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12 Kommentare

  1. Angela

    Hallo,
    als sonst sehr stille Leserin, möchte ich trotzdem mal etwas dazu schreiben. Ich arbeite unter anderem in der Familienberatung und bin selber Psychologin, laut Aussagen anderer müsste einem in diesem Fall das Erziehen und Lenken von kleinen Kindern nicht schwer fallen, allerdings kommt man manchmal jeder an seine Grenzen. Wichtig ist zu erkennen, wo die Probleme liegen und an ihnen objektiv zu arbeiten. Wir (oder besser gesagt ich, da mein Mann sehr häufig nicht da ist) waren mit unserem zweiten Kind sowohl beim SPZ als auch bei der Familienberatung, als wir merkten (da war er etwa 3 Jahre alt) das er Probleme mit der Sozialisation und der Anpassung hatte (und ich war nicht berusftätig als er klein war). Als sie unseren „Background“ abfragten, schauten sie mich etwas irritiert an, aber mal ehrlich, wenn interessierts, wichtig ist nur, dass es den Kindern gut geht. Wir haben lange und intensiv mit ihm gearbeitet, waren bei der Frühförderstelle und haben versucht ihm zu helfen so gut es ging, ihn und seine Stärken zu fördern. Jetzt ist er sieben Jahre, geht seit einem Jahr zur Schule und hat keine Probleme mehr, ist glücklich und ein wunderbarer Sonnenschein. Jede „hochgezogene Augenbraue“ und auch jeder „schräge Blick“ haben sich dafür 1000fach gelohnt.
    Zu Erkennen, dass man Hilfe braucht und sie zu suchen, sind die ersten und die wichtigsten Schritte, man kann seinem Kind nur so helfen. Rosarote Zuckerwolken die einen verklärt alles wunderbar positiv sehen lassen (weil man sein „tolles“ Kind nicht verunsichern will), sind destruktiv und lassen mich jedes Mal innerlich aufschreien.
    Nun denn, viel Glück, alles Gute, das wird schon. :-))

  2. Mandy

    Ich wünsche mir, alle Eltern wären so reflektiert wie ihr beide. Ganz toller Post! Ich verstehe allerdings immer nicht, wieso die Tatsache, dass du mit 3 kleinen Kindern arbeiten gehst, ständig so viel Erstaunen hervor ruft. Das ist natürlich ein Kraftakt und verdient Respekt, aber in meinem Umfeld irgendwie auch normal.

  3. Katharina

    Liebe Pia,
    Einmal mehr ein toller Beitrag von Dir. Soooo schön, dass ihr an einem Strang zieht und das von außen bestätigt bekommt. Beides ist Gold wert!

    „Ich berichtete ja schon mal davon, dass ich nichts anderes mehr wahrnehmen kann, wenn der Quietschbeu redet.“

    Das kenne ich SO gut. Und ich wundere mich dann immer, warum andere einfach weiter plaudern können. Ich werde immer kirre, wenn ich mich konzentriert unterhalten mag und parallel meine Kinder untereinander reden o.ä. Ich kann es nicht so gut beschreiben, wie Du es ausgedrückt hast.

    Lustig aber, dass bei Dir so viele überrascht auf die Erwerbstätigkeit reagieren. Hier wird vielmehr verwundert gefragt, ob ich denn nun mit allen dreien in Kiga&Grundschule nicht wieder arbeiten würde.

    Aber wie sangen die Ärzte neulich aus meinem Radio “ Lass sie reden“

    P.S. Du bist übrigens schuld,dass ich gestern Abend mal so eben 60 Pancakes gebacken habe ;-p

  4. Ich finde es wirklich toll, dass ihr euch zu diesem Schritt entschieden habt, denn die meisten haben hierfür einfach nicht den Mut! Wie oft habe ich schon gehört „aber was sollen die Leute denn dan denken?“. Ganz ehrlich – wen interessieren die Leute? Es geht um das Kind / das Paar / die Familie und darum, dass alle wieder zufrieden und glücklich sind. Und wenn man im Alltag nun einmal so tief „drinsteckt“ – da fällt es schwer irgendetwas mit Abstand zu betrachten. Und selbst wenn das hin und wieder gelingen mag (ich finde du machst das sehr toll!!!), dann reicht das vielleicht noch nicht aus um auch die entscheidenden Dinge zu ändern, damit das Problem in Angriff genommen werden kann. Einsicht ist zwar der erste Schritt zur Besserung, aber warum sollte nicht jemand sagen, welche Schritte noch unternommen werden könnten?
    Langer Rede kurzer Sinn – ich finde das ganz toll und wünsche euch viel Erfolg auf eurem Weg!!!

  5. Danke für den Beitrag. Wir haben das auch schon gemacht, als wir nicht weiter wussten bzw etwas feststeckten. Am Ende ging es uns genau so, wie euch: alles gut und weiter gehts. Der Blick von aussen tut wirklich gut und kann oft hilfreich sein.

  6. Danke schön!
    Über „Spannend fand ich auch, wie sie den Quietschbeu nach 2 Stunden wahrnahm: als ruhiger Kerl, der sich prima selber beschäftigen kann. Ich nahm das ganz anders war. Für mich war er laut und wild und ich konnte kaum geradeaus denken, da er ununterbrochen Redete oder Geräusche machte.“
    muss ich wirklich nachdenken. Ich habe oft das Gefühl, ich nehme den Lausbub viel lauter und deutlicher wahr als andere und ermahne ihn oft…
    Danke für diesen Gedanken-Stubs.

  7. Liebe Mama Miez,

    danke für deinen Post, der mich mal wieder zum Nachdenken gebracht hat. Vielleicht wäre ein „Blick von außen“ im Rahmen einer Familientherapie eine option für uns…vor allem im Hinblick auf die große Zwillingsmaus, die mich mit ihren Wutanfällen immer mehr an meine Grenzen bringt.

    Lg Mela

  8. Spitfire

    Man darf vielleicht auch nicht ausser Acht lassen, dass die meisten Familien – selbst wenn Großeltern in der Nähe wohnen – in unserer modernen Zeit überwiegend auf sich gestellt sind, vor allem dabei, alles unter einen Hut zu kriegen: Kinder, Partnerschaft, Finanzen, Job, soziales Umfeld. Die Wenigsten verfügen über ein Netz (Wohnprojekt, Großfamilie o.Ä.), das sie irgendwie auffängt – Großfamilien oder Dorfgemeinschaften gibt es meines Erachtens bei uns kaum noch.
    Vielleicht müssen wir Familien gerade deshalb lernen, uns an andere Stellen zu wenden, auch wenn es eine Überwindung bedeutet und gesamtgesellschaftlich eventuell keine ‚Dauerlösung‘ sein kann.
    Na ja, Westentaschen-Soziologie. Aber das waren so meine Gedanken beim Lesen Ihres Beitrags, liebe Frau Miez.
    Ich habe ’nur‘ zwei Kinder und arbeite noch nicht wieder, und trotzdem wird alles manchmal ganz schön viel.
    Ich wünsche Ihnen und den Miezens alles Liebe, und Ihnen besonders eine rapide Abnahme der Panikattacken (ich kann mich noch gut daran erinnern, wie das bei mir war: ätzend). Gruß, Spitfire

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