Mein Jahressrückblick 2022

Wenn ich in 2022 schon so wenig gebloggt habe, dann möchte ich wenigstens der Tradition des Jahresendzeitresümees treu bleiben. Wobei Ihr jetzt nicht übermäßig mit mir meckern könnt. Zum Ende des Jahres hin gab es zumindest wieder etwas regelmäßiger Beiträge, auch wenn es vor allem Meinungsbeiträge und wenig bis gar kein Alltagskram war. Sorry for that, aber Alltagskram findet Ihr jetzt auf Instagram.

Nun, kommen wir zum eigentlichen Grund, warum wir uns hier und heute zusammen gefunden haben: Mein Jahr 2022 im Rückblick.

1. Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?

Lass mich kurz in mich gehen, einatmen, ausatmen. ‚Ne Acht. Ja, doch, ich meine das erst: Dieses Jahr hat eine Acht verdient. Ich kann das nicht mal groß an Vorkommnissen festmachen. Ich fühle mich einfach gut, angekommen, im flow … blabla … es ist eine Acht, Ende.

2. Zugenommen oder abgenommen?

Erwähnte ich schon mal, dass diese Frage zum Ende des Jahres, kurz nach Weihnachten, echt nicht super günstig platziert ist? Aber wir wollen ja das ganze Jahr betrachten und so kann ich sagen: ja, ich habe abgenommen. Acht Kilogramm waren es Anfang Dezember. Jetzt sind es zwar nur noch sechs, aber dafür hab ich geschlemmt und genossen wo ich nur konnte. Silvester setzen wir dann noch die große Raclette-Schlacht oben drauf und dann ist auch schon wieder Januar und ganz viel Zeit für schlechte Vorsätze wie

  • mehr Laufen
  • weniger Süßkram
  • regelmäßig Krafttraining
  • genügend Schlaf

Wenn ich ehrlich bin ist da nicht viel Vorsatz dran. Ich hab das auch in 2022 recht gut hinbekommen. Einzig das mit dem regelmäßigen Krafttraining kann man optimieren. Ich bin und bleibe eben der Ausdauertyp.

3. Haare länger oder kürzer?

Das müsste man jetzt tatsächlich genau nachmessen. Im April habe ich mir bei Jürgen ein sehr gutes Stück Haare abschneiden lassen. Alles, was noch irgendwie nach blondiertem Strähnchen aussah, musste weichen. Danach war ich nicht mehr beim Frisör, so dass die Haare wieder ordentlich lang geworden sind. Aber in der ersten Januarwoche 23 hab ich einen Termin und mal schauen, was mich da so für Ideen überkommen.

4. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Die Frage nervt von Jahr zu Jahr. Ich denke nach wie vor gutsichtig. Ich habe weiterhin nicht das Gefühl oder Bedürfnis, eine Brille tragen zu müssen. Grundsätzlich bin ich minimal weitsichtig. Aber das auch nur auf dem Papier. Altersweitsichtigkeit incoming in 3 … 2 … 1 …

5. Mehr Kohle oder weniger?

Diese Frage ist dieses Jahr wirklich sehr tricky! Mitte des Jahres habe ich einen neue Job angenommen und bin somit festangestellt lohnarbeitend. Man müsste also davon ausgehen, dass wir mehr Kohle auf dem Konto haben, aber! Inflation und Energiekosten schallern so dermaßen rein, dass wir tatsächlich kaum merklich mehr haben. Wo ich anfänglich echt vorrangig für mich und mein Selbstwertgefühl arbeiten gehen wollte, tue ich dies jetzt zum Erhalt der familiären Wirtschaftlichkeit. Das ist kein Klagen. Ich will mit der Aussage nur deutlich machen, wie krass die Kosten für nahezu alles gestiegen sind. Wem es danach besser geht, der kann hier aber gerne auch wieder einer „Willkommen in der Realität“ drunter kommentieren. Wenns hilft.

