Stay at home-Tagebuch Tag 26

Ihr habt es Euch schon alle gedacht: auch an Karfreitag passiert hier während unserer stay at home Zeit nichts Außergewöhnliches. Wir halten uns weiterhin brav an alle Verordnungen, treffen niemanden, fahren nirgends hin und hoffen, dass der Spuk so schneller ein Ende findet.

Aber erstmal ausschlafen. Gäbe auch überhaupt keinen Grund, das heute anders zu handhaben. Tatsächlich waren heute auch schon 2 von 3 Kindern wach, als ich nach unten kam. Die hingen aber in ihren Zimmern und hörten Hörspiele bzw. telefonierten mit ihren Freunden.

Da der Große heute wirklich besonders schwer aus dem Bett zu kriegen war, war das Frühstück schon fast ein Mittagessen. Hörnchen, Kakao, Marmelade. Das Übliche.

Nach dem Frühstück wollte der Mittlere unbedingt baden. Also ließ ich ihm die Wanne einlaufen und föhnte mir die Haare, während er fröhlich seine Bahnen zog. Große Kinder sind auch in sofern toll, dass man nicht mehr daneben stehen muss und die sich selber aus der Wanne begeben können, das Wasser ablassen, sich abtrocknen und anziehen. Ja, Eltern mit älteren Kindern kichern jetzt, aber Eltern mit jüngeren Kindern können sich vielleicht kaum vorstellen, was das (wieder) für Freiheiten mit sich bringt.

Als ich nach unten kam saß der Große am Tisch und lernte schon wieder für die Schule. Er bat mich, mit ihm nochmal alle Aufträge kurz durchzugehen, um zu überprüfen, ob er auch wirklich alle Arbeitsanweisungen erledigt hat. Mit Schrecken stellen wir fest, dass er einen Absatz über Aufgaben im Englischbuch übersprungen hatte und so nun doch noch ein paar Aufgaben auf ihn warten. Ich hatte meine liebe Mühe ihn zu beruhigen und zu versichern, dass er wirklich alles fertig haben wird, wenn die Ferien zu Ende sind. Und das ausgerechnet beim fleißigsten und struktuiertesten meiner Kinder. Das tat mir wirklich leid.

Das späte Frühstück hatte dann zu Folge, dass wir das Mittagessen ausfallen ließen und uns auf ein süßes Oster-Abendessen einigten. Also stellte ich mich später in die Küche und setzte meinen geliebten Hefeteig für einen waschechten Osterzopf an.

Nachdem ich diesen aus dem Ofen geholt hatte und das ganze Haus verführerisch duftete, beschlossen der Große und ich die Feldrunde heute vor das Essen zu legen. War so ein Bauchgefühlding und erwies sich als eine gute Entscheidung. Erfahrungsgemäß bin ich nach dem Verspeisen von Hefegebäck nämlich ziemlich träge und voll und liege dann gerne gut gesättigt auf dem Sofa rum.

Auch heute gab es wieder Sonne pur und angenehme 24 Grad bei frischen Wind auf dem Feld. Es waren überraschend wenige Menschen unterwegs, was sich wenig später, als wir an der Kirschblüten-Allee vorbei kamen, auch erklärte: die standen nämlich dort alle in kleinen Grüppchen mit Stativen auf der Straße, in Schale geschmissen, als wollten sie zu einer Hochzeit gehen und posierten was das Zeug hergab. Einer stellte sogar sein Motorrad mitten auf die Straße um es mit wunderschönstem Kischblüten-Hintergrund zu fotografieren. Mehr Romantik geht halt nicht.

Der große Sohn fand das alles etwas befremdlich und bat mich deshalb, heute kein einziges Kirschblütenfoto zu machen und lieber schnell weiterzugehen. Konnte ich sehr gut nachempfinden. Also schlugen wir einen Haken und liefen zurück in den Bürgerpark, nicht aber, ohne ein schönes Foto vor der kunterbunten Graffiti-Wand zu machen. Echt jetzt. Kirschblüten kann doch jeder *gnihihi*

Daheim wartete dann der warme Hefezopf auf uns. Schnell den Tisch gedeckt, Nutella und Marmelade dazu gestellt und “Guten Appetit!”

