#WMDEDGT? November 2018 Edition

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Am 5. eines jeden Monats ruft Frau Brüllen zum Tagebuchbloggen aka Was machst Du eigentlich den ganzen Tag? auf. Da ich gestern unterwegs war, hole ich das heute noch rasch nach.

Als um 6 Uhr der Wecker klingelte war ich schlagartig hellwach, das Gedankenkarussell fuhr mit Vollgas an und mehr oder weniger munter pellte ich mich aus dem Bett. Ich zog meine Laufklamotten an und kümmerte mich um die Brotdosen der Kinder, die ich um 6:45 Uhr versuchte möglichst sanft aus ihren Betten zu befördern. Beim Mittleren klappt das am besten mit ein bisschen Quatsch und Albernheit, beim Großen mit viel Zärtlichkeit und Gesäusel und bei der Kleinen wird mir schon beim Öffnen der Tür ein „Geh weeeeg! Ich steh nicht auf! Ich will noch schlafen!“ entgegen geschmettert. Alles wie immer.

15 Minuten später sitzen dann trotzdem alle drei angezogen am Frühstückstisch. Der eine mit besserer, der andere mit schlechterer Laune. Wir sprechen über die Tagesplanung, wann wer und wie nach Hause kommt und was am Nachmittag ansteht.

Nachdem die Zähne geputzt, die Ranzen gepackt und die Warnwesten angezogen waren („Mama, Warnwesten sind so uncool!“ – „Kind, platt gefahrene Kinder sind so viel uncooler!„), verabschiedete ich die Drei an der Haustür mit Küssen, Umarmungen und Wünschen für einen schönen Schultag.

Kopfhörer auf, Laufjacke an und los ging es aufs Feld. Aktuell höre ich Morgen wirst du bleiben* von Nica Stevens, das sich dank elanvollen Sprechern wunderbar zum Laufen eignet. Die Story ist bisher auch in Ordnung, wobei ich es auf Grund der enorm guten Rezensionen gekauft habe und nun schon recht hohe Erwartungen an den Verlauf der Geschichte habe.

Aus meiner geplanten 3,5km Runde wurde dann spontan doch die 5,5km Runde. Allerdings nur in gemütlichem Tempo, da ich einfach noch ein wenig nachdenken und das Heimkommen ein wenig hinauszögern wollte.  Ich rechnete nämlich damit, dass mich daheim viele kritische Kommentare erwarten würden, die sich ja gerne über Nacht auf etwaigen Kanälen ansammeln und einem morgens dann direkt die Laune verhageln können.

Nach 40 Minuten war ich dann wieder zuhause, aß eine Banane und ging erstmal heiß duschen. Als ich um 8:45 Uhr dann den Rechner hoch fuhr war ich völlig perplex. Nicht nur, dass das Spendenziel in greifbare Nähe gerückt war, ich fand auch nur einen einzigen gehässigen Kommentar, den ich aber wunderbar ignorieren konnte, weil er jeglicher Grundlage entbehrte. Auf einen Schlag fiel ganz viel Anspannung von mir ab und ich twitterte:

Und das meinte und meine ich ganz und gar ernst. Vielen lieben Dank! Von ganzem Herzen. Ich habe den Aufruf so früh gestartet, weil ich das recht knappe Zahlungsziel vor Augen hatte und die Angst groß war, dass ich die geforderte Summe im Leben nicht bis zu diesem Zeitpunkt zusammen bringen würde. Manche glauben, die geforderte Schadenssumme würde sich noch eklatant senken lassen, andere (und das sind leider die mit Fachwissen) sehen eher eine Chance für eine geringe Anpassung. Wie sich das ganze entwickeln wird lasse ich Euch wissen, wenn ich selber mehr weiß. Das wird nun ein paar Tage dauern und um diese Geduld bitte ich Euch auch.

