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13 Kommentare

  1. Für meine Tochter möchte ich gerne, dass sie geschlechtsneutral aufwächst und ihre Chancen nach ihren Neigungen wahrnehmen kann und nicht nach irgendwelchen Rollenklischees. Deshalb soll sie ebenso in der Puppenküche spielen, wie mir beim Fahrradreparieren helfen.
    Sie soll sehen, dass es genau so normal ist, dass ihr Vater kocht, wie es auch normal ist, dass ihre Mutter den Fahrradreifen flickt.

    Mir hat diese Art der Erziehung ermöglicht, dass ich heute in einem klassischen Männerberuf arbeite und gar nichts anderes machen möchte.

  2. Ich kann deine meinung nur unterstützen. Als ich mit meinem Geologie-Studium begonnen habe, war es für mich das Normalste der Welt für meine männlichen Kommilitonen auch. Nur als ich in die weite Welt hinauszog, gab´s Probleme: Als Frau in der Geologie Fuß zu fassen, ist mir nicht gelungen. Stattdessen bin ich völlig artfremd unter Männern gelandet, die Gleichberechtigung als Selbstverständlichkeit leben. Hier in diesem Betrieb höre ich so oft: „Mach doch einfach! Was hindert dich daran?“ und genau das ist Feminismus für mich. Ich entscheide, was ich will und werde in meinen Entscheidungen nicht behindert.
    Danke für diesen Beitrag
    Idifix

  3. Also, ich bin ganz klar Feministin. Ganz einfach, weil ich, wie du, für die Gleichstellung von Mann und Frau bin. Das bedeutet nicht Gleichmacherei, sondern eben, dass jeder und jede die gleichen Chancen und Möglichkeiten hat das eigene Leben zu gestalten ohne wegen des Geschlechts auf bestimmte Rollen beschränkt zu werden.
    Dass sich Jungs (aber natürlich auch Mädchen) an Vätern orientieren ist natürlich, bedeutet aber nicht unbedingt, dass sie sich deshalb an „als männlich geltenden“ Rollenbildern orientieren, sondern daran, was ihnen ganz individuell vorgelebt wird. Mein Mann ist zur Zeit in Elternzeit, das bedeutet, dass meine drei Jungs es als „normal“ empfinden, dass Papa im Moment Zuhause ist.
    Ich verbiete meinen Söhnen auch nicht das „wilde Spielen“, biete ihnen aber auch andere Dinge an, z.B. Bastelkram, Puppen, gemeinsames Backen usw. Ich werde ja schon komisch angeguckt, weil meine beiden Kleinen rot tragen (finde ich eine „neutrale“ Farbe) und mein Großer (fast 16) seine Wäsche selber wäscht.
    Kinder sollten einfach nach ihrem Wesen, ihren Talenten und ihrem Vorlieben gefördert werden und nicht nach einer von der Gesellschaft vorgegebenen Rolle. Nichts anderes meint z.B. Gender Mainstreaming. Dass Feminismus und GM so einen schlechten Ruf hat, hat auch mit der Abgabe von Privilegien zu tun. Wenn die Frauen für den Haushalt & die Kinder nicht mehr alleine zuständig sein wollen, müssen die Männer ran. Wenn Frauen in höhere Positionen streben, gibts weniger Stellen für die Männer usw.
    Ich finde es schade, dass es eine solche Spaltung auch unter den Frauen gibt, denn eigentlich sind wir ja (fast alle) auf der gleichen Seite.

    Liebe Grüße, Katharina

    • wie ging das mit dem waschen des 16-jährigen? ist achteinhalb zu früh, um ihm das nahe zu bringen? (ich bin hier schon exotin, weil meine ihr turnzeug selbst parat machen müssen und überhaupt selbst für ihr schulzeug verantwortlich sind.)

      • Er wäscht seit ungefähr vier Jahren seine Wäsche und es klappt gut.
        Versuch es doch einfach. Neues und dann noch mit großen Maschinen finden Kinder doch eigentlich immer interessant. :-)
        Viel Erfolg!