Falls Ihr Euch jetzt wundert, warum da an einem Ende der Hagelzucker fehlt: das hat der Mittlere so bestellt. Der findet Hagelzucker nämlich echt eklig. Und ja, irgendwas ist immer eklig. Immer immer immer! Lustigerweise ist der Zopf genau dort auch weniger aufgegangen. So, als wäre er beleidigt gewesen: “Kein Hagelzucker? Pff, dann halt nur halbe Performance!”

An dieser Stelle muss ich mich mal wieder selber loben: der Zopf war göttlich. So fluffig und zart und lecker. Und viel zuviel für uns Vier. Ein gutes Stück habe ich den Nachbarn rüber gebracht und trotzdem haben wir noch für morgen etwas übrig. Frühstück ist also schon mal gerettet. Wir haben nämlich keine Aufbackbrötchen mehr und müssen jetzt auf eingefrorenen Toast ausweichen.

Statt mich nach dem Abendmahl (höhö, Wortspiel) vollgefressen aufs Sofa zu legen, habe ich erst nochmal die Spülmaschine aus und wieder eingeräumt, die Küche ein bisschen aufgeräumt und den Kindern erklärt, dass ich gleich vermutlich auf dem Sofa einschlafen werde und sie bitte vor Mitternacht ins Bett gehen soll. Halb ernst, ne? Könnte aber gut so passieren.

Quelle: coronazaehler.de, 10.04.2020

Der Tag war jedenfalls sehr knuffig. Ich mochte den. Vielleicht liegt es aber auch an diesem tiefenentspannte Sättigungsgefühl, das nur Hefegebäck in mir hervorruft. Trotzdem möchte ich morgen gerne wieder irgendwas Gemüsiges. Zucchini-Nudeln wären eine Idee, aber dafür fehlen uns die Spaghetti. Ofengemüse ginge natürlich auch, aber dann muss ich dem Mittleren wieder ne Extrawurst braten. Oh, Wurst! Wir haben noch Weißwürste und da wir nicht in Bayern leben, kann man die hier auch problemlos zum Mittagessen machen, ohne verhaftet zu werden. Dann braucht aber wiederum der Große ne Extravurst (Na, na, na, wer versteht den Gag?).

How ever, darüber mache ich mir einfach erst morgen Gedanken.

Oh, aber bevor ich es vergesse: die letzten Tage habe ich ja gerne und ausgiebig über Stups, der Osterhase gejammert. Heute darf ich endlich das finale Ergebnis präsentieren: Den Osterchor unserer Schüler, den ich einfach herzallerliebst finde, auch wenn ich das Lied jetzt wirklich nie nie wieder hören möchte.

Wer es sich bis zum Ende angehört und angeguckt hat, der weiß jetzt auch, was der Große und ich da gestern so auf dem Feld getextet haben *mihihi*

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Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
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6 Gedanken zu „Stay at home-Tagebuch Tag 26

  1. Also, Gammelmöhre hin oder her…ich konnte die Blockflöte jetzt nicht so gut heraushören und finde das nicht ganz in Ordnung. Vielleicht könntest du da noch mal ein bisschen nachjustieren? 🧐…. SPAAAAAAAAAAASS. Das ist ein sehr schönes Projekt, danke fürs Teilhabenlassen und ich hätte jetzt auch keinen Bock mehr😅

    Euch ein schönes Osterwochenende!

  2. Ich habe heute den Osterzopf gebacken. Mega Hammer lecker! Fanden sogar Mann und Kinder, daher blieben nur wenige Zentimeter übrig. Grillen heute Abend fällt dementsprechend spärlich aus. Hoffe ich. LG Steffi

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