Schulkind 2018 im Testlauf

Mein Bio-Rhythmus fand es heute morgen gar nicht witzig, dass er um 6 Uhr aufstehen musste. Einzig die Jungs fanden das noch unwitziger. Lange habe ich nicht mehr so hart kämpfen müssen, bis ich die beiden aus den Betten hatte. Mimi durfte ein wenig länger schlafen, da sie ja erst eine halbe Stunde später in der Schule sein musste. Natürlich war sie aber sofort hellwach, getrieben von Aufregung und Vorfreude.

Vorsorglich hatten wir gestern bereits ihre Sportsachen und ein Mäppchen mit Buntstiften eingepackt. Wenn man schon mal in der Schule schnuppern darf, dann auch direkt richtig.

Ich machte mich um 7:30 Uhr mit den Jungs auf Richtung Schule, kaufte beiden zur Feier des Tages beim Bäcker ein belegtes Brötchen und nahm direkt noch die 60 Brötchen mit, die wir in der Pause an die Besucher der Schule verteilen würden.

Während die Jungs direkt zu ihren Klassen gingen, baute ich mit der Schulpflegschaft Tische für die Verpflegung auf. Um kurz nach 8 Uhr musste ich dann rüber in die Turnhalle, wo die Schulleitung, die Sonder- und Sozialpädagogen, der Verförderverein, die OGS-Leitung und eben ich, als Vertreterin der Schulpflegschaft, die Kinder und Eltern begrüßten. In der Zeit schmierten viele fleißige Helfer auf dem oberen Schulhof Brötchen und kochten viele Kannen Kaffee vor.

Mimi und der Papa kamen kurz nach der Beginn der Begrüßung in die Turnhalle, weil sie zunächst auf den falschen Schulhof gegangen waren. Die Begrüßung dauerte gute 20 Minuten, dann durften die Kinder sich aussuchen, welchen Unterricht sie besuchen wollten.

Anders als gedacht hatte Max‘ Klasse in der ersten Stunde doch Deutsch, aber Mimi wollte unbedingt zu ihm. Dort lasen sie eine Geschichte über die eine Schnecke mit einem gigantisch großen Schneckenhaus. Während die Schulkinder die Geschichte dann weiter schrieben, durften die Besuchskinder ein Bild der Schnecke ausmalen.

Allein das machte Mimi sehr stolz. Als würden sie sonst nie malen. *gnihihih*

In der Pause stürmten die Besuchskinder und -eltern das Brötchenbuffet und die Kinder spielten und rannten über den Pausenhof. Mimi hatte natürlich den Vorteil, das Gelände und viele Kinder bereits zu kennen. Sie bewegte sich, als gehöre sie da hin.

Nach der Pause ging Alex‘ Klasse dann in die Turnhalle. Mimi wurde noch beim Aufstellen direkt von den Mädels aus Alex‘ Klasse adoptiert und zog ganz stolz mit ihnen von Dannen. Der Mann erzählte später, dass sie einfach überall mitgelaufen wäre, als gehöre sie sowieso dazu. Genau so hab ich mir das im Vorfeld auch schon gedacht.

Im Anschluss an die 3. Schulstunde war der Tag der offenen Tür für die Besucher offiziell zu Ende. Man stand noch auf dem Schulhof zusammen und die restlichen Brötchen sowie der Kaffee fanden ihre Abnehmer. Mimi wuselte noch ein wenig umher, bis der Papa sie dann zum Gehen bewegen wollte. „Nö! Ich bleib hier!“ Es dauerte eine Weile bis der Mann sie schließlich mit einem „Ich trag‘ Dich auch ein Stück.“ einfangen konnte.

Für Mimi war der Tag der offenen Tür ein absoluter Erfolg. Sie freut sich sehr auf ihre eigene Schulzeit.

Ich räumte mit der Schulpflegschaft noch ein wenig auf und wartete auf die Jungs, die nach der 4. Stunde schulfrei hatten.

Daheim räumten wir noch ein wenig auf, aber ich merkte schnell, dass Alex von Minute zu Minute mehr abbaute. Irgendwann fragte er mich dann, ob ich mich mit ihm in sein Bett legen würde. Er wollte etwas kuscheln. Das ist bei Alex nach wie vor so ein Moment für hochgezogene Augenbrauen. Er ist und war noch nie ein Kuschler.

Eine Stunde später lagen wir dann tief schlafend in seinem Bett. Ich war so ausgeknockt und Alex ganz offensichtlich auch. Als ich nach 2 Stunden wieder aufwachte, glühte er wie ein Backofen. Ich rief den Mann an, der gerade einkaufen war, dass er Schmerzmittel mitbringen sollte. Und tatsächlich wachte Alex kurz später mit Kopf-, Bauch- und Halsschmerzen auf.

Aber natürlich, wie Alex nun mal so ist, verweigerte er das Medikament zuerst. Er mag es nicht, wenn etwas das Empfinden seines Körpers beeinflusst. Da ist er wie ich. Ich nehme Schmerzmittel wirklich erst, wenn ich kaum mehr aus den Augen gucken kann. Aus dem selben Grund habe ich in meinem ganzen Leben auch nie Drogen ausprobiert. Die Vorstellung, dass etwas meine Wahrnehmung verändern oder beeinflussen könnte, ist für mich unerträglich.

Mit ganz viel gutem Zureden konnten wir ihn schließlich aber doch noch davon überzeugen, wenigstens den Ibuprofen-Saft zu nehmen. Keine 10 Minuten später schlief er wieder tief und fest.

Alex ist so selten krank – vielleicht einmal in zwei Jahren – das mich das direkt zur hysterischen Helikoptermutter mutieren lässt, die Tee, heiße Brühe, Wadenwickel, kühle Stirnläppchen und 10 Liter Wasser anschleppt. Aber Alex will eigentlich nur den Rücken gestreichelt bekommen, ein bisschen Wasser trinken und ansonsten seine Ruhe. Mein armes Beebie!

Hoffentlich geht es ihm morgen wieder besser. Ich leide so mit, wenn es ihm schlecht geht. Eben weil er sonst eher der quirlige Typ ist, der immer in Bewegung oder im Spiel ist. Wenn er einfach nur starrend in seinem Bett liegt, dann geht mir das schon an die Substanz, auch wenn ich sonst von seiner ständigen Aktivität eher genervt bin. NIE KANN MAN ES MIR RECHT MACHEN!

Wir nehmen gerne jeden guten Gedanken und Genesungswunsch, den Ihr übrig habt.

 

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Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
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48 Gedanken zu „Schulkind 2018 im Testlauf

  1. Ich hab dieses Jahr mein drittes Schulkind eingeschult und es war ab dem ersten Tag so, als gehöre er schon immer dazu…
    Gute Besserung an Alex. Meine Mittlere nimmt auch nur sehr ungern Medis, schlafen ist halt doch die beste Medizin.

  2. Auch von mir gute Besserung!
    Ich finde den Tag der offenen Tür an eurer Schule interessant. So was gibt’s hier in der Grundschule nicht. Die Kinder erleben die Grundschule erst zu den Vorschulterminen. Das ist aber erst im 2. Schulhalbjahr. Dann ist auch einmal Unterricht mit einer 1. Klasse.

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