  4. Tanja

    Chapeau.
    Sehr schön formuliert.
    Und nein, ich finde es garnicht wirr, ich kann die Gedankengänge gut nachvollziehen. Hätte es aber nicht so schön ausdrücken können.
    Danke für diesen Beitrag, er spricht mir aus der Seele.
    Ganz liebe Grüße
    Tanja

    (die auch in einem eher „männlichen“ Sektor arbeitet)

  5. Claudia

    vom Grundsatz her finde ich das so auch.
    Aber das Leben hinkt dem in der Ausführung finde ich noch etwas her.
    Ich fände gleiche Gehälter bei gleicher Arbeit noch einen extremen Fortschritt, da sind wir leider noch weit von entfernt.
    Und, das was du sagst auch deine Söhne könnten ja in die sogenannten Frauenberufe gehen (Erzieher, Krankenbruder?, Hebammerisch?, Arzthelfer) das machen doch deswegen so wenige Männer, weil man damit einfach keine Familie ernähren kann. Auch als alleinverdienende Mutter kann man davon keine Familie ernähren. Da sehe ich noch Bedarf an Verbesserung!
    Die Welt ist heute schon offener geworden was gleiche Rechte angeht, aber es könnte schon noch einiges selbstverständlicher werden.

    Mein Sohn wollte als er klein war ja immer Mutter werden wenn er groß ist!

    Am einfachsten ist es ja evtl. wenn wir einfach alle Mensch sind. Geschlechtsneutral.

    Ich fänd es schön, wenn es wirklich bereits so wäre das man die freie Wahl hat, aber beruflich gibt es doch auch heute noch viele Chefs die Frauen im fruchtbaren Alter anders einsetzen als Männer – die könnte ja ausfallen. Und berufstätige Mütter sind auch im Job nicht immer gleichberechtigt. Und man muss ja auch tatsächlich flexibel sein. Der Obergau mit kranken Kindern kann ja passieren. Da sieht man bei Vätern nach wie vor mit einem anderen Blick drauf.

    LG
    Claudia

  6. Jonas

    „Würde ich mich dazu entschließen Hausfrau zu sein, dann wäre das ebenso selbstbestimmt“

    – Ich glaube, es fehlt hier noch eine wichtige Frage: WARUM würdest du dich entscheiden, Hausfrau zu sein? Denn oft kann es aussehen wie Selbstbestimmung, während in Wirklichkeit die Erwartungen – von Außen und auch von Innen! – so einen Druck ausüben können, dass die Entscheidung fremdbestimmt ist.
    Ich z.B. wollte als Junge mal Gärtner werden, habe dann aber davon abgelassen, weil ich dachte, ich könne damit ja keine Familie ernähren. Darin zeigte sich die Erwartung, dass ich eine Familie ernähren können müsste. Diese Erwartung aber kommt ja von der Gesellschaft, nicht von mir. Ich habe sie dann aber angenommen und als – vermeintlich meine – Erwartung an mich selbst gestellt. Deshalb wirkte das zwar wie eine selbstbestimmte Entscheidung; tatsächlich aber war ich viel fremdbestimmter, als ich dachte, und habe meine Entscheidung aufgrund ursprünglich gesellschaftlicher Erwartungen gefällt – was sich dann ja leider wieder passend in die traditionelle Geschlechterrollen einfügte.
    Um Kritiken vorweg zu nehmen: Hausfrau wollen zu werden steht nicht im Widerspruch zur Emanzipation der Geschlechter/der Frau. Trotzdem ist es, glaube ich, wichtig, dabei immer zu reflektieren, woher diese Entscheidung kommt und was sie beeinflusst – oder sogar bestimmt – hat.

  7. hans wurst

    es ist sehr einfach sich freiwillig für den typisch weiblichen weg zu entscheiden. die barrieren, die sich da auftun sind äußerst gering. schwierig wird es, wenn man da ausbrechen und die rollen tauschen will.
    solange die gender gap in der bezahlung in deutschland so groß ist, gibt es keine gleichberechtigung. und solange chauvinistische alte säcke bestimmen wer nach oben kommt, haben es frauen schwer.

  8. Claudia

    @hanswurst
    wenn man keine Frau ist, sieht es vielleicht so aus als wäre es einfach sich für den „typisch weiblichen “ Weg zu entscheiden.
    Was ist denn heute der typisch weibliche Weg?

    Falls es der ist, Hausfrau und Mutter zu werden – der ist sicher nicht einfach! Kommt natürlich immer auf die Situationen an. „nur“ 1 Kind, Mann mit gutem Verdienst der auch noch ein netter Kerl ist- dann ist evtl. einfach.
    Sobald man mehr als 1 Kind hat und ggf. noch Haus und Garten – dann ist das auch nicht mehr einfach sondern ein Fulltime Knochenjob wenn man ihn denn gut machen möchte!
    Sollte Hanswurst vielleicht mal ausprobieren.

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