Bis einer heult! • Miezkinder-Style
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28. Januar 2014 | Pia Drießen

Miezkinder-Style

Seit ich hier wieder einfach rausrotze was mich umtreibt, hab ich eine lang vergessene und verlorene Freude am Bloggen wiedergefunden. Trotzdem und dennoch möchte ich jetzt nicht jeden Tag nur um meines Vorsatz‘ Willen irgend einen Kinderpups bloggen. Fällt einem zu Weil dann aber doch ein bisschen schwer. Man erlebt ja nicht jeden Tag aufregende Dinge. So zum Beispiel heute. Heute war …  nix.

Das Löwenmäulchen war bockig, motzig und streitlustig. Mir, dem Quietschbeu und auch dem Meedchen gegenüber. Und weil der dann sehr laut und sehr schrill ist, ist das nicht nur anstregend, sondern auch ultra nervig. Für uns alle. Und weil’s Löwenmaul das ausdauerndste Mäulcher ever ever ever ist, brauch man dem dann auch nicht auf Augenhöhe und mit Engelsgeduld begegnen. Der faucht einen dann einfach an. Zum Beispiel mit einem „Sag ich Dir doch nich!„, wenn man zaghaft nachfragt, was ihn denn so umtreibt. Zählt man ihm Gemütszustände auf á la „Bist Du sauer? Traurig? Müde?„, erntet man ein zickiges: „Naaaaaaain! Ich bin ganix!“ Kann man nur aussitzen. Echt jetzt. Muss ich ihnen also nicht von erzählen. Ist halt manchmal so. Löwenmaul-Style.

Der Quietschbeu heute hingegen im Klettmodus. Im Auto, auf dem Heimweg vom Kindergarten, brach er in Tränen aus und gestand mir, dass er seine allerliebste Erzieherin heute geärgert hätte. Auf Nachfrage erklärte er mir dann, er habe sie gegen das Bein getreten, weil er auf etwas sauer gewesen wäre. Das machte mich schon stutzig, weil ich Gewaltanwandlungen von meinem Kind nicht kenne. Weder aus Wut noch aus anderen Gründen. Ich beruhigte ihn erstmal, weil seine größte Sorge war, dass diese Erzieherin ihm das nun nachtragen würde. Zuhause angekommen rief ich im Kindergarten an und fragte nach, was genau passiert sei. Es stellte sich dann heraus, dass er nicht aus Wut getreten hatte, sondern weil er ihre Aufmerksamkeit haben wollte, als mehrere Eltern und Kindern gleichzeitig in die Gruppe kamen. Er hat sich von sich aus entschuldigt und als Konsequenz wurde das gemeinsame Spiel eben nicht zu Ende gespielt. Genauso, wie ich auch reagiert hätte. 
Ich weiß, er klammert im Moment sehr. Er geht nicht mehr ohne mich zu seiner Freundin, er kann sich morgens im Kindergarten nur sehr schlecht von mir trennen und braucht auch von seinen Erziehern ständig Feedback, dass sie (für ihn) da sind. Ich bin mir sicher, dass das mit der Abwesenheit des Papas in Zusammenhang steht. Also gab es heute nochmal ne extra Portion Kuscheln, Reden, Zuhören, als die Geschwister bereits im Bett waren. Er war sehr über sein Verhalten erschrocken, versicherte mir immer wieder, dass er das nicht mehr tun würde und es ihm so leid tun würde. Ich versicherte ihm mehrfach, dass es nun okay wäre. Die Situation sei jetzt vorbei und er habe daraus gelernt, dass man auf diesem Wege keine Aufmerksamkeit, jedenfalls nicht die erhoffte, bekommen würde. Ich hoffe nur sehr, dass er nicht morgen früh noch mehr klammert, weil er aus Schamgefühl nicht in den Kindergarten gehen will. Das wäre nämlich totaler Quietschbeu-Style.

Das Meedchen. Ja. Was soll ich Ihnen erzählen. DIESESKINDEY! Sowas albernes, fröhliches und erfinderisches hab ich noch nicht erlebt. Sie ist ein reiner Sonnenschein. Durch und durch. Ihr Minimalwortschatz umfasst derzeit diese Wörter:

  • Mama
  • Papa
  • Ja!
  • Neiiiii/Öhöh (Nein)
  • Dudus (Löwenmaul)
  • Eon (Quietschbeu)
  • Ball
  • Badda (Bagger)
  • Ado (Auto)
  • Joje (Joghurt)
  • putt (kaputt)
  • lalla (alle/leer)

