Bis einer heult! • Wie man den Tag zur Nacht macht
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3. November 2016 | Pia Drießen

Wie man den Tag zur Nacht macht

Ich hätte ja gerne behauptet, dass meine Kinder inzwischen in einem Alter sind, in denen ihnen sowas wie die Zeitumstellung total egal ist. Im Grunde ist das vermutlich auch so, aber in der Praxis hat es dieses Jahr zumindest Max voll aus den Schuhen gerissen. Die Zeitumstellung war vermutlich nicht alleine daran schuld, aber trug ihr Päckchen dazu bei.

Wie schon berichtet waren wir Sonntag im Märchenwald Altenberg und genossen das schöne Wetter an der frischen Luft, was den Kindern eine entsprechende Bettschwere am Abend bescherte. Allerdings gingen sie wie gewohnt um 19:30 Uhr ins Bett, plus mindestens noch eine Stunde Malen/Lesen, bevor Max dann endgültig die Augen zufielen.

Da Dienstag Feiertag war, hatten wir den Jungs versprochen Montagabend einen Kinoabend zu machen. So schauten mit mit Chips, Gummibärchen und Schokolade noch gemeinsam Bolt – Ein Hund für alle Fälle, den Max tapfer bis zum Schluss durchhielt, dann aber tatsächlich freiwillig und ohne Zier ins Bett ging.

Dienstagvormittag waren alle Kinder knatschig und streitsüchtig. Klassischer Schlafmangel, obwohl alle 3 ausgeschlafen hatten. Was man bei Kindern halt so ausgeschlafen nennt. Es gab ein spätes, dafür aber umso opulenteres Rüh- und Spiegelei mit Speck-Frühstück und anschließend zogen die 3 sich an und gingen in den Garten.

Alle 5 Minuten kam ein anderer angerannt und jammerte und beschwerte sich, dass Geschwister A oder B streiten, nerven, doof sein würde. Der Mann und ich veratmeten eine Krise nach der anderen, waren noch einer Stunde aber so ob der Streiterei und Brüllerei genervt, dass wir die Geschwister nach drinnen zitierten.

Max sah das gar nicht ein, trampelte aufgebracht die Treppe hoch und donnerte seine Zimmertür lautstark zu, während Alex und Mimi noch eine ganze Weile mit Jammern und Wehklagen versuchten, uns umzustimmen. Irgendwann gaben beide aber auf und begannen zu Malen und zu Basteln. Wenigstens ging das einigermaßen ohne Streit von statten.

Ich ging dann nach Max schauen, weil ich ihn seit einiger Zeit nicht mehr gehört oder gesehen hatte, und fand ihn tief und fest schlafend in seinem Bett. Da war es kurz vor 15 Uhr! Ich zog ihn also aus, ohne dass er wach wurde und deckte ihn ordentlich zu.

Ein paar Mal haben wir an diesem Nachmittag überlegt, ob wir ihn nun wecken sollten, damit er nicht in der Nacht hellwach sein würde. Auf der anderen Seite konnten wir nun auch nicht ausschließen, ob er vielleicht etwas ausbrütet, als ließen wir ihn schlafen.

Ich ging Dienstagabend dann früh ins Bett, um für eine eventuell wache Nacht gerüstet zu sein. Tatsächlich ging um 3 Uhr nachts dann auch die Schlafzimmertür auf, es tapsten nackte Füße über den Boden, die Matratze wackelte kurz und dann kroch ein kleiner warmer Körper neben mich unter meine Bettdecke. Kurze Zeit später atmete er tief und gleichmäßig.

Um 4:30 Uhr wurde ich wach, weil Max sich neben mir unruhig hin und her wälzte. „Ist alles okay?“ fragte ich ihn leise und er jammerte leise: „Mein Bauch tut so weh!

Vermutlich hätte jetzt jedes andere Elternteil gedacht: Bingo, der ist krank! Da wir Max nun aber schon 6 Jahre und ein paar Monate kennen, konnte ich mir direkt denken, was los ist. Wenn Max nicht regelmäßig isst bekommt er Bauchschmerzen bis hin zum Erbrechen von Magensäure. Also stand ich schnell mit ihm auf und kredenzte ihm um halbfünf am Morgen ein Nutellatoastbrot mit Milch, welche ihm binnen weniger Bisse Linderung verschafften.

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Natürlich war er dann wach. Hellwach! Nach 13,5 Stunden Schlaf darf man auch ruhig mal total ausgeschlafen sein.

Ich legte mich also aufs Sofa und döste noch eine Stunde, während Max Fernsehen gucken durfte. Dann klingelte mein Wecker und unser Morgenprogramm begann wie gewohnt.

Ich sag mal so: ich hab mir die Nacht schlimmer vorgestellt. Er hätte auch ab 1 Uhr hellwach in seinem Zimmer CDs hören oder mit Flummis spielen können. Da war die von ihm gewählte Variante schon total okay.

Jedenfalls war er gestern dann fit genug für seinen Super-Sport-Mittwoch: neben 2 Stunden Schulsport und einer Stunde Fußball-AG hatte er am Nachmittag nämlich noch eine Stunde Handball-Training. Aber für Sport ist dieses Kind eh nie zu müde, scheint mir (von mir hat er das nicht!).

Heute morgen war ich dann mit 3 anderen Müttern in der Schule, um die Laternenstöcke an den Laternen unserer Erstklässler, die sie ganz alleine gemacht haben, zu befestigen. Max‘ Exemplar durfte ich dann auch schon direkt mitnehmen. Ist die nicht schön geworden?

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Somit sind wir für dieses Jahr offiziell mit dem Laternenbasteln durch und können uns nun entspannt auf all die Sankt Martins Feste und Umzüge kommende Woche freuen. Das wird toll!

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Marketing- und Medienberaterin mit Schwerpunkt Social Media. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Dani / Nov 3 2016

    Ist das Elmar oder selbst kreiert? Sieht auf jeden Fall toll aus!

  2. Bei uns schon seit einer Woche erste Wachphase gegen 2 Uhr nachts, ausgeschlafen um 4 Uhr. Also die Kinder jetzt. Die Eltern müssen ja 10 Stunden am Tab arbeiten. Doof gerade

    Lamasus

  3. Jandra / Nov 3 2016

    Liebe Pia, als (Noch?)-Nicht-Mutter finde ich es total spannend deine Berichte zu lesen. Danke, dass du das teilst.

  4. Steffi G / Nov 3 2016

    Tolle Laterne!
    Hab ich die anderen beiden verpasst? Oder gabs da keine bilder…?
    Nehmt ihr Kerzen oder batterie-lämpchen?
    Gruß Steffi

    • Pia Drießen / Nov 8 2016

      Doch, die gab es in früheren Beiträgen. Hier und hier.
      Mimi und Alex haben elektrische Lichter (weil Mimi zu jung und Alex zu ängstlich). Max hat eine echte Kerze.

  5. Lynnie Ro / Nov 3 2016

    Elmar! <3

    — via facebook.com

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