Bis einer heult! • nimmersattes Löwenmaul
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20. Dezember 2010 | Pia Drießen

nimmersattes Löwenmaul

Das Löwenmäulchen im Fresswahn. Und kein Ende in Sicht.

Seit nun mehr ein paar Tagen bekommt er abends Griesbrei. Es dauerte drei Tage und er aß bereits die ganze Schüssel leer. Man kann also nicht sagen, dass er hungrig ins Bett geht. Man kann aber auch ausschließen, dass er vom Stillen allein nicht mehr satt wird, denn er meldet sich trotz riesen Portion Brei pünktlichst nach 2 Stunden mit erneutem Hunger.

Überhaupt hat es sich inzwischen dahingehend eingestellt, dass er nachts am meisten, in Bezug auf Menge und Häufigkeit, trinkt. Das ist nicht wirklich das, was ich wollte. Und auch wenn ich ihn grundsätzlich lassen möchte, so wie er es will, so sehe ich es allerdings nicht ein, dass man tagsüber vielleicht mal gelangweilt nuckelt, lieber dem großen Bruder beim Spielen zusieht und mich dafür nachts wie ein ausgehungerter Milchvampir leersaugt. Ich muss ja auch mal schlafen, irgendwann, so ein Bisschen (und ich bin nicht anspruchsvoll, was das angeht).

Ich frage mich nun allerdings, ob es irgendwie einen nicht radikalen Weg gibt, bei dem keiner von uns beiden Weinen muss, der ihn dazu veranlasst seine Hauptmahlzeiten tagsüber einzunehmen und nachts halt nur nachzutanken.

Generell bin ich verwundert, wie schnell er das mit dem Brei annahm, eine ganze Schüssel verputzt, danach noch stillt (und das nahezu eine komplette Mahlzeit) und dennoch keine 2 Stunden später wieder kräht. Ich denke nicht, dass er gehaltvollere Nahrung braucht. Der kleine Herr Löwenmaul ist ein Löwenspeckmaul, wenn Sie verstehen.

Aktuell übt er sehr verbissen das Sitzen, indem er sich überall hochzieht, freudestrahlend dir Arme hoch wirft, ein bisschen kippelt und dann wieder umfällt. Außerdem hängt er den halben Tag im Liegestütz und wippt mit den Armen und dem Po. Sie wissen schon … ich denke also schon, dass er Hunger hat bzw. Energie braucht. Aber so viel? Und nur nachts?

Ach.

„Du stillst immer noch? Wann soll er denn mal was richtig bekommen. Damit er satt wird.“ Meine Mutter. Gestern bei Kaffee und Kuchen.

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Daniela / Dez 20 2010

    *kicher* Tschuldigung. Ich glaube jeder stillenden Mama ging es mal so.
    Auch das wird sich einspielen, wie alles und jedes und überhaupt.

    Am liebsten hätte deine Mutter ihm doch ein Stück Kuchen gegeben und ein Schocki, damit das arme Bürschchen endlich mal satt wird, nicht wahr?! (Auch das hat jede stillende Mama mal von ihrer Mama gehört, glaube ich.) :-D

  2. Stadtmoewe / Dez 20 2010

    „Damit er satt wird.“ … Arghhhh!

    (Einen Kuss für den kleinen Struwelpeter bitte, der dir gerade die Haare vom Kopf futtert :)!)

  3. Kathi / Dez 20 2010

    Ced hat auch phasenweise tagsüber kaum gegessen, weil einfach alles andere interessanter war. Er hat sich aus diesem Grund auch im 5. Monat abgestillt, weil an eine Mahlzeit einfach nicht zu denken war – er hat nur rumgehampelt, um alles mitzubekommen, auch wenn ich in einem stillen Zimmer mit ihm war. Nur nachts hatte er wirklich die Ruhe zu trinken.
    Ich kann Dir nur sagen: es vergeht wieder :-) Alles eine Phase und so (die noch ab und an wiederkommt – jedenfalls bei uns!)

