Bis einer heult! • Ein Kinderspiel?!
Skip to content
15. Juli 2016 | Pia Drießen

Ein Kinderspiel?!

Die letzten beiden Tage haben wir trotz Wind und Wetter überwiegend draußen verbracht. Zu Fuß. Der ein oder andere findige Leser wird vermutlich jetzt schon mit den Augen rollen und denken: „Och nööö, die nicht auch noch!“ Aber ja, doch, die Kinder und ich spielen auch Pokémon Go. Eigentlich wollte ich mir die App, über die jetzt alle reden und schreiben, einfach mal selber angucken. Für das Pokémon Fieber in den 90ern war ich schon einen Ticken zu alt und hatte daher kaum bis gar keine Ahnung, was so ein Pokémon ist und was man damit tut. Der Test der App endete dann damit, dass wir zu viert durch das ganze Dorf spazierten, auch durch Straßen und Gassen, die wir zuvor nie betreten hatten, und uns freuten, wenn wir irgendwo ein Pokémon fanden und einfangen konnte.

Pokémon Go kann man nämlich auch ganz hervorragend als Familie bzw. mit kleinen Kindern spielen. Da mir die Gefahren, die die Nutzung eines Smartphones im Straßenverkehr mit sich bringt, sehr wohl bekannt sind, haben wir ganz einfache Regeln aufgestellt. Ich – und nur ich – halte das Handy, wenn wir unterwegs sind. Da es vibriert, wenn sich ein Pokémon in der Nähe befindet, muss man auch gar nicht ständig auf das Display starren. Wenn wir an einem PokéStop (meist Denkmäler oder Sehenswürdigkeiten) vorbei kommen, dürfen die Kinder abwechselnd den PokéStop drehen und die gefundenen Gestände aufsammeln. Auch bei Pokémons, die wir unterwegs treffen, dürfen die Kindern abwechselnd versuchen diese einzufangen. So haben wir alle gleichermaßen Spaß und sind, ganz ohne konkretes Ziel, zusammen an der frischen Luft unterwegs.

20160715_01

Man kann davon halten was man will, aber meine Kinder waren leider noch nie von der Sorte, die einfach so, ohne Grund oder Ziel, spazieren geht. Zudem ist Mimi leider schon immer sehr lauffaul gewesen. Also bequatschen ihre Brüder sie anhalten, doch hier und da zu Fuß hinzugehen, weil man dann doch noch nach ein paar Pokémons ausschau halten könnte. Meist gibt Mimi nach einer Weile nach.

Wir haben auch schon sehr lustige Erlebnisse mit anderen Pokémon-Spielern gehabt. Zum Beispiel trafen wir gestern einen jungen Mann mit Fahrrad an einer Kreuzung, der völlig euphorisch  und wild gestikulierend versuchte einen recht widerspenstigen Pokémon einzufangen. Alex war total irritiert, wieso der so rum hampelte und auch fluchte. Wir hatten für den gleichen Pokémon ebenfalls 5 Minuten und 20 Pokebälle verbraten, bis wir ihn endlich eingefangen hatten. Aber wir sind dabei nicht wie Rumpelstilzchen durch die Gegend gehüpft.

Ich sprach dem Mann gut zu, dass es zwar etwas dauern würde, der Tauboss sich dann aber schon fangen ließe, wofür wir von ihm dann wertvolle Tipps erhielten, wo wir noch nach seltenen Pokémons Ausschau halten könnten.

Meist suchen wir auf den Feldern, wo sich auch PokèStops und Arenen befinden. Da wir das Glück haben, recht ländlich zu wohnen und nicht durch eine große Stadt rennen zu müssen, ist das Spiel einfach so etwas wie eine nette Begleitung für den Alltag. Pokémon Go ist für mich mit Geocaching vergleichbar, nur dass man Pokémon Go halt im direkten Umfeld spielen kann, ohne zuvor größere Distanzen mit dem Auto zurücklegen zu müssen.

Gestern haben wir zum Beispiel einen kleinen Ausflug zum Spielplatz gemacht. Natürlich haben wir auch auf dem Hin- und Rückweg ein paar Pokémons gefangen und PokéStops gedreht.

20160715_02

Die einzige echte Gefahr sehe ich allerdings tatsächlich für alle Teilnehmer im Straßenverkehr. Nicht selten habe ich schon Menschen gesehen, die ganz offensichtlich im Auto in der Fahrt auf ihr Handy gucken und plötzlich anhalten, nur um einen Pokémon einzufangen oder einen PokéStop zu nutzen. Da auf dem direkten Schulweg von Alex und Max allein 3 PokéStops liegen, mache ich mir da tatsächlich schon größere Sorgen, als ich es bisher getan habe.

