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10 Heulsusen

  1. ich wollte selbst einmal darüber schreiben, wie sehr dieses gefühl des „wie reagiere ich richtig“ belastet. diese unsicherheit ist für mich quälend. dabei ist ja genau das das problem. kinder haben ja da eine antenne für und merken unsicherheit. ich frage mich ständig: versteht er, dass er dies- oder jenes nicht machen soll? wie bringe ich ihm das richtig bei? am wochenende trug sich folgendes zu: die cousine des todds ( 2 1/4 jahre) schlug mit einem plastehammer auf einen glastisch. die mama nahm ihr den hammer weg und schlug ihr schallend auf die hand. zu tiefst erschrocken fing die kleine an zu weinen. es war eine sehr unangenehme situation. kurz darauf beginn der todd eine ähnliche“ tat. ich nahm in weg, stellte ihn wieder ab, kniete mich hin, sah ihm in die augen und meinte streng: nein! nicht auf die glasscheibe hauen. machst du das noch einmal, nehme ich dir den hammer weg!“. rate, was er tat…

  2. Also, liebe Frau Miez, ich denke sie haben da ganz richtig reagiert: An sich in „ruhe“ lassen, soweit es geht. Schlägt er auf sie oder den QB ein, festhalten und NEIN sagen, erklären, das nicht gehauen wird – und dann abwarten bis er sich wieder beruhigt hat.
    Dass er sich beim QB dann aber entschuldigt hat: Awwwww ?
    Nein ehrlich, ihre Jungs sind einfach nur ?-lich!

    Zu dieser blöden Hand-Fuß-Mund Krankheit: Ich glaube so hat jeder Kindergarten seine „eigene Krankheit“. In unserer ersten Einrichtung war es der Magen-Darm-Virus und die Bindehautentzündung. In der Zweiten Scharlach. Nun in der OGS sind es Läuse. Und ich weiß nicht, was mir lieber ist. Aber die Läuse-Sache verabscheue ich am Meisten *schüttel*

  3. Colin ist derzeit in einer wunderbaren Trotzzeit. Ich müsste darüber auch mal schreiben wenn ich Zeit hätte. Er haut, dreht sich wie wild im Kreis und manchmal sogar wirft er sich auf den Boden. Ich kenne sowas nicht, war selber nie so, meine jüngere Schwester auch nicht. Tatsächlich haben wir laut Eltern und Großeltern nie wirklich richtig getrotzt. Und so fand ich es wunderbar, als Colin dann letzte Woche bei meinen Eltern einen Trotzanfall deluxe bekam (normalerweise macht er das nur bei P., mir und dem Opa, der ihn ja tagtäglich betreut – meine Mutter hatte ihn so vorher nie gesehen). Wir sind sehr liebevoll antiauthoritär erzogen worden, meine Mutter hat uns NIE angeschrieen (heute weiß ich erst wie diszipliniert sie da war-Hochachtung!) und wir haben nicht einmal eine Ohrfeige noch einen harten Handgriff bekommen. Und so stand sie mir bei diesem Anfall Beiseite, sagte mir was ich gut mache und stärkte mir den Rücken in dem sie mir riet Colin nicht festzuhalten, auch nicht seine Hände beim Hauen (aber schon sagen dass ich nicht will dass er haut), ihn nicht einfach auf den Arm nehmen um meinen Willen durchtzusetzen, ihm aber immer wieder meine Nähe anbieten (er wollte keine Jacke anziehen als es nach Hause ging). Alleine wäre ich wohl laut geworden, hätte seine Hand gehalten nachdem er mich schlug usw. So aber blieb ich gelassen, denn meine Mutter bestätigte, was ich tat. Und verflucht, der Trotzanfall löste sich nach wenigen Minuten durch Ablenken „Schau mal der Mond da Colin, der scheint aber hell heute Abend!“ in Luft auf. Meine Mutter gab mir einen wichtigen Hinweis mit auf den Weg. „Hilf dem Kind aus der Situation raus, es sitzt in dem Moment in einer Rolle fest, gib ihm die Chance diese Rolle verlassen zu können.“ Seit ich das berücksichtige sind die Trotzanfälle weit kürzer und weniger heftig. Klappt vielleicht nicht immer, aber ich habe jetzt genug Sicherheit das gelassener durchzustehen.

    • gnomenhexe

      Wow, ich bewundere die selbst-Disziplin ihrer Mutter. Es ist so so schade, dass viele Eltern heute einfach nur noch überfordert sind. Ich lese, obwohl ich keine eigenen Kinder habe, immer gerne in Ihren Blogs.

      Das gibt mir ganz ernsthaft das Gefühl, dass es auch Eltern gibt, die sich Gedanken machen und hier Kinder zu Menschen heranwachsen. Im Beruf lerne ich leider fast ausschließlich die vernachlässigten Kinder und die überforderten Eltern(teile) kennen. Das frustriert mich immer.

      Aber zum Glück habe ich das Mama Miez Blog und darüber all die Vielen Mütterblogs kennen gelern.
      Meine Hochachtung für ihre Liebe, Geduld, Disziplin und überhaupt alles.

  4. Stadtmoewe

    Ohje, genauso kenne ich das vom Mupf. Genauso.

    Jedes gute, ruhige Zureden macht ihn noch wütender und auch unberechenbarer.

    Am Wochenende feuerte er mir sehr kräftig eine Gabel ins Gesicht .. und ich war ebenfalls wie vom Donner gerührt über diese Wut und diesen Frust, der in meinem kleinen Menschen steckt. Reagiert hab ich erstmal gar nicht, weil er selber erschrocken über das war, was passierte und sich nichts anderes ergab, ausser nichts zu tun .. und doof zu gucken.

    So kleine Wutanfälle sind hier mal 10x am Tag, dann wieder 1 Tag gar nichts .. und jedes mal, weiss ich nicht, ob ich dies oder das richtig oder falsch gemacht habe.

    Ich denke, grundsätzlich ist ruhig blieben das Beste und bis zum erbrechen erklären, dass nicht gehauen (geworfen, getreten, etc.) wird.

    Der Mupf wird noch lauter und wilder, je lauter man selber wird. (Aber es soll auch Kinder geben, die das beeindruckt, wenn Mama laut wird. Hier nicht, es erzeugt das Gegenteil.)

    Hier hilft nur, in Ruhe lassen, so ‚absetzen‘, dass er sich nicht verletzten kann … nach 1-2 Minuten ist der Spuk vorbei und der Mupf kommt kuscheln (Mit Tränchen auf den Wangen und ein bisschen Verzweiflung im Gesicht *mitheul*).

    Elternprüfung trifft es auf den Punkt.

  5. Advent

    „Gewalt fängt da an, wo Wissen aufhört.“

    Leider weiß ich nicht, von wem das stammt.
    Aber es stimmt.
    Durch den Spruch wird mir immer wieder bewußt, wann und dass ich am Ende bin mit meinem Latein, und ich in mich gehen oder mich schleunigst kundig machen muss, wie ich mit neuen Situationen umgehen will/kann.
    Bei uns hilft in der Wohnung der „Ausweg“ Bett (erstmal raus aus der Situation). Das ist eine Wohlfühlzone, die gern als Rückzugsort zum Ausheulen genommen wird. Ist der Weltschmerz verarbeitet, fangen wir unbelastet da an, wo wir vor dem Wutanfall aufgehört hatten. Da klappt dann sogar das Aufräumen. ;-)

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