Stay at home-Tagebuch Tag 38

Trommelwirbel. Trompetenchöre. Vorhang auf. Ein weiterer Tag ZUHAUSE!

Heute morgen machte ich mich nach dem Aufstehen sofort auf zum Einkaufen. Bloß nicht noch weiter aufschieben. Das Gefühl wenn’s vorbei ist und man wieder für eine Woche Ruhe hat: unbezahlbar.

Tatsächlich war es super leer im Supermarkt. Mittwochmorgen scheint ein guter Zeitpunkt zum Einkaufen zu sein. Ich arbeitete also die Liste der liebsten Nachbarin sowie meine eigene ab und war nach 40 Minuten wieder raus. Das bedeutete auch 40 Minuten Mund-Nase-Schutz tragen, was definitiv nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen wird. Immerhin tragen immer mehr Menschen einen Schutz und man wird nicht mehr wie ein außerirdischer Kobold angestarrt. Ab Montag haben wir ja nun auch die Maskenpflicht in NRW und ich denke, dann wird das einfach ein total normales Bild beim Enikaufen.

Daheim warteten schon die Kinder mit knurrenden Mägen. Es gab Aufback-Hörnchen und Brötchen und Fleischwurst am Stück für die Gräte.

Nachdem der Tisch abgeräumt und abgewischt war, trafen wir uns in unserem Klassenzimmer wieder. Also am Esstisch. Ich las letztens vom jemandem, der nach dem Essen erst eine Runde um den Block geht, um den Weg zur Schule zu simulieren. Vielleicht sollte ich das hier auch einführen. Mit Ranzen. Die Nachbarschaft wäre maximal verwirrt.

Der Große schrieb eine DIN A 4 Seite über die Brüder Grimm und las im Anschluss in seiner neuen Deutsch-Lektüre Das rote U*. Die Gräte hatte heute auch eine größere Lese-Aufgabe, machte ein Mathe-Arbeitsblatt und bearbeitete noch eine Seite im Deutscharbeitsheft.

Auch der Mittlere hatte heute richtig viel Motivation. Ein Mathearbeitsblatt erledigte er in Rekordzeit. Danach durfte er eine Geschichte am PC schreiben, die ich im Anschluss auf seinen Wunsch hin direkt an seine Lehrerin schicken musste.

Insgesamt saßen wir heute 2 Stunden an den Schuaufgaben und schafften ohne große Unterbrechungen oder gar Theater richtig viel.

Da mich kurz nach der Meldung, dass ab Montag eben Maskenpflicht in NRW herrscht, gleich mehrere Nachfragen erreichten, ob ich noch Masken nähen würde, tat ich eben genau dies: Masken nähen. Nach wie vor nach dem Schnittmuster Tröpfchenfänger von Maki, die in den Highlights ihres Instagram-Accounts noch eine Schritt-für Schritt Anleitung mitliefert. Bisher der Maskenschnitt, der mich am meisten überzeugt hat, weil er gut sitzt, schnell zu nähen ist und wenig Materialverbrauch hat.

Der tägliche Distanz-Kaffee mit der liebsten Nachbarin durfte heute natürlich auch nicht fehlen. Ist klar.

Nach weiteren 3 Masken wollte der Große dann unbedingt raus aufs Feld und da lasse ich mich ja bekanntlich nicht zweimal bitten. Auch der Mittlere war heute mit von der Partie. Der war dann allerdings nach 300 Metern frustriert, weil er sich nicht in seinen Pokemon Go Account einloggen konnte und schmollte fortan den Rest des Weges.

Zuhause wartete die Gräte mit dem Wunsch nach Obstsalat. Ich schnibbelte also Erdbeeren und Ananas klein, stellte Trauben und Blaubeeren daneben sowie einen großen Topf Vanille-Jogurt. Ja, gekocht habe ich dann heute wohl auch nicht.

Satt und zufrieden waren wir trotzdem.

Ich freu mich schon sehr auf morgen, weil ich da vorerst keine Termine habe und das Haus nicht verlassen muss. Hört sich in dieser Zeit vielleicht so ein bisschen irre an, ist aber mein voller Ernst. Ich bin nach wie vor total gerne zuhause. Auch mit den Kindern.

Quelle: coronazaehler.de, 22.04.2020

Gestern Abend war meine Stimmung so gedrückt, dass ich alle drei Kinder direkt mit in mein Bett nahm, wir gemeinsam in den Sternenhimmel guckten und nach Sternschnuppen Ausschau hielten.

Der heutige Tag war gefühlt so viel besser. Zwar fehlt mir nach wie vor ganz viel Zeit für alle die Haushaltsdinge, die ich eigentlich auch noch so nebenbei erledigen müsste, aber im Moment ist mir unser aller Seelenheil ernsthaft viel wichtiger! Und das scheint nach wie vor einen guten Stand zu haben. Klar haben wir hier alle gute und schlechte Tage, aber unterm Strich geht es uns als Familie wirklich gut. Wir haben uns. Wir gehen uns nicht übermäßig auf die Nerven. Wir helfen einander und lassen uns gegenseitig Freiraum. Das halte ich mir jeden Tag wieder vor Augen und bin sehr dankbar dafür.

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Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
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6 Gedanken zu „Stay at home-Tagebuch Tag 38

      1. Liebe Pia, ich finde den Schnitt nur als jpeg und wenn ich ihn ausdrücken will ist er winzig… kannst du mir helfen?
        Liebe Grüße Vivien

  1. Das Seelenheil ist doch wirklich gerade das Wichtigste! Dafür bleibt auch mal etwas liegen und alle kommen damit klar.
    Ich bleibe dabei, die täglichen Einträge hier sind toll zu lesen, vielen Dank dafür und ein schönes Wochenende

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