Nicht die Mama!

Als ich dieses Blog 2008 eröffnete, da war es ein anonymes Kinderwunschblog. Kurze Zeit später wurde ich schwanger und nannte es kurzerhand in „Das Mama Miez Blog“ um. Miez ist mein Spitzname. Also war es damals. Klar, ich war gerade voll in diesem Schwangerschaft-und-Kinder-kriegen-Ding drin. Das mit dem Mama im Namen schien mir ne super tolle Idee. Damals. 

Nun – 6 Jahre später – ärgere ich mich ziemlich oft über das „Mama“ in Mama Miez. Es reduziert mich auf etwas, was ich nicht alleine bin und für was dieses Blog schon lange nicht mehr alleine steht. Ich würde sogar soweit gehen und behaupten, dass Bis einer heult! schon lange kein reines Elternblog mehr ist. Hier finden sich alle Bereiche meines Lebens wieder, nicht nur die der Kinder. Aber das Mama wird für immer und ewig den Anschein erwecken, es wäre so.

Darum habe ich darüber nachgedacht, das Mama einfach zu streichen. Aber – und da wirds zum Problem – das ist nicht einfach mal eben so gemacht. Natürlich wäre zunächst einmal die Domain hinfällig und da sind wir mal ehrlich: ich wäre ziemlich bescheuert, wenn ich diese ersetzten würde. Klar, mit Rediretcs und ein paar Scripts könnte man dafür sorgen, dass kein Besucher verloren geht. Man könnte sogar Google über die neue Domainstruktur unterrichten. Aber unterm Strich ist es verrückt und unnötig, ist der Grund nur ein schnödes Missfallen meinerseits ohne weitere Relevanz für den Inhalt. 

Sämtliche meiner Social Media Profile laufen auf den Namen Mama Miez. Diese umzubenennen würde zu so manchen Irritationen führen, Links unwirksam werden lassen, alte Verknüpfungen und Bezüge würden sich verlieren. Zudem kann man z.B. auf Facebook-Seiten den Namen der Seite nur ändern, wenn man weniger als 200 Fans hat. Zug abgefahren.

Ich hab mich also dazu entschieden, mit dem Mama in Mama Miez zu leben, es aber auf ein Minimum zu reduzieren. So bleibt es als Teil der Domain des Blogs und der Social Media Profile bestehen, wird als Name/Headline/Subline aber nicht mehr geführt. Ich finde es nämlich nach wie vor und schon immer befremdlich, wenn mich jemand die Mama Miez nennt. Also ich nehme das keinem übel, aber ich fühle mich dann meist gar nicht angesprochen. Noch schlimmer ist es geschrieben und dann in einem Wort: Mamamiez. Da stimmt ja dann gar nichts mehr dran.

Also, es wäre ganz arg freundlich, wenn Sie mich einfach mit Miez oder Pia ansprechen. Das ist total okay für mich. Mamamiez ist per se falsch und Mama Miez hat sowas von Oma Renate, wenn Sie verstehen. Da schwingt ganz viel Blümchenkittel mit, den ich definitiv nicht besitze.

Also wundern Sie sich nicht, wenn das Mama hier und dort ein wenig mehr in den Hintergrund tritt oder ganz verschwindet. Es fühlt sich einfach falsch an, das auf alle Zeiten mitzuschleppen. … sonst ändert sich nix!

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Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
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23 Gedanken zu „Nicht die Mama!

  1. Versteh ich voll. Müsste nur grad ziemlich lachen, als du dein ‚Mama Miez‘ mit ‚Oma Renate‘ verglichen hast – so heißt meine Oma und naja Blümchenkittel stimmt nicht ganz aber arg bemutternd schon :D

  2. Wäre es eine Möglichkeit, das Mama in Klammer zu setzen? Dann stimmt es ja auch – denn du bist ja auch Mama, eben nur nicht nur. Dann würde das auch mit den Domains passen, da es Klammern dort nicht gibt. Sicher auch nicht ideal, aber vielleicht für den Moment eine Lösung.

