vergessene b-sites

Inzwischen ist es Sage und Schreibe vier Jahre her, dass ich dieses Buch schrieb. Der treue Leser erinnert sich vielleicht. Der Verlag ging kurz darauf pleite (was wirklich nicht an meinem Buch lag …) und es kam nie wieder ein Kontakt zu Stande, so dass ich nicht Mal die Restexemplare sichern konnte. Es war wie ein Traum, der kurz das Potential hatte wahr zu werden. Nun ja. Ich verbuche dies mal unter Erfahrungen, die das Leben ausmachen.

Ich bekomme immer noch ab und an E-Mails von Menschen, die das Buch gelesen haben. Manchmal sind welche dabei, die zufällig darüber gestolpert sind, andere haben sich irgendwann einmal rückwärts durch diese Blog gelesen, sind über die Artikel zum Buch gestolpert und haben sich dann auf die Suche nach einem gebrauchten Exemplar gemacht.

Das Feedback ist nach wie vor positiv. Am meisten freut es mich, wenn mir Menschen schreiben, dass der Roman sie emotional mitgenommen hat, beschäftigt und eine Weile begleitet hat.

Die E-Mails haben ein gemeinsam. Sie enden immer mit der Bitte, Ermutigung, Aufforderung, doch noch ein weiteres Buch zu Schreiben. Und ich täte nichts lieber als das, aber …

… ein Buch zu schreiben ist wie temporär Auswandern. Der Kopf lebt zu mindestens 50 Prozent in einem anderen, nicht realen Universum, man verliert Raum- und vor allem Zeitgefühl. Das sind Dinge, die ich gerade einfach nicht riskieren kann. Aber ich schließe nicht aus, dass ich dieses Risiko gerne später wieder eingehen werde.

Aber zurück zum eigentlich Thema. Der Verlag ist Pleite gegangen. Die Veröffentlichungsrechte liegen wieder in meiner Hand. Mich erneut an einen Verlag wenden, dazu habe ich nicht den Mut, die Kraft, die Muße. Allerdings ziehe ich es aktuell durchaus in Erwägung, das Buch als eBook zum Kauf anzubieten.

Ich kündige dies hier erst mal leise an. Was und wie ich das genau umsetzten werde, muss noch vernünftig durchdacht werden. Vielleicht hat ja jemand Erfahrung mit so was und kann mit Tipps für eine brauchbare Umsetzung geben?

Wie ich ausgerechnet heute darauf komme? Ein treuer Leser schickte mir die Tage sein hart erkämpftes Restexemplar, um eine Widmung zu bekommen. Und als ich da so über dem Buch hocke, den Füller in der Hand, bekam ich das große Heulen. So viel Herzblut und Liebe in einem lieblos (!) gebündelten Blattwerk. Vergessen. Das brach mir doch kurzfristig das Herz.

Und entschuldige Martin, für die verheulte erste Seite ;)

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Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
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19 Gedanken zu „vergessene b-sites

  1. Ui, das wusste ich ja gar nicht. Schade das es vergriffen ist. Ich hätte gerne reingelesen. Die Idee mit dem Ebook finde ich klasse! Leider hab ich keine Ahnung wie man das anstellt.

    Sorry, aber eine große Hilfe bin ich da wohl nicht ;)

    Liebe Grüße
    Nala

  2. Oder als BoD? Das stand damals doch auch zur Diskussion, ehe dann der Verlag kam, oder? Und lektoriert müsste es ja jetzt auch sein, das entfiele dann ja auch …

    (ich fänd’s schön. Damals hab ich mal ein Exemplar ausgeliehen bekommen, das zu lesen mir unendlich schwer fiel wegen des gedrängten Schriftbilds. Man kann mich zickig nennen, aber bei solchen Sachen bin ich’s. Einen Käufer gäb’s also schon.)