    LG Kathi

  4. Sabine / Dez 20 2010

    Stillen solange es allen Guttut und nicht von anderen gemein anquatschen lassen. In Afrika etc. werden Kinder sogar länger als zwei Jahre gestillt, damit sie wenigstens gescheite Nahrung bekommen. Solange haben Sie meistens auch keine Mangelerscheinungen. Ist wohl was drann das Muttermilch gut ist :-)

    Meine hatten das auch mit dem abends Brei, nachts trotzdem wach. Ich hab dann mal morgens den Brei gegeben und siehe da, hat besser funktioniert und es hat sich alles eingespielt :-) (das tut es ganz ohne Zwang meistens ganz plötzlich. Mein Kleiner hat sich von einen auf den anderen Tag komplett abgestillt. Und wir waren unterwegs am Wochenende und mussten plötzlich Glässchen besorgen, weil soviele hatten wir dann doch nicht dabei. Was sonst immer alles die Tanken haben, nur das nicht *g* )

    Grüssle Sabine

  5. Lotta Leben / Dez 20 2010

    Schön, dass du das postest!!!

    Mein Zwerg kommt mittlerweile wieder zwei Mal pro Nacht und hat vorher aber durchgeschlafen.
    Tagsüber sind Trinken und Schlafen in ihren Augen auch überbewertet. Und Brei und Co. ebenso.

    Meine Mutter hat neulich (ohne mein Beisein oder Einverständnis!) Banane gefüttert. Weil: „Das Kind wird ja nicht satt und braucht mal was vernünftiges!“ Nee, is‘ klar! ;-)
    Die Kleine hat’s ihr erklärt. Lange wird die Ruhe nicht währen.

    Unser Kinderarzt sagt dazu, dass die Kleinen nun unglaublich viel wahrnehmen und lernen. Sie wollen partout nichts verpassen, was zugunsten von Schlaf und Stillen geht.

    Das erklärt zwar nicht den beeindruckenden Hunger vom Löwenmäulchen, aber vielleicht weshalb nur nachts getrunken wird?

    Liebe Grüße von einer Hochleistungsmilchkuh, mit Augenringen, die bereits wieder Ringe haben… ;-)

  6. Katha / Dez 20 2010

    „Du stillst noch?“ wurde auch auch immer gefragt- mein Töchterlein wurde 14 Monate fast voll gestillt, weil sie kein Interesse an viel Nahrung hatte. Und wenn ichs weggelassen habe, das stillen hat sie nur gekräht , aber nicht mehr gegessen… Aber dein Löwenmäulchen isst ja, das sollte ja nicht das Problem sein… Insgesamt habe ich die Mittlere 22 Monate gestillt.

    Wie stillst Du denn nachts? Im Sitzen?
    Bei uns hat es immer gut funktioniert (und funktioniert jetzt auch wieder gut) wenn ich im Liegen stille, den Rücken von mir und dem Krümel jeweils mit einer Nackenrolle oder dem Stillkissen abgestützt. Das ist für mich hinreichend bequem zum schlafen- und so bekomme ich auch genug Schlaf. ..
    Und so kann mein Krümel so viel trinken wie er braucht, bis er über läuft *gg*
    liebe grüße
    katha

  7. Sabrina / Dez 20 2010

    Oh schon Brei? Er steckt doch bestimmt nur ein einen Schub ;) Da kommt es doch eben zum Dauerstillen, Sam ist da momentan nicht anders -.- Nachts JEDE Stunde tönt es: MAMAAAA MAMMMMMM! Nervend und Herzzerreißend. Selbst mit Abendbrei das gleiche Spiel oder auch mit der ACH so tollen Abendflasche, alles Probiert. Von daher bleib ich beim Stillen ^^ Auch wenn er immer noch nicht viel Tagsüber isst, zwingen kann man ihn ja nicht.

