Haare wie ein Trump-Toupet

Gestern morgen, nachdem ich Mimi in den Kindergarten gebracht hatte, habe ich auf dem Nachhauseweg das letzte Selfie mit langen Haaren gemacht. Zu diesem Zeitpunkt war ich mir sicher: ich werde nicht kneifen!

Direkt im Anschluss fuhr ich also zu Jürgen nach Troisdorf, dem ich mein Kommen schon angekündigt hatte. Dass es neue Strähnchen werden sollten stand außer Frage, aber von meinem Wunsch, die Haare abzuschneiden, wusste er bis dahin noch nichts. Tatsächlich reagierte er aber weniger überrascht, als ich erwartet hätte. Eher war er verwundert, dass ich es so lange mit ein und derselben Frisur ausgehalten habe.

Wir machten noch ein Erinnerungsfoto, auf das ich ja so ein bisschen weinen könnte, falls mit das Ergebnis später nicht gefiele.

Ihr seht: etwas um die 70cm Haarlänge. Was man auf diesem Bild allerdings nicht so gut sieht, ist die Tatsache, dass die Haare unten bereits deutlich dünner wurden und die Spitzen ordentlich Spliss bekommen haben. Wir haben zwar immer nachgeschnitten, aber die Luft aka Fülle war nun halt raus.

Die ersten Cut haben wir auf Instagram life übertragen (das Video ist inzwischen nicht mehr verfügbar). Das war schon sehr lustig, wie ich da so hinter dem Stuhl stand, Jürgen die Schere ansetzte und nochmal „Bereit?“ gefragt hat. Ja, Mann! Bereit!

Auf dem Foto sieht es gar nicht da so viel aus. Allerdings haben wir die Haare auch zu einem hübschen kleinen Trump-Toupet geknüllt, das ich während dem Setzen der Strähnchen immer wieder andächtig gestreichelt habe. Voll fluffig, mein Haar!

Die neuen Strähnchen – wie immer mit 12% Wasserstoffperoxid gebleicht – durften dann wie gewohnt über eine Stunde unter dem Wärmedingsbums gar ziehen. Zeit genug zum Essen, Lesen und Löcher in die Luft starren. Ich mag das voll!

 

Es folgte der finale Schnitt meiner neuen Frisur mit anschließendem trocken föhnen. Das mache ich immer selber, weil ich ja weiß, dass Jürgen ein super Frisör ist, ich aber nicht. Und da er mir nicht jeden Morgen die Haare föhnen kann, will ich immer direkt sehen, wie es mich auch am nächsten Tag im Spiegel begrüßen würde, wenn ich selber ran muss.

Wir korrigierten im trockenen Zustand hier und da noch ein Zipfelchen Haare und fertig war mein neuer Look!

Und ich muss ganz ehrlich sagen: I LOVE IT! Es ist perfekt. Die Länge ist super. Die Farbe ist super. Ich habe mich sofort rundum wohl damit gefühlt und dieses träge spießige Gefühl, dass mich die letzten Wochen beim Blick in den Spiegel immer begleitet hat, war verschwunden.

Einzig meinem blöden Wirbel am Hinterkopf verdanke ich, dass ich ab heute im Nacken doch wieder eine Rundbürste verwenden muss, wenn ich möchte, dass sich die Haare da nicht so doof nach außen drehen. Aber das ist okay und geht ratzfatz.

Am Nachmittag war ich dann übrigens nochmal mit allen drei Kindern bei Jürgen, weil auch diese einen neuen Schnitt brauchten. Mimi will jetzt natürlich auch einen Longbob, auf den wir nun langsam hinarbeiten werden.

Auch die Schnitte der Kinder haben wir live übertragen und ich fand es toll, wie die Zuschauer Jürgen alle attestierten, wie toll er mit den Kindern umgeht. Das tut er nämlich wirklich. Er ist ein Kinderflüsterer!

Die Kinder finden die neue Frisur übrigens schön, aber nicht so schön wie vorher. Der Mann sagt, es sieht sehr gut aus, ist aber noch gewöhnungsbedürftig. Ansonsten waren alle Reaktion zunächst sehr überrascht und dann durch die Bank weg positiv. Mir wurde ganz oft Mut bescheinigt, die langen Haare (knapp einen halben Meter an der längsten Stelle) gelassen zu haben. Aber ganz ehrlich: wenn ich eins dafür nicht gebraucht habe, dann Mut. Ich wollte das so. Und ich vertraue Jürgen zu 100%. Es hätte gar nix schief gehen können.

Am Abend, auf der Schulpflegschaftssitzung, wurde ich von einem Kollegen gefragt, welche einschneidenden Veränderungen es denn in meinem Leben gerade so gäbe. Weil Frauen sich ja immer die Haare abschneiden, wenn sich irgendwas verändert. Fast schon schade, dass ich mit keiner guten Story antworten konnte. Es ist alles wie immer. Schön und richtig. Jetzt nur eben mit neuer Frisur.

Heute haben wir dann noch eine ganz aufregende Geschichte erlebt. Aber die erzähle ich Euch dann vielleicht morgen.

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Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
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60 Gedanken zu „Haare wie ein Trump-Toupet

  1. Ich liebe liebe liebe deinen Haarschnitt <3 genau so will ich den auch, aber der muss vorn erst wieder bissel wachsen. hach so hübsch!
    Ich hab mir das Video erst später angeschaut und dennoch innerlich beim Schere ansetzen gequieckt XD
    Mut? Ne, find auch nicht das ess Mut ist. Mut wäre ganz Pink :P

  2. Großartig!!! Pia, die neue Frisur sieht sooo toll aus. Sie steht Dir ganz hervorragend. Die Strähnchen sind mega. So schade, dass Dein Friseur so weit weg wohnt.

  3. Veränderungen müssen einfach sein – auch ohne Grund ? Haare sind Haare und wachsen e viel zu schnell wieder ?? hatte jetzt 2 Monate einen all ober Regenbogen am ganzen Kopf und seit voriger Woche blau/grün/violett … Ich brauch das einfach und meinen Arbeitgeber stört es zum Glück überhaupt nicht ?

  4. sieht wirklich super aus….wo bekommt man denn einen jürgen in süddeutschland wenn ich fragen darf :D

    ich kenne dieses gefühl der befreiung wenn endlich die haare ab sind..meine waren bis über den po lang als ich zur kurzhaar frisur umgestiegen bin…
    die reaktionen der leute ist fast das witzigste an solchen aktionen ;P

  5. Super! Einfach nur toll! Ich könnte mir ja eine Ecke kürzer auch noch sehr gut vorstellen bei Dir! Laaaange Haare finde ich schön, aber irgendwie halt auch laaaaangweilig. Also Daumen hoch! Gefällt mir sehr gut und Du scheinst ja auch durchaus zufrieden damit :-)
    LG von Anni.

  6. Ich werde deinen Zopf vermissen ;-(

    Finde auch dass es erstmal ungewohnt aussieht, aber trotzdem gut. Hat er wieder gut gemacht, der Jürgen.
    Jetzt musst du nicht mehr vorm Spiegel überlegen, wie du heute deine Haare machen sollst, jetzt trägst sie halt einfach offen.
    Aber Pferdeschwanz geht ja sicherlich auch noch?!

    Und bezüglich dem einschneidenenden Erlebnis, kannst ja auch sagen, es wird Herbst und das heißt Zeit für was Neues ;-)

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