Pokémon Go oder Smartphones generell sind im Auto ein absolutes No-Go! Dem ersten, der mit seinem Auto auf den Bürgersteig fährt, weil er nicht auf die Straße geguckt hat oder für einen Pokémon auf diesem anhält und so meine und alle anderen Kindern in Gefahr bringt, dem schiebe ich sein Smartphone quer dahin, wo niemals die Sonne scheint!

Mein Fazit bisher: das Spiel kann wirklich Spaß machen. Man kann es wunderbar gemeinsam als Familie mit kleinen Kindern spielen. Wenn wir durch die Felder gehen können die Kinder rennen, hopsen, Steine und Stöcke sammeln oder Wildblumen pflücken. Wir unterhalten uns einfach gut, machen irgendwo eine kleine Rast und haben eine schöne gemeinsame Zeit. Nebenbei sammeln wir ein paar Pokémons ein und brüten Eier aus (Eier werden durch gelaufene Kilometer ausgebrütet. Für manche Eier muss man 2, für andere 5 oder mehr Kilometer laufen). Es ist ja nicht so, dass alle 2 Meter ein Pokémon aus dem Gebüsch springt und man ständig mit dem Kopf nach unten, stumpf wie ein Zombie, durch die Gegend rennt. Kann man zwar so machen, muss man aber nicht!

Alle die jetzt immer noch mit den Augen rollen und ganz schrecklich von dem Thema genervt sind: keine Sorge, meinem Mann geht es genauso. Aber er ist ganz tapfer und wird auch diese Phase ganz sicher unbeschadet überstehen. Haltet durch!

Alle anderen können Pokémon Go einfach für Android oder iOS herunter laden und selber ausprobieren.

***

Gestern kamen außerdem die restlichen Dinge an, die ich für Max‘ Schulstart bestellt habe. Wie schon Alex vor einem Jahr brauchte nun auch Max ganz dringend einen neuen Rucksack für Ausflüge mit der Schule oder OGS. Der Deuter Schmusebär (siehe Bilder oben), der ihn nun ganze 5 Jahre Tag für Tag in den Kindergarten begleitet und uns super Dienste geleistet hat, ist einfach inzwischen zu klein geworden. Zudem passen dort halt wirklich nur eine Brotdose und eine Trinkflasche rein, was für einen großen Schulausflug zu wenig Platz ist.

20160715_05

Für Alex haben wir vor einem Jahr den Deuter Junior gekauft und weil uns das Modell wirklich absolut überzeugt hat, hat nun auch Max seinen eigenen Deuter Junior in der Farbe Kiwi bekommen. Überhaut will Max momentan alles in grün haben, während Alex alles in blau haben will. Sie haben quasi ihr ganz eigenes Farbleitsystem entwickelt.

Es war dann allerdings doch nur ein Zufall, dass auch Max‘ neue Sportschuhe für den Schulsport einen Grünanteil haben. Die Suche nach leichten, nicht starren Sportschuhen mit flexibler und weißer Sohle war mal wieder gar nicht so leicht. Entweder sind die Schuhe vom Material her zu unbeweglich, haben einen starre Sohle oder wiegen viel zu viel. Ich wurde letztendlich dann bei Kappa fündig, die zudem auch noch sehr stylisch sind. Und weil Alex‘ Füße natürlich auch ordentlich gewachsenen sind (aktuell trägt er Größe 34), hat auch er für das neue Schuljahr ein paar blau-orangene Kappas bekommen.

Ein echt großes Thema, schon seit einiger Zeit, ist hier die richtige Brotdose. Wie ihr wisst bin ich sowas wie ein Brotdosenjunky. Ich hab sie nahezu alle ausprobiert und getestet und fast jede Brotdose hat Vor- und Nachteile, so dass ich nie die ideale Dose gefunden habe. So liebe ich z.B. nach wie vor die Yumbox heiß und innig. Leider, und das its ein echter Nachteil, ist die mit 550g Leergewicht wirklich sehr schwer. Für Alex war es durchaus noch möglich sie zusätzlich zum Ranzengewicht zu tragen, aber da Max ja deutlich kleiner ist, möchte ich ihm das zusätzliche Gewicht nicht auflasten. Für den Kindergarten hatten wir immer gerne die Goodbyn Bynto Box, die aber leider nicht in das Brotfach des Ranzens passt, weil sie einfach zu groß sind. Also habe ich jetzt die Goodbyn Portions on the Go bestellt, die zum einen genug Volumen für ein Frühstück hat, das auch wirklich satt macht, zum anderen inklusive aller Innendosen nur 200g wiegt und zu guter letzt perfekt in das Brotfach am Ergobag passt.

