Neue Runde #Distanzbeschulung

Ob im Radio oder auf diversen Social Media Plattformen: Überall konnte man heute hören und lesen, dass es bei der Distanzbeschulung in NRW noch häufig hakt. Ich trau mich daher fast gar nicht es laut auszusprechen, aber: wir sind total zufrieden!

Die erste Hürde des Tages war definitiv das frühe Aufstehen. Und das betraf nicht nur mich, sondern alle drei Kinder. Wobei der Mittlere am meisten zu kämpfen hatte, es dann schließlich aber doch noch an den Frühstückstisch und letztendlich auch pünktlich in seinen ersten Videocall um 8 Uhr schaffte. Er war ziemlich aufgeregt, da sie in der Vergangenheit zwar den Umgang mit Moodle in der Schule geübt haben, aber Videocalls bisher noch kein Thema waren.

Da wir aber bereits gestern alles eingestellt und einen Probelauf gemacht hatten, funktionierte tatsächlich alles auf Anhieb.

Beim Großen war Video-Unterricht nach Stundentafel über MS Teams angekündigt. Da er in den ersten beiden Stunden normalerweise aber Schwimmen hat, war ich gespannt, wie sie das umsetzen wollen. Duschen, vielleicht? Als er dann kurz nach dem Aufstehen den PC einschaltete, bekam ich meinen ersten kleinen Nervenkasper.

“Der Lehrer hat geschrieben, wir sollen Sportsachen, Mütze und Handschuhe tragen.” Wie jetzt? In einem Videocall? Ich brauchte einen Moment um eins und eins zusammen zu zählen und rannte dann wie ein angeschossenes Huhn durchs Haus, um meine Winterlaufklamotten zusammen zu suchen. Immerhin waren es draußen -1° Grad und wofür sollte man sonst eine Mütze und Handschuhe bauchen? Zum Glück teilen der Sohn und ich uns inzwischen eine Größe!

Im pünktlich startenden Videocall verkündete der Sportlehrer dann, die Jungs sollen sich nach einem verlinkten Video aufwärmen, dann 30-45 Minuten laufen und anschließend wieder nach einem Video dehnen.

Nun ist das große Kind schon eine Weile nicht mehr Laufen gewesen und macht außer Kung Fu auch gerade wirklich nicht viel Sport. Umso beeindruckter war ich, dass er wirklich die kompletten 45 Minuten übers Feld gelaufen ist. Er hat den Lauf sogar auf Strava getrackt.

Währenddessen hatte der Mittlere Biologie und eine Stunde Freiarbeit. Die Gräte bearbeitete ihre Matheaufgaben.

Ich traute mich gar nicht irgendetwas anzufangen, das meine Konzentration erfordert hätte. Immerhin rechnete ich immer noch jede Minuten mit irgendwelchen Hilferufen von irgendeinem meiner Kinder. Also Haushalt. Den kann man ja immer getrost einfach stehen und liegen lassen.

Pünktlich zur großen Pause war der große Sohn wieder da. Es gab Brote und Rohkost und erste Erfahrungsberichte vom Mittleren, wie cool er diese Distanzbeschulung doch fände.

Danach ging es dann für den Großen weiter mit Mathe, Deutsch, Latein und Englisch. Der Mittlere hatte noch Erdkunde und Mathe über MS Teams sowie Aufgaben über Moodle (welches Dank schuleigenem Server sehr stabil lief) und die Gräte bearbeitete Deutsch und Sachkunde.

Tatsächlich hatten wir nur minimale technische Probleme. So war der Padlet-Server eine Weile nicht erreichbar. Aber da die Gräte das heute eh nicht brauchte, war auch das kein Drama. Der Mittlere kam nicht auf Anhieb in den Mathe-Call, da der Lehrer eine neue Besprechung angelegt hatte, wir aber den alten Link noch angezeigt bekamen. Aber auch das ließ sich schnell und unkompliziert lösen.

Pünktlich um 13.15 Uhr war Ende mit Distanzbeschulung. Der Große erledigte noch mit einem Klassenkameraden gemeinsam in Teams 2 Hausaufgaben und Punkt 14 Uhr gab es Mittagessen.

Vor lauter Aufregung und Angespanntheit, irgendwas könne noch total in die Hose gehen, hatte ich mich heute in weiser Voraussicht für ein Mittagessen entschieden, das sich selber backt: Ofenpfannkuchen. 2/3 mit Äpfeln und 1/3 ohne.

Alle Kinder waren glücklich, zufrieden und satt. Das ist wie so ein Jackpot im Lotto.

Danach kehrte hier erst einmal etwas Ruhe ein und alle Kinder verschwanden wieder in ihren Zimmern. Dafür konnte der Mann dann endlich loslegen und große Löcher in dicke Wände bohren. Fragt nicht.

Ich kann also für diesen ersten Distanzschultag wirklich nur resümieren, dass ich beeindruckt bin, was sich im Vergleich zum ersten Lockdown alles getan hat. Auch die Aufgaben der Gräte waren so aufbereitet und strukturiert, dass sie meine Hilfe gar nicht brauchte und ich nur die Ergebnisse kontrollieren musste.

Vielleicht wage ich mich morgen tatsächlich mal ans Arbeiten. Aber wenn ich das jetzt hier hin schreibe kommt morgen vermutlich Murphy ums Eck und grätscht uns die Internetleitung weg. Oder sowas in der Art. Daher freue ich mich heute einfach nur über den gelungenen Distanzschultag.

Jetzt hoffe ich allerdings noch, dass die Kinder heute alle wieder früher in die Betten fallen bzw. einschlafen können. Beim Großen bin ich mir da sogar zumindest ziemlich sicher *höhöhö*

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Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
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