Hamster, Heimkehrer und Rollmöpse

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Wie Sie sehen lebe ich noch und – Spoiler – wir sprechen auch alle noch miteinander. So schlimm war der erste Morgen nach den Ferien scheinbar also gar nicht. Tatsächlich sind die Kinder gestern zum einen bereits um 20 Uhr eingeschlafen. Das hatten wir seit Monaten nicht mehr. Zum anderen habe ich heute morgen die Stimmung durch eine zugegebenermaßen etwas unfreiwillige Comedy-Einlage extrem nach oben getrieben. Und das war so:

In der Klasse des großen Kindes gibt es so ein Ampel-System. Für super duper gute und ruhige Mitarbeit landet man am Ende des Tages auf grün, für okaye Mitarbeit, mal Reinrufen oder stören auf gelb und wer oft den Unterricht gestört hat landet auf Rot und erhält einen Zeiträuber.

Für jeden grünen Tag erhält man einen Smily. Bei 5 Smilies gibt es ein Fleißbienchen, das man dann gegen 15 Minuten länger Pause machen, länger frühstücken o.ä. eintauschen kann.

Man kann von solchen Systemen halten was man will, dem großen Kind hilft es sehr dabei sich selber zu regulieren.

Jedenfalls hatte der Große vor den Ferien 4 Smilies gesammelt und so fehlt ihm nur noch einer für das nächste Fleißbienchen. Gestern Abend hatte er mir erklärt, dass er das heute einsacken wolle. So weit, so gut.

Ich wecke also das Kind und sage – noch völlig vernebelt, ohne Kaffee und somit ohne eingeschaltetes Gehirn – „Aufgestanden, heute holst Du Dir doch das nächste … äh … Dings … den Goldfisch. Für Deinen … öhm … hier … Dings … Hamster.

Kein Scherz. Das Kind brach so dermaßen in Gelächter aus, dass ihm fast die Tränen kamen. Die Laune schoss somit von 0 auf 100 in den leuchten grünen Bereich. Unser Morgen war somit ganz wundervoll.

Als er nach Hause kam hatte er zwar einen weiteren Goldfisch gesammelt, aber auch festgestellt, dass er den letzten Hamster schon vor den Ferien bekommen hat und jetzt doch noch 4 weitere Goldfische für einen neuen Hamster braucht.

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Das Mittelkind hatte heute seinen ersten offiziellen Schultag ohne anschließende OGS-Betreuung. Also habe ich ihm einen Zettel in die Brotdose gepackt, auf dem

Denk daran nach der Schule nach Haue zu kommen. Nicht in die OGS gehen! Ich warte auf Dich.

geschrieben. Das Kind ist nämlich Typ Tagträumer und es wäre ihm durchaus zuzutrauen, dass er aus lauter Gewohnheit erstmal auf dem Schulhof rumtrödelt und sich 15 Minuten später wundert, dass man sich über seine Anwesenheit in der OGS wundert.

Aber ganz pünktlich und scheinbar auch auf direktem Wege stand er um 11:45 Uhr vor der Haustür. Grinsend.

Nach dem erfolgreichen(!) Erledigen der Hausaufgaben kam auch schon der große Bruder nach Hause und ich hatte heute dann also zwei Esser zuhause. Ich könnte jetzt schreiben, dass das total harmonisch und schön und ach war, aber dann würde ich nur Murphy auf den Plan rufen und morgen wäre alles ganz grauenvoll. Also lasse ich das.

***

Während das große Kind seine Hausaufgaben erledigte, widmete ich mich der ersten Seite meines Weihnachtsgeschenks*. Und es ist genau so cool, wie ich es mir vorgestellt habe. Es sind einige Seiten dabei, die ich mir am liebsten gerahmt an die Wand hängen würde. Sendet aber vermutlich das falsche Signal, wenn man als bodenständige und glaubwürdige Mutter mit Erziehungsauftrag ernst genommen werden will. Von seinen Kindern. Entspannt jedenfalls ungemein.

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Den Rest des Tages habe ich mit der Wäsche verbracht. Waschen, trocknen, falten, wegräumen. Laaaangweilig. Dafür habe ich bereits letzte Woche die Schränke der Jungs aussortiert, da der Mittlere ja nun endlich wieder seinen eigenen Kleiderschrank nutzen kann. Ich erwähne es nur, weil Instagram und Twitter heute voll von Leuten sind, die an einer Aufräum-Challenge teilnehmen und heute Kleiderschränke ausgemistet haben. Oder war es gestern? Jedenfalls rollen die Menschen ihre Wäsche jetzt zu … Rollmöpsen. Hosen, T-Shirts, Socken. Weil, das macht irgendwas mit der Energie. Der Kleidung. Oder der Besitzer? Irgendwas mit Energie halt.

Meine Wäsche – und die meiner Kinder – ist total oldschool und unenergetisch gefaltet. Vielleicht ist das der Grund allen Übels? Aber seien wir ehrlich: würde ich anfangen unsere Wäsche zu rollmopsen, ich müsste jeden Tag 2 Seiten meines Malbuchs ausmalen, um den Adrenalinpegel wieder runter zu schrauben, den allein das Ändern meiner Gewohnheiten bei mir auslösen würde. Also keine Rollmopswäsche in unseren Schränken.

Es wurde keine Werbung für genannte oder erkennbare Marken beauftragt.

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Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
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12 Gedanken zu „Hamster, Heimkehrer und Rollmöpse

  1. Liebe Pia,
    Ich lese hier ja schon eine ganze lange Weile und freue mich über die aktuellen Beiträge so sehr weil ich das Gefühl habe sie sind so frei und ohne Bedenken, einfach „frei schnauze“ geschrieben. Es macht richtig Spaß das zu lesen. Ganz herzlichen Dank und viele Grüße aus Hamburg,
    Nina.

  2. Liebe Pia!
    Rollmopswäsche-sehr treffend! Um mich herum rollmopsen auch schon mehr und mehr und ich frage mich, warum man Socken nicht zusammenknödeln darf wg der Energie, T-Shirts aber rollmopsen….
    Ich bleibe auch, wie ich es gelernt habe, bei det klassischen Variante, um meine Kinder in ihren Wünschen nach Ninjago oder sonst welchen Frontprints souverän und schnell unterstützen zu können.
    Ausmisten- ja, aufräumen-ja (wenn es sein muss….), aber drücken und danke sagen brauch ich bei meinen Klamotten irgendwie nicht…..
    Viele Grüße aus Essen!

      1. :-) naja, wenn man das so streng macht, wie Marie Kondo, dann hat man einfach auch nicht mehr viel. Und die 8-10 T-Shirts, die man da aufgerollt hat, erkennt man natürlich an der Farbe.

  3. Ich hab auch sehr herzlich gelacht wegen der Hamster und Goldfische, danke schön! ?
    Hat Max ein blaues Auge oder täuscht das auf dem Bild?
    Ganz liebe Grüße und möglichst viele weitere lustige Morgende,
    Christine

  4. Ich rolle auch nach wie vor nicht und werde es wohl nie tun. Ich falte die Wäsche mit Faltbrett ala Sheldon Cooper, aber nicht weil ich so pingelig bin sondern, weil sonst die Wäsche vom Großen nicht mehr nebeneinander in die Stuva Schubladen passen würde *gg* Und da er noch an seinem Schrank hängt sind wir halt zum Faltbrett übergegangen. Ohne Brett bin ich zu tollpatschig dazu es so schmall zu falten.

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