20160715_03 20160715_04

Die beiden enthaltenen Dipper-Dosen sind außerdem dicht, so dass ich den Jungs auch Joghurt oder Kräuterquark mit in die Schule geben kann. Hurra!

Print Friendly
Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Nadine / Jul 15 2016

    Schön zu lesen, wie das Spiel als Familie Spass machen kann, und auch wildfremde Leute zusammen bringt. Auf Facebook gibt es mittlerweile für fast jede Stadt Gruppen, in denen Treffpunkte und Uhrzeiten festgelegt werden zum Starten eines Lockmoduls.
    Wusstet ihr, dass man daneben geworfene Bälle durch drauftabben wieder einsammeln kann? Hab ich auch erst heut morgen durch einen englischen Guide heraus gefunden. Ich wandere nämlich ständig an der Grenze zu Null.
    Ich werde das Spiel auch mit meinem Siebenjährigen austesten.

    LG

  2. Tini / Jul 15 2016

    Hi, die brotdose sieht toll aus. Passt dann auch noch eine trinkflasche neben die Dose in das „Brotzeitfach“? LG, Tini

    • Pia Drießen / Jul 17 2016

      Ehrlich gesagt habe ich noch keine Trinkflasche gefunden, die überhaupt in das Brotfach passt. Was wohl auch daran liegt, dass ich 200ml für einen ganzen Vormittag zu wenig finde. Wir tun die Trinkflasche immer ins Hauptfach.

  3. Manuela Enghardt / Jul 15 2016

    So werden wir das auch handhaben :)

    — via facebook.com

  4. Kathrin Kemper / Jul 15 2016

    ach wie schön, wir sind auch angefixt und sebastian findet es auch total witzig die pokémon zu fangen und will gar nicht aufhören :-) v.a. weil er auch so ein laufmuffel ist und alle paar meter jammert, er könne nicht mehr. wenn ich dann sage, dass wir auch nach hause gehen können, da die jagd aber zu ende ist, schafft er doch noch ein paar meter, grins :-)

    — via facebook.com

  5. Nadine Hößrich / Jul 15 2016

    Danke Pia! Jetzt verstehe ich es wenigstens ein bisschen besser.
    Und so wie du das machst finde ich es auch okay.
    Wie wichtig das Thema Datenschutz einem ist muss ja jeder für sich selbst entscheiden. Aber einem Kind ein Handy überlassen und es damit blind rum laufen lassen oder beim Auto fahren… das geht einfach nicht.
    Ganz toll wäre jetzt noch wenn du irgendwann berichtest, dass sie raus wollen und gar nicht mehr nach dem Spiel fragen ;)

    — via facebook.com

  6. Pia Drießen / Jul 15 2016

    Raus wollen sie ohnehin ständig. Aber meist halt in den Garten bzw. die Spielstraße, um dort zu spielen. „Spazieren gehen“ war halt bisher eher nicht so der Bringer.

    — via facebook.com

  7. Nadine Hößrich / Jul 15 2016

    Na vielleicht kommt es ja dadurch jetzt :)

    — via facebook.com

  8. Nina Siedler / Jul 15 2016

    Macht neugierig. Mein Junge läuft auch nicht gern, so könnte ich ihn quer durch die Stadt jagen :-)

    — via facebook.com

  9. Sabrina Schultz / Jul 15 2016

    Sehe das wie du. Auto und Handy ein absolutes No go. Neben uns hielt auch eine, aber da hatte der beifahrer das handy und der fahrer ist dann normal, mit blinker und wie es sich zum parken gehört angehalten und nicht abruckt.
    Ich wohne ja großstadtmäßig und bis jetzt sehe ich nicht das die blind über die straßen laufen, aber habe schon gehört, das ein kind einer bekannten vors auto gelaufen ist.
    Unmöglich…
    Wir machen es wenn so ähnlich wie du. wir hatten nun 1 woche ohne den zwerg zum testen und wenn er dann wieder hier ist (ferien beim opa) dann gehen wir spazieren. handy habe nur ich, außer im wald oder so, da darf er gern selber mal schauen. aber NICHT im Straßenverkehr. Wie du sagst es vibriert ja.
    Hier sind wir eltern eher der Laufmuffel und HEy ich knacke fast die 20km laufstrecke :D bin schon stolz.