6. Besseren Job oder schlechteren?

Anderer Job? Ich hab meine Freiberuflichkeit geliebt, habe aber mit den Jahren auch bemerkt, wie wenig man abschalten kann. Arbeitszeiten, Aufträge, Selbstorganisation, Kunden generieren – im Grunde ist davon nichts so wirklich familienfreundlich. Klar kann man mit kleinen Kindern dann auch prima nachts arbeiten, wenn die schlafen und sich seine Arbeitszeit ultra flexibel einteilen. Aber wenn man ehrlich ist arbeitet man dann ständig bröckchenweise, schaltet nie ab, hat diesen immensen Druck der Wirtschaftlichkeit und ist alleinverantwortlich für Akquise, Kundenkommunikation, Produktion, Korrekturen, Projektabwicklung und Buchhaltung inklusive Rechnungen stellen und Geld hinterher laufen.

Blicken wir also lieber ins Hier und Jetzt. Ich liebe meinen neuen Job. Ich hab tolle Aufgaben, die immer umfangreicher werden, kann selber Prozesse entwickeln, kreativ sein und mich weiterentwickeln. Die Kollegen sind alle Zucker und die Wertschätzung durch das Team und die Geschäftsführung sind ne glatte 1. On top habe ich flexible Arbeitszeiten und bin mit meinen aktuell 34 Stunden wunderbar in Sachen Work-Life-Balance im flow.

Um also auf den Punkt zu kommen: Ja, besserer Job.

7. Mehr ausgegeben oder weniger?

Auch das muss man jetzt wieder etwas differenzierter sehen. Grundsätzlich mehr gespart, wo sparen möglich war. Dafür aber deutlich mehr Geld für Lebensmittel, Kraftstoff und Energiekosten ausgegeben. Waren Anfang des Jahres vegane Ersatzprodukte noch deutlich teurer als Fleisch oder Käse, so sind sie inzwischen gleichpreisig bis günstiger. Irre, oder? Immerhin kann so niemand mehr behaupten, man könne sich Veganismus nicht leisten. (Achtung, Ironie. Veganismus besteht nicht (nur) aus Ersatzprodukten). Der Liter Benzin hat in 2022 bei uns zwischen 1,63 Euro und 2,39 Euro gekostet. Unsere Energiekosten (Gas, Strom, Wasser) sind von 456 Euro im Januar 2022 auf 908 Euro im Januar 2023 gestiegen. Und die beschlossene Kostenerhöhung für Frisch- und Abwasser unserer Kommune steht auch noch aus. Ich würde hysterisch lachen, wenn es nicht so traurig wäre.

Im Grunde kann man sagen: mehr ausgegeben, aber nicht freiwillig.

8. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn ja, was?

An Weisheit und Lebenserfahrung. Kötzerchen. Nee, Spaß bei Seite: Materielles glaube ich nicht. Und wenn doch, kann ich mich zumindest nicht mehr daran erinnern. Was ich auf jeden Fall gewonnen habe ist positives Selbstwertgefühl. Leider habe ich immer noch keine Antwort auf die Frage, wie oder was ich dafür gemacht habe. Es hat sich einfach mit der Zeit so entwickelt und war dann so. Also vermutlich doch dieses Weisheit- und Lebenserfahrungsding.

9. Mehr bewegt oder weniger?

Ich war regelmäßig Laufen, super viel Spazieren und habe hier und da Workouts gemacht. Dadurch, dass ich nicht mehr mit dem krankhaften Ziel der Leistungssteigerung gelaufen bin, hab ich da auch wieder richtig Freude dran gefunden. Im Vergleich zu 2021 habe ich mich also definitiv mehr bewegt.

10. Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?

Ich glaube ich hatte gar keine? Kann das sein? Vielleicht mal nen bisschen Nase oder Hals, aber so richtig krank war ich nicht. Das Fieseste war ein eingeklemmter Nerv und ein gezerrter Oberschenkelmuskel. Dafür, dass wir alle grundsätzlich nicht oft krank sind, hat es die Kinder aber ab November hingerafft. Alle drei hatten nacheinander und wiederholt Infekte mit hohem Fieber bis in den Dezember hinein. Zum Glück hatten wir uns zwei Wochen bevor das ganze Krankheitsdrama losging alle gegen Grippe impfen lassen.

