERSCHÖN! Aber diesmal sind wir auf Texel und schauen uns das Inselleben mal genauer an.
      Liebe Grüße,
      Pia

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