    — via facebook.com

  10. Antje Weber / Jul 15 2016

    Hier auf meinem Gassiweg im Feld gibt es leider keine Pokémon 😔 aber die Eier brüten und der Akku schmilzt 😅
    Aber gestern auf dem Weg zum Zahnarzt (ich laufe ja eh meist) gab es 8 Neue 😃
    Ich hätte das auch mit meinen Kindern zusammen gespielt – so wie ich mir damals mit 30 einen Gameboy mit der roten und blauen Edition gewünscht und auch bekommen … Und durchgespielt habe 😁
    Das ist unfassbare 17 Jahre her 🙈 wo ist nur die Zeit hin 🤔…

    — via facebook.com

  11. Katja Möwius / Jul 15 2016
  12. Jule Mayer / Jul 15 2016

    Jetzt verstehe ich das erst 😂 klingt doch gar nicht schlecht 👌

    — via facebook.com

  13. Susi Schumann / Jul 15 2016

    So machen wir das auch.Ich laufe mit meinen 4 Jungs rum und ich habe dabei das Handy.Wenn es vibiriert bleiben wir stehen und schauen nach (wenn es beim überqueren einer Strasse vibriert,wird natürlich erst auf dem Gehweg geschaut)die Kinder dürfen dann abwechselnd fangen.genau wie die sich an den stops abwechseln müssen.aber auch wir haben das Glück eher ländlich zu wohnen wo man dann oft an Feldern lang läuft wo ohnehin kein bis kaum verkehr ist.

    — via facebook.com

  14. Anja Fu / Jul 15 2016
  15. andrea dietz / Jul 15 2016

    Hallo, ich habe gestern im Radio, dass die app in zwei Stunden eine volle Akkuladung verbraucht. Hast du das auch gemerkt?

    • Pia Drießen / Jul 17 2016

      Nein. Ich habe die Offlinekarte via Google Maps geladen. Dazu die Energiesparoption eingeschaltet. Es saugt Akku, ja, aber leer ist er nach 2 Stunden nicht.

  16. Melanie Hau-Di / Jul 15 2016

    OMG – ich bin sowas von out ☺️😉 All diese Games gehen komplett an uns vorbei – verpassen wir echt etwas?
    Und vermutlich bin ich die letzte Mutter auf Erden, die findet, dass ein Kind erst ab 12 Jahren ein Smartphone bekommen sollte 😬😇
    Halt, heute habe ich noch so eine rare Spezie kennengelernt 😀 Soll nicht wertend sein, be free to do whatever you want – ich fühl mich nur gerade sehr steinzeitlich ☺️

    — via facebook.com

  17. Sarah Gerritzen / Jul 15 2016
  18. Kerstin / Jul 15 2016

    Hallo,

    wir sind seit heute auch auf der Pokemon Jagd…und ich hatte genau die selben „Beweggründe „-ich wollt es einfach mal ausprobieren -das was da alle Welt spielt ! Wir haben echt Spaß!

    Und zur Brotdose! Die passt vorne in den Cubo…passt dann auch noch die Trinkflasche daneben oder steckt ihr die dann extra?

    Viele Grüße, Kerstin

  19. Gaby / Jul 15 2016

    Krass. Heute gelesen (stand auf S. 1 der Zeitung und bei Dir), heute Abend runtergeladen, nach dem Essen wollte das Kind raus und ist dann mit mir anderthalb Stunden durchs Viertel gelaufen. Das war noch nie!
    Wir haben so viel Dinge entdeckt, die wir noch nie gesehen hatten. Und sind jetzt bei Level 3. Ich Handy-Feind! Nie hätte ich das für möglich gehalten.

  20. Lenja / Jul 17 2016

    Ich musste ziemlich lachen, als ich deinen Beitrag las. Mein Ehemann ist ein ewiges Kind und noch dazu lauffaul. Spazieren langweilt ihn, gezielt sporteln zwecks Gesundheit, Abnehmen usw. ödet ihn an. Er braucht immer Action, etwas zum Erforschen, rausfinden, erleben – echt wie ein Kind! :D Obwohl ich mit dem Spiel nichts anfangen kann, freue ich mich über seine plötzliche Wanderbegeisterung. Ohne Pokémon Go wäre er nie 2-3 Std. mit mir durch die Gegend gegangen. :D Ich genieße und warte ab wie lange die Begeisterung anhält.

  21. Dagmar / Jul 18 2016

    :-) … jetzt weiß ich doch, was die Figuren getrieben haben, die ich am Wochenende beim Wandern etwas sinnfrei in der Gegend stehen und auf ihr Smartphone starren gesehen habe. Ich bin gern auch in ländlichen Ecken unterwegs und da treffe ich eher selten coole Jungs. – Zwar habe ich – ich smartphonloser Dino – von dem neuen Spiel gehört, aber ich hatte gedacht „Naja, auch son Spiel, wo man stundenlang mit dem Gerät irgendwo sitzt um ‚rumdaddelt.“ – So, wie Sie es beschreiben, klingt es echt interessant. Und dass es Laufmuffel zum Wandern bringt ist ein toller Nebeneffekt. Weiterhin viel Spaß damit! – LG

Leave a Comment