Bis einer heult! • Deins. Meins. UNSERES.
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22. Dezember 2012 | Pia Drießen

Deins. Meins. UNSERES.

Aus aktuellem Anlass möchte ich heute Mal davon berichten, wie wir das zuhause mit dem Spielzeug handhaben. Da wir bekanntlich ja Kinder mit sehr geringem Altersabstand haben, schien es mir nicht sinnvoll das Spielzeug, das wir besitzen, auf die Kinder aufzuteilen. Daher ist das bei uns so: das Gro unseres  Spielzeugs gehört allen Miezkindern zusammen. Daneben hat jedes Miezkind einen Spielzeugkorb in seiner Farbe, in dem er sein ganz eigenes Spielzeug aufbewahren kann. So haben zum Beispiel die Miezbeus jeder ein ferngesteuert Auto. Jeder in seiner Farbe. Und jeder besitzt eigene Bücher, die er sich ganz selber nach seinem Interesse aussuchen durfte. Der Quietschbeu besitzt zudem ein Playmobil Polizeimotorrad, das ihm ganz alleine gehört und das er mit seinen Geschwistern teilen kann aber nicht muss. Das Löwenmäulchen hat sein Sigikid Pony, das es für sich ganz alleine in Anspruch nimmt, aber manchmal auch dem großen Bruder überlässt. Die vollste Spielzeugkiste hat das Miezmeedchen, was sich aber darin begründet, dass das Babyspielzeug in eben genau diese Kiste passt, was aber auch nicht bedeutet, dass nur das Meedchen damit spielt. Noch meldet sie nämlich keine alleinigen Besitz- und Bestimmrechte an ihrem Spielzeug an.

Und weil wir in erster Linie gemeinsames Spielzeug haben (Duplo-Tisch, Playmobil 123, Spielküche, riesiges Bücherregal, etc.), haben die Jungs auch keine einzelnen Zimmer, sondern ein gemeinsames Spielzimmer und ein gemeinsames Schlafzimmer. Bisher erweist sich das als überaus praktisch, wobei ich zugeben muss, dass unsere Kinder nahezu nie in ihrem Spielzimmer spielen, sondern meist im Wohnzimmer. Es sei denn, wir haben mal Besuchskinder. Dann gehen sie auch schon Mal hoch, obwohl oben kaum mehr Spielzeug zu finden ist. Bis auf ein paar Bücher und Stofftiere.

Was das Teilen und gemeinsame Spielen angeht, so haben wir uns da der Regel des Kindergartens angeschlossen. In den ersten zwei Jahren mit Kind dachte ich noch, mein Kind müsse möglichst früh lernen zu teilen und dass nicht alles nur seins ist. Sie kennen vielleicht diese verkrampften Bemühungen von Eltern auf dem Spielplatz, die ihr Kind versuchen dazu zu bringen, sein Sandspielzeug mit möglicherweise auch noch wildfremden Kindern zu teilen. Davon halte ich nichts mehr. Wohlgleich ich das am Anfang auch so betrieben habe. Es ist toll, wenn ein Kind freiwillig eine Schüppe an ein anderes Kind weitergibt und so „teilt“. Wenn das Kind das aber nicht möchte und auch ganz klar mit einem „Nein!“ kommuniziert, dann ist das auch zu akzeptieren.

In unserem Fall, wo das Spielzeug gleich mehreren Kindern gehört, darf immer der mit dem Spielzeug spielen, der es eben zuerst an sich genommen hat. So wird das im Kindergarten gehandhabt und so machen wir das nun eben auch zuhause. Und das funktioniert ganz problemlos. Inzwischen sind wir sogar soweit, dass die Jungs sich gegenseitig freundlich fragen, ob sie denn Spielzeug XY gerade mal haben könnten. Sie bieten dann oft auch etwas im Tausch an. Meistens ist die Antwort „Nein!“, aber immer wieder lässt man sich auch auf Kompromisse, einen Tausch oder eine kurzfristige Leihgabe ein. Und das ganz ohne dass wir immer und immer wieder ermahnen mussten zu teilen.

Natürlich kann das auf einem Spielplatz und vor allem in Gegenwart mit Fremden schon mal befremdlich wirken, zu sagen: „Nein, das ist meins!“ oder „Das hatte ich zuerst!“ Aber für Kinder ist es deutlich einfacher Dinge zu lernen, wenn an jedem Ort und zu jeder Zeit die gleichen Regeln gelten. So sehen wir das.

Nun steht ja Weihnachten vor der Tür und wir mussten wieder diese schrecklichen Entscheidungen treffen, wem was geschenkt wird und wer was auspacken darf. Weil eigentlich sind die meisten Geschenke für beide Jungs interessant. Da wir dieses Jahr zum ersten Mal auch richtiges Playmobil unter den Baum legen und der Quietschbeu gerade in einer großen Polizeifan-Phase steckt, was die Entscheidung eigentlich relativ einfach. Da das Löwenmäulchen ist gerade auf einem Feuamänna-Tripp ist, bekommt es einfach die Playmobil 123 Feuerwehr zum Mitnehmen. Letztendlich werden beide Jungs mit allen Geschenken etwas anfangen und spielen können (und ganz sicher auch wollen). Von Oma Miez gibt es einen Kaufmannsladen für beide Jungs zusammen. Und für das Löwenmäulchen speziell gibt es ein Aqua Doodle XXL und für den Quietschbeu das Musik-Buch zu seinem Tip Toi. Das sind dann die Dinge, die wieder jede in seine eigene Kiste räumen kann.