    LG, Jules

    1. Jules, nicht nur wegen des gedrängten Schriftbilds, sondern auch wegen der schneeweißen Seiten, der unmöglichen Schriftgröße, dem Zeilenmaß. Es war lieblos gesetzt (heute weiß ich, dass der Verlag sich keinen vernünftigen Setzer leisten konnte/wollte).

  3. Ich hatte die B:Seite erst Samstag wieder in der Hand und habe mir fest vorgenommen, es bald ein weiteres Mal zu lesen. Man spürt dein Herzblut, in jeder Zeile. Trotz der Verpackung.

  4. Liebe Pia,
    dein Buch wäre auch grossartig wenn es auf Klopapier gedruckt wäre…

    Natürlich halte auch Ich gerne ein schön gebundenes Buch aus hochwertigen Papier, einer schönen Schrift und und und in der Hand..
    Das hilft mir aber gar nichts wenn die Geschichte mir nicht eine ganze Nacht Schlaf klaut, mich nicht berührt und mich nicht mitfiebern lässt.. All das hat dein Buch geschafft… Also weine nicht wegen „der Hülle“ deines Buches, denn nicht nur für Menschen gilt: Es kommt auf die inneren Werte an. (Auch wenn ich deine Tränen wirklich sehr gut verstehen kann)

    LG

  5. Ich denke auch, daß BoD eine Option wäre, über die man nachdenken kann.
    Allerdings: wenn Du bei BoD nur 1 Euro Gewinn machen willst, dann wärst Du IMHO mit einem eBook vermutlich besser dran. Zumal die Industrie 2011 ja als Jahr des eBooks ausgerufen hat und die Reader werden vielleicht auch noch preiswerter.
    Falls eBook, dann aber bitte in einem „vernünftigen“ Format :-)

  6. Die BoD-Idee finde ich auch nicht schlecht! Ich kann Ihnen den Verlag Monsenstein & Vannerdat (http://www.mv-verlag.de/) in Münster empfehlen! Habe dort mal ein Praktikum gemacht. Sehr nettes Team, die Bücher sind wirklich hübsch und professionell gesetzt und gelayoutet, obwohl kein Offset-Druck, und es ist auch bezahlbar, glaub ich.

    Alternative E-Book ist natürlich auch nicht schlecht, aber ich persönlich bevorzuge immer ein gedrucktes Exemplar.

  7. @nala: bei amazon kriegt man es noch. Bestelle es. Es lohnt sich wirklich.
    @pia: ich wünsche mir auch mehr von dir, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das alles andere als einfach ist.

  8. Ich möchte nur zu bedenken geben, dass ich ein eBook dann schweren Herzens nicht kaufen würde, weil ich eBooks nicht mag. Sorry. :-/ Ich weiß nicht, ob es vielen anderen auch so geht, höre das aber immer wieder von Seiten jener, die bibliophil _und_ internetaffin sind: ein eBook kommt ihnen nicht ins Haus.

    (aber was auch immer es wird, ich wünsche, es wird was. Und ich wünsche, dass es gelesen wird. So.)

  9. Hallo Frau Pia,

    vielen Dank für den Blogeintrag.
    Ich habe gerade eben nochmal auf Amazon nach dem Buch gesucht und hatte das große Glück, dass genau eines gebraucht angeboten wurde. Wurde soeben bestellt :-)

    Gibt es dann noch die Möglichkeit, eine Signierung zu bekommen…?

    Davon abgesehen fände ich es großartig, wenn das Buch als eBook oder BoD nochmals veröffentlicht würde. BoD wäre mir persönlich da sogar wesentlich lieber, da ich (ähnlich wie Jules) eBooks nicht sonderlich mag.

    Liebe Grüße aus Duisburg,

    Stefan

  10. Eine Veröffentlichung via BoD macht leider auf Grund der enorm hohen Seitenanzahl keinen Sinn. Und die Seitenzahl ist ja an sich noch gering, bedenkt man mal, wie eng und gequetscht der Satz ist. Das Buch müsste knapp 20 Euro kosten, damit ich +/- 0 rausgehe!

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