11. Davon war für Dich die Schlimmste?

Der letzte Infekt vom Mittelkind, das 3 Tage nach Abklingen aller grippalen Symptome mitten in der Nacht schreien aufwachte und die Ohrspeicheldrüsen groß wie Tennisbälle angeschwollen hatte. Der Arzt sagte, das sei eine Reaktion/Überreizung des Immunsystems. Das Kind musste dann zwei Tage lang saure Gummibärchen essen, dann war der Spuk wieder vorbei.

12. Der hirnrissigste Plan?

Die Frage liebe ich auch jedes Jahr aufs Neue. Mit dem Mittelkind Schuhe in der Bonner City kaufen wollen, wohl wissend, dass das Kind Menschen hasst und sowieso niemals seine Schuhe vor Fremden ausziehen würde. Endete in großem Frust bei allen Beteiligten. Ihr könnt behaupten was Ihr wollt, aber ich bin mir sicher, dass für diese Eigenart auch ein Gen verantwortlich ist. Der Mann ist exakt genauso!

13. Die gefährlichste Unternehmung?

Im Stockdunkeln bei Glatteis mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Macht das nicht nach. Ist zum Glück nichts passiert, aber an Klugheit nicht zu unterbieten.

14. Die teuerste Anschaffung?

Neue Klamotten, weil mir meine alten alle zu groß geworden sind: Jeans, Blusen, Pullover, Kleider und 2 Paar Sneaker. Weitere kostspielige Anschaffungen gab es dieses Jahr nicht.

15. Das leckerste Essen?

Da schwanke ich noch zwischen dem Philly-Chili-Cheese-Dog von Dan’s Kitchen im Mai oder den Knoblauch-Lachs-Tagliatelle, die ich aus der Weihnachtspräsentebox der Firma selber gezaubert habe. Da der Chili-Cheese-Dog aber schon deutlich länger zurück liegt und trotzdem in guter Erinnerung geblieben ist, muss der wohl gewinnen.

16. Das beeindruckendste Buch?

Achtung, jetzt kommt ein Romanreihen-Tipp: Die Katmere Academy Chroniken von Tracy Wolff. Ich bin mehr durch Zufall auf das erste Buch gestoßen, habe reingehört, weil ich dachte es könnte dem Mittelkind gefallen und war sofort gefesselt. Eigentlich möchte ich zum Inhalt gar nicht groß etwas verraten, weil allein der erste Band schon so viele WTF? Momente hatte, dass ich echt verzweifelt war, weil die Reihe noch nicht komplett veröffentlich wurde. Aktuell erhältlich sind (*Affiliate-Links):

Band 4 soll am 16. März erscheinen. Die Reihe fällt unter Romantasy und wird ab 14 Jahren empfohlen, geht aber auch schon ab 12.

17. Der ergreifendste beste Film?

Wie sollte es anders sein: Top Gun Maverick*. Ich hatte echt wenig Erwartungen an den Film, gerade weil er von allen Seiten so krass gehyped wurde. Meistens gefallen mir Mainstream-Filme nämlich gar nicht oder erst 15 Jahre später (Jurassic Park war so ein Film). Aber der hier hat mich echt sofort gecatched. Ärger mich im Nachgang, dass ich ihn nicht im Kino gesehen habe.

18. Das beste Album Die beste Musik?

Alben sind ja irgendwie doch sehr out. Durch Deezer höre ich meistens eher einen Stil-Mix und keine Alben. Oder eben bestimmte Künstler hoch und runter. In 2022 waren das die Imagine Dragons und Panic! At The Disco. Zu meinen Lieblingsliedern 2022 zählten definitiv:

19. Das schönste Konzert?

Ich war nur auf einem Konzert und das war ein Mitsing-Konzert von Guildo Horn, welches wir einer Freundin zum Geburtstag geschenkt haben. Ich lasse das mal völlig wertfrei so stehen.

20. Die meiste Zeit verbracht mit?

Den Kindern und dem Mann. Ist eben meine Familie, mit der ich unter einem Dach lebe. Was soll man bei der Frage auch anderes antworten?