Ihr Wille ist stark; Die Macht mit ihr. Seit sie den Kühlschrank selbstständig öffnen kann tut sie dies ungefähr 50 Mal am Tag. Sie klettert überall drauf und kommt an alles ran, was sie gerne haben möchte. Sie deckt selbstständig den Tisch und räumt ihn auch wieder ab. Sie liebt sowohl ihr Duplo wie auch das Lego und Playmobil ihrer Brüder. Ja, ich lasse sie mit diesen Dingen spielen. Weil ich meine Kinder nicht von einander separieren möchte, wenn sie das nicht selber wünschen. Und die Jungs wollen mit ihr spielen.
Das Meedchen ist auch mal motzigtrotzig, aber selten länger als 5 Minuten. Sie mag keine fremden Menschen. Gar nicht. Kommen Fremde zu uns weint sie so lange, bis ich sie auf den Arm nehme. Dann lacht und shakert sie auch mit dem Besuch. Sind wir bei Fremden zu besuch hält sie sich immer in der Nähe der Haustür oder auf meinem Arm auf. Muss sie Nachmittags mal in die zweite U3-Gruppe unserer Kita, deren Erzieher sie nur flüchtig vom Sehen kennt, heult sie Rotz und Wasser, bis ich komme (weshalb ich an Tagen, an denen das abzusehen ist, früher Feierabend mache). 
Sie trägt ihren Rucksack immer selber, zieht sich inzwischen wirklich sehr gut selber Schal und Mütze an und übt verbissen daran, ihre Winterstiefel allein anziehen zu können. Hausschuhe und Sneakers klappen hervorragend. Die Jacke hat sie in 2 von 3 Fällen falsch herum an. Hosen auch. Aber sie gibt nicht auf.
Seit neustem zeigt sie ganz unmissverständlich an, wenn sie Pipi muss oder gewickelt werden will. Unsere große Toilette ist ihr aber noch sehr suspekt.
Als wir heute beim Abendessen saßen, alberte sie auf ihrem Trip Trap herum und stellte sich ständig hin. Ich ermahnte sie: „Setz Dich bitte hin! Du fällst noch vom Stuhl!“ Sie grinste mich breit an, sagte „Neii Neii!“ und blumste vom Stuhl. KROKODILSTRÄNEN. Vor Schreck. Ich schmunzelte etwas, während ich sie ihm Arm hielt und tröstete. 2 Minuten später hampelte sie wieder auf dem Stuhl herum. Meedchen-Style eben.

Ach ja, jetzt bin ich doch wieder ins Schwafeln gekommen. Sollte mich langsam wirklich mal selber zügeln. Immerhin hat das Jahr noch … äh … 11 Monate und 3 Tage.

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Marketing- und Medienberaterin mit Schwerpunkt Social Media. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Calin Flecke / Jan 28 2014

    Liebste Mama Miez ,

    Mein Tag war heute nicht der rosigste aber durch diesen schönen Bericht Schlaf ich jetzt selig lächelnd ein .

    Es macht einfach Super spass in ihren Tag hinein schnuppern zu können ^^

    Danke

  2. Septembermami / Jan 28 2014

    Liebe Mamamiez,

    falls sie mal wieder nicht wissen, was sie bloggen sollen – das ist aber nicht als Kritik am heutigen Eintrag gemeint – wäre es sehr interessant ein bisschen was über ihre kindgerechte Wohnungseninrichtung zu erfahren. Das nur mal so als Anregung.

    Viele Grüße

  3. Susi / Jan 28 2014

    Ich muss wirklich lachen, so wie Sie Ihre Kinder beschreiben. Ich finde es bewundernswert mit welch Einfühlungsvermögen Sie auf Ihre Kinder eingehen und die Muffeleien Iherer Kinder mit so viel Humor nehmen. *Applaus eines Fans*

  4. cstim / Jan 29 2014

    Kleines Hilfsmittel bei ausdauerndem „sehr laut und sehr schrill“: Gehörschutz aufsetzen, sowas wie dies hier http://www.amazon.de/3M-1436EAR-Kapselgehörschützer/dp/B006RAW01E

    Hilft tatsächlich wirkungsvoll, um den Stresslevel beim Elternteil auf erträgliches Maß zu reduzieren. Man darf sich leider nur nicht von anderen Erwachsenen erwischen lassen, die gucken dann so komisch…

  5. Katja V. / Jan 29 2014

    Hallo Mamamiez,

    mir fällt beim Lesen immer wieder auf das Sie mit dem QB sehr innige Gespräche führen können. Spricht er von sich aus so offen oder ist/ war da viel nachfragen und Fingerspitzengefühl Ihrerseits notwendig ? Ich hatte Ihnen mal geschrieben das meine Tochter (4 im Februar ) und ihr QB sich in einigen Momenten ähneln. Nur leider nicht in der Fertigkeit über die eigenen Gefühle zu sprechen.. haben Sie einen tipp wie ich das fördern kann anstatt nur einsilbige Antworten zu bekommen ?

    Liebe Grüße

    Katja v.

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