Das Miezmeechen bekommt tatsächlich nur ein einziges Geschenk: eine Puppe. Eine Jungspuppe, wohlgemerkt. Denn nachdem die Mädchenpuppe nicht mehr zu bekommen war stellte ich mir die Frage, wieso mein Meedchen denn unbedingt eine Mädchenpuppe haben muss? Sie wächst mit Brüdern auf. Und als der Schmusewichtel hier ankam, in seinem türkisenen Jäckchen und mit der Zipfelmütze, war ich erstaunt wie ähnlich diese Puppe meinen Kindern sieht. Er ist genau der richtige Pupperich für mein Miezmeedchen, den ihr meine Schwester und mein Vater schenken. Im neuen Jahr möchte ich ihm dann noch ein paar Kleidungsstücke nähen lassen. Bei Dawanda habe ich ganz reizende Shops gefunden, die nur Puppenkleidung anbieten. Da das Miezmeedchen eigentlich nicht wirklich Spielzeug braucht, haben wir einfach ihre Garderobe ein wenig aufgestockt.

Für Weihnachtsgeschenke-Tipps ist es zwar jetzt etwas spät, aber was hier von allein drei Miezkindern mit großer Hingabe bespielt wird sind Duplo (Primo) und Playmobil  123. Falls sie nach etwas suchen, woran die Kurzen möglichst lange viel Freude haben.

Heute werden wir uns übrigens einen ganz gemütlichen Tag machen, morgen dann den Kartoffelsalat für Heilig Abend ansetzten, abends den Baum aufstellen und schmücken und das 24. Adventskalendertürchen für die Miezbeus präparieren. In Türchen Nummer 24 versteckt sich neben etwas Schoki nämlich noch eine große Duplo-Basissteine-Box, damit die Jungs tagsüber beschäftigt sind und wir so unser erstes fünfköpfiges Familien-Weihnachtsfest in Ruhe und Frieden vorbereiten können.

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Marketing- und Medienberaterin mit Schwerpunkt Social Media. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Barbara / Dez 22 2012

    Bei uns gilt auch, der der es zuerst hatte, der darf es behalten… und wir arbeiten daran, dass der Große dem Kleinen etwas anbieten kann, wenn er das Spielzeug des Kleinen haben möchte… und auch daran, dass er dem Kleinen etwas in die Hand drückt zum Mitspielen, das er gerade nicht braucht… bei gefühlten Trillionen Autos keine große Sache….
    Sie schaffen es dennoch sich regelmäßig ums Spielzeug zu kloppen… wobei der Kleine dem Großen in NICHTS nachsteht…..

  2. Kat / Dez 22 2012

    So möchten wir das gerne übernehmen. Danke für die Inspiration!

  3. Mama Schlaflos / Dez 22 2012

    Das handhaben wir hier ganz ähnlich. Das meiste Spielzeug ist für alle da und einzelne Teile gehören jeweils einem Kind – das mit den unterschiedlichen Kisten haben wir allerdings nicht. Mal schauen, ob ich das auch einführe.

    Und auch ich denke Kinder müssen nicht immer teilen, wenn „Nein ist, dann ist auch Nein“ sagen sie immer und Recht haben Sie ja damit auch ;-)

    In der Praxis spielen sie die meiste Zeit sowieso gemeinsam und teilen auch, nur ab und zu muss man halt auch mal Machtkämpfe ausfechten – das müssen die Eltern aushalten – gehört ja auch zum Groß werden.

    Frohe Weihnachten!

  4. Ori / Dez 22 2012

    find ich super! dieses zwanghafte teilen ist ganz schrecklich. kleine kinder haben ja nunmal nicht viel, alles gehört den großen, und das, was ihnen gehört (eben spielzeug) soll dann auch noch geteilt werden? vll sogar mit fremden kindern? nö!
    letztens gelesen:
    stell dir vor du sitzt auf einer parkbank und liest zeitung. auf einmal setzt sich jemand neben dich, nimmt einen teil deiner zeitung und fängt an zu lesen. das nimmst du noch so hin… dann greift dieser jemand aber in deine handtasche, wühlt rum und nimmt dein handy. das geht zu weit und du verlangst dein telefon zurück. ein zufällig vorbeikommender polizist nimmt dir das handy wieder weg, du sollst dich doch nicht so anstellen sondern den anderen doch mal eben schnell telefonieren lassen, da wär ja gar nix dabei!

    find ich n sehr gutes beispiel dafür, wie sich ein kind in so ner „nun lass doch den jeremy auch mal mit dem auto spielen“-situation fühlen müssen…

  5. blumenpost / Dez 23 2012

    Immer wieder spannend zu lesen wie das so läuft mit „größeren“ Kindern. Da kann ich mir gut schon überlegen wie wir das mal machen wollen und mal so Dinge in meinem Kopf hinterfragen.

  6. Mrs.Felsenheimer / Dez 23 2012

    pupperich <3

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