    Du schaffst das schon!!! Die Milch reicht schon. Das ist eine Phase die geht schon vorbei *hoffe ich auch* lol

  8. Mama Miez / Dez 20 2010

    Wenn ich von Hauptmahlzeiten spreche, meine ich nicht automatisch Breimahlzeiten, sondern einfach ausgiebiges Stillen. Im Übrigen ist der Spruch „Du gibst schon Brei?“ bei einem knapp sechsmonatigen Baby genauso lustig wie „Du stillst noch?“. Ich habe mit dem Brei angefangen, weil die Möglichkeit bestand, dass das Löwenmäulchen nicht mehr so richtig satt wird. Ich wählte den Abendbrei, weil es zu dieser Tageszeit hier am ruhigsten und entspanntesten ist.
    Ich stille nachts ausschließlich im Liegen. Beide Seiten. Ich kann dabei auch wunderbar schlafen. Oft bedient sich das Löwenmäulchen ohne dass ich es merke. Trotzdem wäre es schöner, er würde tagsüber mehr und nachts weniger trinken.

  9. Tina / Dez 20 2010

    hm… *kopfkratz… also ich hab meine größten Fressattacken auch abends ;D ist vielleicht so ein Persönlichkeitsding beim LM =)

  10. Lizzy / Dez 20 2010

    grins … du arme socke … dieses und jenes passt diesen und jenen net …
    durchhaltetee und nen riesen extra fell im blog liegen lass (soeins von bären … extra dick )

  11. AnJo / Dez 20 2010

    Hallo Frau MIez, also meine Theorie geht gerade beim nächtlichen Stillen eher weg vom Hunger, jedenfalls nach den ersten Monaten. Ich hatte beim Zweitkind dasselbe Phänomen. Tagsüber ist viel los, Der Alltag, der große Bruder und und und. Aber Nachts bist Du (zumindest stilltechnisch) nur für ihn da, da wird viel nachgeholt.. kuscheln, Nähe, Verarbeitung. Der Hunger ist da eher sekundär. Wie Du schon erwähntest ist das LM ja nicht etwa zu leicht..halte durch, das wird auch wieder besser und gibt dem LM die Sicherheit, die er braucht. Grüße!

  12. evizentrum / Dez 20 2010

    Mein Kind hat auch tagsüber keine Zeit zum Stillen, aber nachts, wenn nichts aufregendes passiert, dann geht das…
    Was bei uns hilft ist, sich zum Stillen ins dunkle Zimmer zurückzuziehen, evtl. ins Bett zu legen. Dann trinkt meine Kleine besser und mehr und hat nachts nicht so viel nachzuholen.
    Übrigens ist bei uns auch das Stillen bei der Beikosteinführung erst nicht weniger geworden, erst nach ca. einem Monat.

    Und die Sprüche…ich denke du bist ja intelligent genug um die zu überhören…auch wenn es nervt. Ich musste mir immer anhören, ich soll nicht über zuwenig Schlaf jammern, dann soll ich halt abstillen oder Gute-Nacht-Brei füttern und dann würde das Kind durchschlafen. Tzz. Und wir kriegen auch immer Kinderkekse und so einen Mist geschenkt. Den pack ich dann immer weg mit den Worten „das kann sie in einem Jahr essen….“

    Ich sammel die Sprüche ja auch im Blog, dann kann ich mich später drüber amüsieren.

    Übrigens finde ich (inzwischen) nur die Mutter kann wissen, wann das Kind Brei „braucht“ und kein Kind wird zum Essen gezwungen. Ich habe drei-vier Wochen vergeblich Brei angeboten bevor es angenommen wurde. Dem LM schmeckt es ja offenbar, das ist doch schön.

  13. Neumama / Dez 20 2010

    Mein kleiner Frosch ist 5 Wochen älter als das Löwenmäulchen. Als er mit knapp 6 Monaten immernoch – und das war zu diesem Zeitpunkt nie anders – alle 1-2 Stunden an die Milchbar wollte, hab ich ihn abgestillt und es hat ihn überhaupt nicht gestört…ich hatte schon Angst vor großen Protest-Kundgebungen :-)
    Jetzt futtert er Brei wie wild und schläft 12 Std durch, irre. Die ersten Wochen gabs nachts noch ein paar mal die Flasche und dann war Ruhe. Und er sieht nicht aus, als würde er die Brust vermissen, in der Badewanner erkennt er sie nicht mal mehr wieder :-)
    Viel Schlaf wünsch ich!