  3. Liebe Pia,
    ich kann Dich sehr gut verstehen! Bin gespannt, wann mir mein ‚mommindful‘ zu wenig wird. Im Moment gehts noch und im Falle des Falles meld‘ ich mich noch mal bei Dir ;-)
    Liebe Grüsse!
    Wiebke

  4. Hallo Pia,

    ich kann das sehr gut verstehen.
    Als mein Sohn in den Kiga kam war ich für all nur noch „Mama von B.“
    Das war sehr befremdlich.
    Aber ich muss sagen, dass ich das „Mama“
    in deinem Namen immer so interpretiert habe als „Ja ich bin Mama, sogar von 3en, aber ich bin auch eine Frau“
    Das eine schließt das andere nicht aus!

    LG
    Katja

  5. …ja, das kann ich gut verstehen, denn Mama sind Sie für Ihre Kinder und werden es immer gern sein.
    Und von anderen Leuten mit „Mama“-Miez angeredet zu werden, tja, ist wohl nicht so gut.

    Übrigens, auch echte Oma’s, so wie ich, wollen auch nicht für alle die Oma sein, echt nicht. Das gilt auch nur für die allerliebsten Enkel.
    Viele Grüße und bitte weiter so, ich lese dieses Blog sehr gern.

  6. Liebe Pia, vor ein paar Tagen sprach ich Dich noch mit M… Miez an. Sorry, kann ja keiner ahnen. ;o) Aber ganz egal wie Du angesprochen werden möchtest, Du hast einen ganz wunderbares Blog, das ich seit ein paar Wochen regelmäßig mit Begeisterung lese! Vielen Dank, dass wir ein bisschen an Deinem Leben und Deinen Gedanken teilhaben dürfen.
    Alles Gute weiterhin, Katrin

  7. Dein Kommentar ist hinreißend. Ich hasse es wenn gerade mal jemand außer meiner Kinder mich „Mutti“ oder „Mama“ nennt. Diese Menschen könnte ich anspringen. Sehr gut miez weiter so. Herrlich. :) Und er Kommi mit dem Kittel unbezahlbar. Sehe meine Mama immer schon so am Fenster stehen. Sie trägt Blümchenkittel und freut sich über jedes „Mama“.

  8. Ja, Frau Miez, das kenne ich nur zu gut. Wenn man mich nur noch als Mama sehen will, möchte ich mich schütteln wie ein Hund, der gerade aus dem Wasser kommt. Ganz so, als wollte ich zu enge Klamotten oder die falsche Farbe abschütteln.

    Manchmal möchte ich sogar alles sein, nur eben nicht die Mama. Jeder, der in mir dann auch noch etwas anderes sehen kann, macht mir damit ein Kompliment. Ich hoffe, Sie bekommen diese Sorte Komplimente oft.

    LG Tina vom Tulpentopf
    (Ja ich mag Tulpen, aber Astern sind auch schön^^)

  9. Hallo,
    ich werde versuchen, es in meinen täglichen Sprachgebrauch zu übernehmen. :)
    Habe von Dir (darf man Dich duzen, obwohl Du uns siezt) bisher immer nur in Verbindung mit Mama geredet, es aber nie als „nur eine Mama“ gesehen.

  10. Hi! Ich lese den Blog erst seit ein paar Wochen und habe das mit der „Mama“ im Namen ganz anders verstanden: ich sehe es nicht als „darauf reduzieren “ sondern vielmehr als Sahnehäubchen oben drauf. Du machst so viel und bist so vielseitig und dazu noch Mutter! Viele andere würden an den anderen Sachen schon scheitern – und das ohne zusätzlich Kinder bzw. eine Familie zu versorgen.

  11. Ja, kann ich verstehen, ich habe tatsächlich auch schon überlegt, ob der Name „Cuchikind“ nicht blöd ist für meinen Blog, weil es eben nicht nur ums Kind geht, sondern auch um Sachen, die mir gefallen, aber das Ändern hat glaube ich mehr Auswirkungen als man denkt. Mal davon abgesehen, dass man weiß wer gemeint ist, wenn man Mama Miez hört und bei „Bis einer heult“ weiß ich es nicht so direkt, bist du sicher auch viel verlinkt und da eben als Mama Miez. Aber du bist doch Mama und zwar eine sehr gute von drei Kindern. Und wenn du über deine Sachen berichtest, dann passt es doch gerade, weil das Sachen sind, die eben die Mama macht.
    Naja, du musst das natürlich so machen, wie du meinst, aber ich finde, du kannst sehr gut bei der „Mama“ bleiben.
    LG Mama Steffi

  12. Pingback: Nicht die Mutti!

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