Ich bin jedenfalls sehr von Eurem Zuspruch gerührt, auch über die ganzen lieben und aufmunternden Worte die ich erhalten habe. Da waren so unfassbar viele (stille) Leser, die sich für mein jahrelanges Schreiben bedankt haben. Für Rezepte, Bastelideen, Shoppingtipps, Downloads, Erfahrungsberichte. Mir war selber nicht bewusst, wie sehr dieses Blog für viele Menschen ein Mehrwert ist. Das bedeutet mir unheimlich viel.

Aber zurück zum gestrigen Montag. Nachdem ich den positiven Schock einigermaßen verwunden hatte, habe ich auf Instagram einen kurzen Livestream zum Stand der Dinge gemacht. Anders als gedacht wurde ich dann während meines Berichts doch noch sehr emotional und habe somit das erste Mal in meinem Leben live und in Farbe ins Internet geheult. Hmpf.

So aufregend die ganze Situation gestern dann auch war, so musste ich mich dennoch hinsetzen, um zu arbeiten.

Um kurz vor 13 Uhr kam dann das große Kind nach Hause, wir aßen einen Strammen Max und begaben uns dann an die Hausaufgaben, die ich momentan noch begleiten muss. Im Grunde muss ich keinen Input geben, dafür aber viel Feedback („Ist das richtig?„, „Reicht das so aus?„) und Motivation. Wir arbeiten daran, dass er das in naher Zukunft auch ohne meine Anwesenheit bzw. Aufmerksamkeit hin bekommt.

Nach den Hausaufgaben durfte das Kind etwas daddeln und ich habe mich noch eine weitere Stunde meiner Arbeit gewidmet, bevor ich dann die beiden Jüngeren von der Schule abgeholt habe.

Während die Jungs den Nachmittag zuhause verbringen wollten, fuhr ich mit Mimi zu Steffi und Alexa, wo wir Großen Kaffee tranken und die Kurzen spielten. Gegen 17 Uhr erhielt ich die Nachricht, dass das Leetchi-Sammelpoolziel erreicht worden sei. Ich dachte ich trau meinen Augen nicht. Nur 24 Stunden nach meinem Hilfegesuch? UNGLAUBLICH! Ich schloss also den Sammelpool und twitterte fix:

Sagte ich schon, wie dankbar und erleichtert ich bin? Ihr könnt es Euch kaum vorstellen *heuli*

Gegen 17:30 Uhr fuhren wir dann wieder nach Hause. Spülmaschine ein- und ausräumen, die Wäsche in den Trockner laden, den Müll sortieren und die Hausaufgaben der beiden jüngeren Kinder kontrollieren, während der Mann Löcher in die Hausfassade bohrt und neue Kabel zieht.

Der Mann kümmerte sich dann später um das Abendessen für die Kinder, während ich um 19 Uhr von einer Freundin zum Mädelsabend abgeholt wurde.

Nach wunderbaren Stunden voll guter Gespräche und leckerem Essen war ich dann um 22:30 Uhr wieder zuhause, wo ich mich noch zum Mann aufs Sofa gesellte und eine Folge The Big Bang Theory schaute, bevor wir dann ins Bett gingen.

Im Grunde war das ein ganz normaler Montag, sieht man mal von den ganzen Emotionen ab, die mich den ganzen Tag über begleitet haben und das Date am Abend, auf das ich mich seit 5 Wochen gefreut habe, weil ich ewig nicht mehr aus war (abgesehen von Schulpflegschaftssitzungen, Schulkonferenzen und andere Pflichtterminen am Abend).

Da ich gestern nur ein einzige Foto gemacht habe, nämlich ein würdeloses Laufselfie, muss das heute als Beitragsbild reichen.

Und nun schiebe ich den Beitrag noch rüber zu Frau Brüllen, wo Ihr auch die ganzen anderen WmdedgT-Beiträge aus dem November findet.