  14. S.b.k.v.S. / Dez 20 2010

    Oh, ich hatte ja soooo auf die Lösung des Problems in deinen Kommentaren gehofft, denn das Babymädchen nuckelt tagsüber auch oft nur so rum während sie eigentlich lieber umherschauen will (aua). Nachts kommt sie zur Zeit alle 1,5 – 2 Stunden. Wie ein Neugeborenes. Vom Papa lässt sie sich nachts nicht trösten und von mir eigentlich auch nicht, es sei denn ich hole die Brust raus. Ich bin sooooo müde!!

    Na ja, dann hoffe ich einfach mal, dass diese Phase wirklich irgendwann vorbei geht.

  15. die_schottin / Dez 20 2010

    Ich denke auch dass er schubt. Colin ist irgendwann relativ spät auch noch mal alle 2 Stunden rund um die Uhr gekommen. Jo, und wenn das vorher mal anders war, dann ist das die Hölle. Habe ich zumindest damals so empfunden. Die ersten Monate nach der Geburt hatte ich wohl so viele Endorphine, die mich das durchstehen ließen, aber irgendwann lassen die ja auch nach. Ich habe leider keinen anderen Rat als abwarten. Dazu riet mir damals auch meine Ma und sie hatte recht. Muss bei Dir nicht genauso sein, aber könnte.

  16. Nashorn / Dez 20 2010

    Ich habe meinem Kleinen das nächtliche Dauernuckeln abgewöhnt, indem ich ihm statt Brust ein Wasserfläschchen angeboten habe. Gekuschelt wurde er natürlich auch dabei, aber er hat dann schnell durchgeschlafen, und Tränen gab es auch nicht. Da war er aber schon 12 Monate alt und ich sehr sicher, dass es nicht Hunger war, der ihn nachts weckte.

  17. Frau Zausel / Dez 21 2010

    Auch nachts schon längst abgestillte Kinder wachen in dem Alter sehr viel öfters auf. Bei uns war das allerdings eine sehr, sehr lange Phase. Und ich verrate dir nicht, wie lange, denn das willst du wirklich nicht wissen. ;-) Übrigens hat mein Kind mit Einführung der Beikost tagsüber gefuttert wie ein Scheunendrescher. Hunger war es bei uns definitiv nicht, der uns stündliche Schlafunterbrechungen bescherte. LG Frau Zausel

  18. Kpod's Keeper / Dez 21 2010

    Er hat das Stillen als Brücke in den Schlaf aufgebaut. Er braucht dich also um wieder dorthin zurück zu finden. Und nach zwei Stunden ist es auch nicht Hunger, der ihn da treibt, sondern einfach das Hochkommen aus einer Tiefschlafphase. Er ist noch kein Jahr, er darf noch eine ganze Weile nicht durch schlafen können ;)
    Klingt jetzt hart, kalt und total distanziert. Aber ich kenne das, was du beschreibst nur zu gut, das Babygörl schläft auch nur im Nahbereich der Mama und hätte gern uneingeschränkten Zugang zu den Nummies. Ich finde entspannt bleiben immer noch den besten Weg, evolutionär ist das, was das LM da macht zumindest belegt und nicht überraschend. Also gaaanz normal, quasi.

  19. Sabrina / Dez 21 2010

    *duck* Ach MamaMiez =( Das mit den „oh schon Brei“ war nicht böse gemeint =(
    Hab den Satz danach auch nicht auf diesen bezogen. Ich war in eile und ach… Das war echt nicht abwertend gemeint! Eher ein OH des erstaunens, da je meist von Hebammen 6monate voll stillen empfohlen wird und bla. Wie gesagt NICHT abwertend!!!!!!
    Sry

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