21. Die schönste Zeit verbracht mit?

Kitschig as I am: dem Mann und den Kindern. Gab Jahre, da hätte und habe ich das anders beantwortet. Aber inzwischen fühle ich mich einfach in deren Gegenwart so ich und bei mir, dass das die beste Zeit ist. Oft aber auch die Nervenaufreibendste, wenn bei den Kindern die Hormone durchschießen oder der Mann mich mit seinem Pessimismus zur Weißglut bringt. So viel Ehrlichkeit muss sein.

Zudem hatte ich echt schöne Momente mit den Kollegen und der Lieblingsgang.

22. Zum ersten Mal getan?

Mit einem MacBook gearbeitet. Täglich. Verstehe den Hype weiterhin nicht. Ist halt ein tragbarer Computer.

23. Nach langer Zeit wieder getan?

Ein Familienmitglied beerdigt.
Einen Arbeitsvertrag unterschrieben.

24. Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?

Energiekostenexplosion und Inflation. Ohne würden wir kommendes Jahr vielleicht mal wieder so richtig in den Urlaub fahren. So bleibt wieder nur abzuwarten was noch kommt und auf Sicherheit spielen.

25. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

Kann ich hier noch nicht verraten, weil ich noch daran arbeite. Nächstes Jahr verrate ich vielleicht mehr. Eins kann ich Euch aber jetzt schon verraten: ein weiteres Kind ist es definitiv nicht!!! (Ich weiß wie ihr tickt. Streitet es gar nicht erst ab.)

26. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Das Foto meines Schwiegervaters, das wir meiner Schwiegermutter zu Weihnachten geschenkt haben, hat mit Abstand die meisten Emotionen hervorgerufen.

27. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

Es sind die kleinen Aufmerksamkeiten: Zum Beispiel erwähnte ich vor dem Mann, dass ich nächstes Jahr gerne so einen Lichtervorhang fürs Wohnzimmerfenster hätte und einen Tag später, als ich nachhause kam, hing dort einer. Und der große Standspiegel, den ich mir schon seit Jahren wünsche und den der Mann mir schließlich zum Geburtstag geschenkt hat.

28. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

„Danke für deine offenen Worte und deine Freundschaft.“

29. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

Ich bin glücklich!

30. Dein Wort des Jahres?

Arbeitsvertrag

31. Dein Unwort des Jahres?

Krieg

32. Dein(e) Lieblingsblog(s) des Jahres?

Ich lese keine Blogs mehr. Eher sporadisch einzelne Artikel, wenn mir was Interessantes reingespült wird.

33. Vorsätze fürs neue Jahr

So zufrieden bleiben, wie ich es in der zweiten Jahreshälfte 2022 war. Noch mehr Gelassenheit.

34. Zum Vergleich: Verlinke Deine Rückblicke der vorigen Jahre!

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Jahresrückblick ICH in Bildern:

Am meisten hat mich an diesem Jahresrückblick nun doch überrascht, wie sehr man auf den folgenden Fotos meine mentale Verfassung über das Jahr hinweg erkennt. Tatsächlich gab es in vielen Monaten fast gar keine Fotos von mir, einfach weil ich mich überhaupt nicht gespürt habe. Die Geschwindigkeit, die der neue Alltag mit sich bringt, entspricht einfach viel mehr meiner Persönlichkeit. Tatsächlich werde ich bei zu wenig Input eher träge und verfalle in Lethargie. Gewusst habe ich das vorher schon. Dass es zum Schluss ein neuer anderer Job sein würd, der mich wieder lebendig macht, habe ich aber wirklich nicht geglaubt.

Für 2023 wünsche ich mir, dass dieses Gefühl von Zufriedenheit anhält. Das wäre tatsächlich alles. Denn dann bin ich für alle Unwegsamkeiten und Herausforderungen, die da kommen werden, echt gut aufgestellt.

Euch allen wünsche ich von ganzem Herzen ein schönes Silvesterfest und einen guten Start ins Neue Jahr. Übertreibt nicht mit den Vorsätzen, bleibt realistisch, tauscht Euch aus, supportet einander und versucht optimistisch zu bleiben. Schön, dass Ihr alle noch hier seid und vielleicht in 2023 auch weiterhin vorbei schauen werdet.

Danke für Euren Support! Wir lesen uns nächstes Jahr.

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Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Mediengestalterin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter und Instagram.
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