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Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
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13 Gedanken zu „#WMDEDGT? November 2018 Edition

  1. Liebe Pia, ich freu mich so für Dich, dass das Sammelziel schon erreicht ist. Ich konnte nicht viel geben – doch anscheinend haben genug Menschen mitgemacht und nun wird alles gut!
    Liebe Grüße, Claudia
    Ich mag Deine Seite sehr, weil Du so schön ehrlich bist.

  2. Wie schön dass der Betrag zusammen gekommen ist. Und so schnell. Ich habe eigentlich noch auf mein Gehalt gewartet um auch was dazuzugeben, aber jetzt ist schon alles zusammen und das ist toll.
    Ich lese deinen Blog erst seit etwa 2 Jahren, habe aber auch alle alten beiträge nachgelesen und finde das Blog einfach toll, motivierend, inspirierend etc. Dich und deine Familie unbekannterweise auch. ?
    Ich wünsche euch eine hoffentlich friedliche Vorweihnachtszeit :)

  3. Ich freue mich, dass das Ziel erreicht wurde und vor allem auch schon so schnell.
    Ich glaube ich lese jetzt seit etwa 4 Jahren hier mit.
    Habe schon so tolle Sachen gefunden, Rezepte, Downloads, einfach tolle Beiträge.
    Und bin auf das Thema Hochsensibilität gestoßen und mich darin vollkommen wiederfand. Dafür bin ich so dankbar, da ich seitdem weiß, ich bin normal und nur ein wenig anders. Habe auch direkt eine Hausarbeit im Studium darüber geschrieben.

    Es ist schön nun auch etwas „zurückgeben“ zu können, wenn auch durch einen eigentlich unschönen Anlass.

    Ich freue mich weiterhin auf jeden neuen Beitrag und wünsche euch noch eine weitere tolle Zeit als Familie. ?

  4. Liebe Pia,
    es hat mich ehrlich geschockt, als ich deinen Beitrag gelesen habe. Ja Gesetze hin oder her, ich finde es persönlich so ungerecht, dass ein einziges Bild von vor 10 Jahren!! so viel Ärger machen kann. Für mich sieht das nicht nach Gerechtigkeit aus, sondern nach jemandem, der sich auf solche Fälle spezialisiert hat und das Netz nach „Vergehen“ absucht, um daran zu verdienen. Es freut mich umso mehr, dass das Spendenziel erreicht wurde und euch die Sorgen ganz schnell (zu großen Teilen) genommen werden konnte. Leetchi hat übrigens selbst keine Ahnung, wie man die Sprache dauerhauft auf Deutsch umstellen kann. Ich sammle auch gerade darüber für eine Dokumentation. Zum Glück musst du dich ja nicht mehr damit herumschlagen. Ich wümsche euch noch viel Glück in dieser Angelegenheit und gute Nerven! Zum Schluss noch eine Bitte: Lass dich davon nicht unterkriegen oder verunsichern und schriebe weiter ins Netz!
    Liebe Grüße aus Köln,
    eine ganz treue Leserin

  5. Pia heult live und in Farbe und ich habs verpasst. Menno ;-) wie schön dass wir dir gemeinsam eine Sorge nehmen konnten, hast du uns doch auch jahrelang so manche Sorgen genommen indem du über die Entwicklung der Kinder geschrieben hast und erst letztens gezeigt hast: es wird immer alles irgendwie gut. Ganz zu schweigen zu den vielen Inspirationen zum basteln, Faschingskostüme, backen, kochen,… Danke und mach weiter so, du bist toll!

  6. Liebe Pia, der Aufruf war schon vorbei bevor ich ihn gelesen habe. Gerne hätte ich Dich auch unterstützt, um ein bißchen zurückzugeben. Dein Blog begleitet mich schon eine ganze Weile und war mir schon oft Inspirationsquelle oder Gedankenbereiter-danke dafür! Ich freue mich aber dennoch, dass ,,das Problem“ so schnell gelöst werden konnte,da bin ich wohl nicht der einzige ,,Fan“. ;-)

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